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Schweiz mit sensationeller Aufholjagd

von Marc Röesch / NHL.com



Am Dienstagnachmittag um 16:15 Ortszeit ging es sowohl für die deutsche Landesvertretung als auch für das eidgenössische Team erneut um Punkte bei der Eishockeyweltmeisterschaft. Dabei konnte sich Deutschland in der Yubileini Arena zu St. Petersburg souverän mit 5-1 gegen den Tabellendritten aus der Slowakei durchsetzen. Die Schweiz rettete sich im Moskauer Eispalast gegen Dänemark erneut in die Verlängerung und konnte den ersten Turniersieg (3-2 n.V.) einfahren.

Ein Ruhetag schien den Sturmschützlingen zunächst zu wenig gewesen zu sein: Die Slowaken erwischten einen Start nach Maß und erzielten nach kurzer Abtastphase in der 10. Spielminute den ersten Treffer des Tages. Marek Bartanus probierte es zunächst aus aussichtsreicher Position, scheiterte jedoch an Timo Pielmeier. Danach gelang die Scheibe wieder zu Bartanus, der die deutsche Defensive narrte, um das Tor fuhr und den freistehenden Peter Cehlarik auf der rechten Seite bediente. Dieser hatte mit dem nun strauchelnden Pielmeier leichtes Spiel und versenkte das Spielgerät souverän im deutschen Gehäuse. Mit einem 0-1 Rückstand verabschiedeten sich die deutschen Kufencracks zur ersten Drittelpause in die Kabine.

Bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff egalisierte Deutschland die slowakische Führung. Philipp Gogulla spielte zu Felix Schütz, der hinter dem Tor platziert mit der Rückhand den eingelaufenen Patrick Hager im Slot bediente. Dieser fackelte nicht sondern versenkte das Spielgerät kompromisslos per One-Timer im slowakischen Gehäuse. In der 29. Spielminute drehte Gogulla dann das Spiel. Vom Bully weg gelang die Scheibe über Moritz Müller zum Haiestürmer. Dieser hämmerte einen Schlagschuss von der blauen Linie durch die Hosenträger von Branislav Konrad. Einige Minuten später war es Patrick Reimer, der in Überzahl seinen ersten Turniertreffer erzielte. Von der slowakischen Abwehr sträflich alleingelassen, wurde er direkt vor dem Tor bedient und ließ sich nicht zwei Mal bitten. Flach schob er die Scheibe an dem auf der falschen Torseite knienden Keeper vorbei.

In der 42. Spielminute fasste sich WM-Debütant Brooks Macek ein Herz, schnappte sich an der eigenen blauen Linie das Spielgerät, stürmte durch die gegnerische Abwehrreihe bis zu den Hashmarks und knallte dem verblüfften Konrad den Puck unter den rechten Arm. Dieser musste sodann das Feld für Ersatzmann Julius Hudacek räumen.

Den Schlusspunkt einer aus deutscher Sicht sehr erfreulichen Partie durfte Dominik Kahun mit seinem dritten Treffer im Dress der deutschen Nationalmannschaft setzen. Im eigenen Drittel setzte der wieselflinke Münchner ohne Scheibe zum Sturmlauf an und reagierte im Slot gedankenschnell, als Reimers Versuch in die Gefahrenzone prallte.

Auch die Schweiz geriet früh in Rückstand. Als Andres Ambühl eine Bankstrafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis absitzen musste, versuchte es Frederik Storm von der Blauen Linie und sein abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor.

Davon wachgerüttelt fanden die Eidgenossen, auch dank gütiger Mithilfe kleinlich pfeifender Unparteiischer, immer besser ins Spiel und kamen selbst zu einigen vorzüglichen Einschussmöglichkeiten, mussten dann jedoch kurz vor dem Drittelende unverhofft einen zweiten Gegentreffer hinnehmen. In der 19. Spielminute fasste sich Nikolaj Ehlers ein Herz und knallte den Puck zum 2-0 unter die Querlatte.

In einem zerfahrenen Mittelabschnitt bemühten sich die Eidgenossen zusehends, ins Spiel zu finden, scheiterten jedoch ein ums andere Mal am gut aufgelegten Sebastian Dahm im dänischen Gehäuse. Kurz vor dem zweiten Pausengang überstanden die Schweizer eine doppelte Unterzahl, was ihnen noch Auftrieb für das Schlussdrittel geben sollte.

Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff musste Jesper Jensen verletzungsbedingt vom Eis gebracht werden. Nach einem Bandencheck von Kapitän Andres Ambühl blieb der dänische Defensivspieler kurze Zeit regungslos auf dem Eis liegen.

In der Folge entfachten die Schweizer eine sensationelle Aufholjagd, für die sie sich selbst belohnen sollten. Mit dem Anschlusstreffer von Yannick Weber in der 50. Spielminute und dem hochverdienten Ausgleich durch Nino Niederreiter 58. Minute, retteten sich dich Eidgenossen erneut in das Extradrittel. Doch dieses Mal wurde die Geschichte anders geschrieben: Nach Bullygewinn kam Eric Blum an den Puck, dessen Schuss seinen Weg ins dänische Gehäuse fand.

Morgen geht es für die Schweiz zum wegweisenden Aufeinandertreffen mit Lettland, bei dem sie zwingend die volle Punkteausbeute einfahren sollten.

Bereits am Vortag fuhren die Vertreter aus der Tschechischen Republik ihren dritten Sieg ein und bleiben somit ungeschlagen in Gruppe A. Gegen Schweden gerieten sie zwar bereits im Eröffnungsdrittel mit 2-0 in Rückstand, steckten jedoch nicht auf und erzielten vier unbeantwortete Tore.

Auch eine weiße Weste behielt am Montag die finnische Mannschaft. In einem umkämpften Spiel setzte sie sich letztendlich mit 3-2 gegen die junge US-Amerikanische Truppe von Coach John Hynes durch.

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