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Burns und Pavelski weisen den Sharks den Weg

San Joses Verteidiger bricht 25 Jahre alten Rekord - der erfahrene Stürmer erzielt einen Hattrick

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Einen Tag nach der 0:4-Klatsche bei den Columbus Blue Jackets sind die San Jose Sharks durch einen 5:3-Erfolg bei den Detorit Red Wings in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Nord-Kalifornier wurde dabei von zwei wichtigen Führungsspielern angeführt: Von Verteidiger Brent Burns, der einen 25 Jahre alten Rekord brach, sowie von Stürmer, Kapitän und Tip-in-König Joe Pavelski, dem ein Hattrick gelang.

Comeback in "Motor City"

Nach der Hälfte der Partie sah es für San Jose nicht nach einem Sieg aus: Detroit lag nach 28 Minuten mit 3:1 in Führung. Dann aber legten die Sharks den Schalter um: Im zweiten (16:3 Schüsse) und dritten Drittel (16:5 Schüsse) wurden die Red Wings mit 32:8 Schüssen regelrecht überrollt. Brent Burns (34.) und ein "Natural Hat Trick" von Joe Pavelski (36., 37., 59.) ebneten den Weg für das Comeback und den 37. Saisonsieg für die Nord-Kalifornier.

"Wir haben gestern Abend nicht gut gegen Columbus gespielt, und auch unser erstes Drittel heute war nicht gut", analysierte Kapitän Pavelski. "Deswegen war es wichtig für uns, so zu reagieren, wie wir es im zweiten und dritten Drittel getan haben." San Joses Trainer Peter DeBoer konnte da nur beipflichten: "Wir haben nicht gut begonnen, aber wir haben in der ersten Pause darüber gesprochen und die Jungs sind rausgegangen und haben es repariert. Das ist auch der Grund, warum es sich mit dieser Mannschaft so leicht arbeiten lässt: Du musst ihnen nicht immer und immer wieder sagen, was sie falsch machen. Sie wissen, was zu tun ist."

Video: SJS@DET: Pavelski mit fünftem NHL-Hatty bei Sieg

Burns, die Scoring-Maschine

Zudem haben die Sharks Führungsspieler, die auf dem Eis vorangehen, wenn sie gebraucht werden. Dazu zählt Burns. Die Nummer 88 in Teal erzielte mit einem schnellen Release den Anschlusstreffer und bereitete den Ausgleich im Powerplay mit vor. "Burns ist auf einem Norris-Trophy-Level. Er ist ein wichtiger Faktor für uns. Sein Treffer war der Wendepunkt in diesem Spiel und danach hat er im Powerplay die Weichen für uns gestellt", lobte DeBoer.

Burns schraubte sein Scorerpunkte-Konto auf 70 und brach damit einen 25 Jahre alten NHL-Rekord: Zuletzt gelang es in der Saison 1993/94 Ray Bourque, als Verteidiger die 70-Punkte-Marke in weniger als 65 Spielen zu durchbrechen. Burns benötigte dafür gerade einmal 63 Partien. 

 

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Der 33-jährige Kanadier der Sharks ist mit 13 Toren und 57 Assists der punktbeste Abwehrspieler in der laufenden NHL-Saison. Mit großem Abstand folgen Morgan Rielly (60 Punkte, Toronto Maple Leafs), Mark Giordano (58 Punkte, Calgary Flames) und John Carlson (56 Punkte, Washington Capitals). Der schussgewaltige Rechtsschütze ist somit der Top-Favorit auf die Norris Trophy für den besten Verteidiger der Liga. Der 1,95 Meter große und 104 Kilogramm schwere Bartträger wurde bereits 2016/17 mit besagtem Pokal ausgezeichnet.

Pavelski, der Tip-in-König

Der zweite Matchwinner an diesem Abend war Pavelski. Dem Kapitän gelang in "Motown" der fünfte Karriere- und zweite "natürliche" Hattrick (drei Treffer in Folge ohne einen anderen Torschützen dazwischen) - kurioserweise alle auswärts. Mehr Dreierpacks gelangen in der Franchise-Geschichte der Sharks nur Devin Setoguchi (neun).

Warum der 34-jährige US-Amerikaner neben dem Spitznamen "Pav" auch "Captain America" genannt wird, stellte er bei den Red Wings erneut eindrucksvoll unter Beweis: Die Spezialität des Rechtsschützen sind nämlich Abfälscher vor dem gegnerischen Tor - ähnlich wie es die gleichnamige Comic-Figur mit einem Schild macht. In Detroit tippte Pavelski den Puck spektakulär im Fallen und aus der Drehung zum 3:3 ins Tor. Kurz darauf spielte Marc-Edouard Vlasic (300. NHL-Scorerpunkt!) den Stürmer weit links neben dem Tor an, Pavelski stellte seine Kelle in die Flugbahn und fälschte erfolgreich zum 4:3 ab. Es war sein 350. Karriere-Treffer in der NHL. Ein Rückhand-Schlenzer aus der neutralen Zone ins leere Tor brachte schließlich noch den Endstand.

Video: SJS@WPG: Pavelski schießt Unterzahltor in Overtime

Pavelski gilt in Sachen Tip-ins als bester Spieler der Liga. Die Vorlage zum 4:3 zeigt, dass San Jose Spielzüge bewusst so designt, dass ihr Kapitän aus schwierigen Winkeln als Abfälscher gesucht wird. Seit der Saison 2011/12 gelangen ihm 36 Tip-in-Tore - es ist der drittbeste Wert unter allen in diesem Zeitraum eingesetzten Spielern. Beeindruckend auch die Effektivität der Nummer 8: 21,6 Prozent von Pavelskis Schüssen knipsen die Torlampe an. Eine explosive Steigerung im Vergleich zur Vorsaison (9,8 Prozent)!

Viel Qualität und Tiefe für einen langen Playoff-Lauf

Auch dank Burns und Pavelski zählt San Jose in diesem Jahr zu den absoluten Stanley-Cup-Favoriten. Die Sharks scheinen auch die Tiefe zu haben, um schwerwiegende Verletzungen zu kompensieren. In Detroit etwa fehlte mit Marcus Sorensen (Gesichtsverletzung durch Puck-Treffer) ein Stürmer sowie mit Erik Karlsson (Leistenverletzung) erneut ein Top-Verteidiger. In der Defensive sprang Tim Heed ein und besorgte direkt das zwischenzeitliche 1:0 (4.). Auch auf dem Transfermarkt wurden die Nord-Kalifornier noch einmal aktiv und präsentierten mit Gustav Nyquist (Trade mit den Detroit Red Wings) einen weiteren starken Flügelspieler, der die Qualitätsdichte und Tiefe erhöht. 

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