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Colliton muss Blackhawks in vielen Bereichen helfen

Eine anfällige Defensive, Stürmer die nicht treffen und ein katastrophales Unterzahlspiel sind die auffälligsten Schwachstellen in Chicago

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die Chicago Blackhawks befinden sich auch unter ihrem neuen Trainer Jeremy Colliton weiterhin in einer Abwärtsspirale. Die 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen die Carolina Hurricanes am Montag war ihr achtes Match in Serie ohne Sieg. Die Blackhawks verspielten hierbei eine 2:0-Führung und mussten sich nach 1:16 Minuten in der Overtime geschlagen geben. Sebastian Aho versetze den angeschlagenen Blackhawks den letzten Stoß.

Ein Trainerwechsel soll einen schnellen Turnaround hervorrufen und das Team, dessen Coach ausgetauscht wurde, wieder in die Erfolgsspur bringen. Als sich die Blackhawks dazu entschieden Joel Quenneville zu entlassen, warteten sie schon seit fünf Partien auf einen Erfolg. Bereits in dieser frühen Phase der Saison sah Manager Stan Bowman das Ziel Playoffs in Gefahr. Die Franchise traute dem dienstältesten Coach der NHL nicht zu, seine Mannschaft wieder einzufangen. Die Konsequenz daraus war, die Reißleine zu ziehen und jenen Trainer zu entlassen, der die Blackhawks zu drei Stanley Cup Erfolgen geführt hatte.

Mit Quenneville verließ der Trainer mit den zweitmeisten NHL-Siegen (890) Chicago und die Blackhawks-Fans müssen sich erstmals seit 2008 an ein neues Gesicht hinter der Bande gewöhnen.

Der Generationenwechsel auf dem Trainerposten hätte kaum größer sein können. Auf den 60-jährigen Quenneville folgte der 33 Jahre alte Colliton, der vom AHL-Club der Blackhawks, den Rockford IceHogs, in die NHL befördert wurde. Für den neuen Cheftrainer war der Aufstieg überraschend: "Es ist etwas surreal, das ist klar. In den letzten Tagen ist einiges passiert. Ich denke, dass es jetzt einiges zu tun gibt, und es ist wichtig das Team vorzubereiten."

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In seinen ersten drei Partien konnte Colliton das Ruder in Chicago noch nicht herumreisen. Die Blackhawks verloren zweimal gegen die Hurricanes und zwischendurch mit 0:4 gegen die Philadelphia Flyers. Auffällig war in diesen drei Partien, dass die Blackhawks defensiv anfällig sind und immer mindestens drei Gegentreffer kassierten. Auf der anderen Seite verwertet die Offensive nicht genügend, der sich bietenden Chancen. In zwei der drei Matches konnten die Blackhawks häufiger abschließen, als der Gegner, doch Punkte gab es am Ende keine. Allein diese Tatsache lässt bei Chicago auf fehlendes Selbstvertrauen schließen, was nach acht erfolglosen Auftritten nicht unüblich wäre. Dies wird dadurch unterstützt, dass sich das Team von Colliton durch Gegentreffer schnell aus dem Konzept bringen lässt. Binnen 1:06 Minuten schenkten die Blackhawks am Montag eine Zwei-Tore-Führung gegen Carolina her.

Die abgegebene Führung veranlasst einen Blick auf die Unterzahlstatistik des Teams aus Chicago zu werfen. Beide Tore der Hurricanes fielen bei nummerischer Unterzahl, eine Disziplin, in der die Blackhawks anfällig sind. In nur 74,1% der Unterzahlsituation gelingt es ihnen, ein Powerplaytor des Gegners zu verhindern - der siebtschlechteste Wert der Liga.

 

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Blicken wir erneut auf die Leistung bei Fünf-Gegen-Fünf, so wird klar, dass die Blackhawks erhebliches Verbesserungspotenzial in allen Mannschaftsteilen haben. Die zweitschwächste Defensive der NHL kommt aus Chicago. Lediglich die Ottawa Senators kassieren im Schnitt mehr Gegentreffer. Chicagos Offensive feuert den Puck zwar 33,2 Mal pro Spiel auf den gegnerischen Goalie, der siebtbeste Wert der Liga, doch der Ertrag ist mangelhaft. Nur 2,83 Tore erzielt Chicago pro Match - der zehntschlechteste Wert.

 

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Colliton hat also noch viel Arbeit vor sich, will er die Blackhawks wieder in die Spur bringen und das Saisonziel Playoffs erreichen. Auch für den deutschen Dominik Kahun hatte der Trainerwechsel bereits Auswirkungen. Unter Quenneville noch in der ersten Formation neben Patrick Kane und Jonathan Toews gesetzt, findet sich der Stürmer jetzt in der dritten Reihe wieder. Im Match gegen Carolina gab Kahun eine Vorlage, nachdem seine Punkteausbeute zuvor etwas abflaute. Für Colliton ist Kahuns Versetzung in die dritte Sturmformation keine Degradierung, sondern das Ergebnis einiger Versuche: "Wir haben ein paar Kombinationen ausprobiert und mir haben Kahun und David Kampf zusammen gut gefallen. Mir hat ihr unnachgiebiger Druck und ihre Arbeitseinstellung gefallen. Ich denke, dass das etwas ist, dass die ganze Gruppe anstecken kann."

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Vor dem jüngsten Coach in der NHL liegt noch viel Arbeit in allen Bereichen. Die Umstellungen in der Offensive sind klar erkennbar und brachten gegen Carolina zumindest wieder einen Punkt auf das Konto. Für Kahun gilt es zu beweisen, dass er nicht nur neben den Topspielern glänzen kann, sondern auch in Reihe drei zum Erfolg etwas beisteuert.

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