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Die Renaissance zu den Sharks wie man sie kennt

In San Jose mag man keine Kurzschlussreaktionen nach Misserfolgen und das zeichnet sich nun aus

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Marleaus Overtime-Siegtor

SJS@LAK: Marleau nutzt freien Puck zum Sieg in OT

Jonathan Quick schiebt den freien Puck zu Patrick Marleau, der das Geschenk dankend zum Siegtreffer der Sharks in Overtime annimmt

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Null Punkte aus den ersten vier Spielen zum Saisonauftakt, nur vier Siege aus 15 Auftritten bis Anfang November bedeuteten für die San Jose Sharks den letzten Platz in der Western Conference. Was war da los im Santa Clara County?

Sharks-Trainer Peter DeBoer war am 2. November, nach der 2:5-Heimpleite gegen die Vancouver Canucks, angesichts der Erfolgslosigkeit schier verzweifelt, als er einen Appell an die Mannschaft richtete und sich dabei nicht aus der Verantwortung stahl. "Jeder muss für sich selbst in den Spiegel schauen, Torhüter, Trainer, Spieler, alle. Wir müssen einen Weg finden. Das liegt allein in unserer Hand, es kommt keine Kavallerie, die uns zur Seite steht und hilft", beschwor DeBoer.

 

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Das Management der Sharks neigt nicht dazu, überhastet zu agieren und vorschnell einen Übungsleiter seines Amtes zu entheben. Beginnend bei Darryl Sutter (Okt. 1997 - Nov. 2002) in der Saison 1997/98, bekam jeder Coach der Sharks mindestens fünf Jahre Zeit sich zu beweisen (Ron Wilson: Dez. 2002 - Mai 2008; Todd McLellan: Okt. 2008 - Apr. 2015). 

Und momentan sieht es erneut ganz danach aus, als würde sich die Geduld der Sharks auszahlen.

Mit dem 4:2-Heimerfolg gegen die Chicago Blackhawks am 4. November läutete San Jose die Wende ein, die ihnen 18 von 20 möglichen Punkten aus zehn Partien bescherte (9-1-0). Auch die Moral stimmt wieder bei den aus den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnten Nordkaliforniern. Ihre jüngsten drei Siege fuhren sie in der Zusatzschicht ein.

Video: CHI@SJS: Marleau fälscht Meiers Schuss in Überzahl ab

Am Montag gastierten sie im Staples Center der heimstarken Los Angeles Kings, die in diesem Monat nur eines ihrer sechs Spiele auf eigenem Eis verloren hatten. Schnell, nach bereits knapp sechs Minuten, lagen die Sharks durch einen Treffer von Verteidiger Erik Karlsson mit 1:0 in Front. Der Schweizer Stürmer Timo Meier erhöhte den Spielstand mit einem Doppelschlag im Mittelabschnitt bis zur 29. Spielminute auf 3:0. Die Messe schien gelesen, doch das Blatt sollte sich noch einmal wenden. Die Gastgeber glichen die Partie bis zum Ende der regulären Spielzeit auf 3:3 aus. Wer nun glaubte, das Momentum sei klar auf Seiten der Kings, der sah sich getäuscht. 155 Sekunden waren in der Verlängerung absolviert, als Sharks-Legende Patrick Marleau, nach einem Schussversuch von Kevin Labanc, am schnellsten reagierte und die von Kings-Torwart Ben Bishop unglücklich abgewehrte Scheibe zum 4:3-Overtimesieg versenkte.

"Wir haben unseren Weg gefunden. Wir wollen, dass es so weitergeht. Wir möchten in unserer Division wieder auf einen Platz kommen, von dem aus wir die Besten erwischen können", gibt Sharks-Kapitän Logan Couture die Marschroute vor.

Couture war es auch gewesen, der seinem Team in den zwei Auftritten zuvor, in Las Vegas gegen die Vegas Golden Knights und zuhause gegen die New York Islanders, zu doppelten Punktgewinnen verhalf. Der 30-jährige Center hatte in diesen Partien, die jeweils 2:1 zu Gunsten der Sharks endeten, für das Siegtor in der Overtime gesorgt, nachdem sie in den ersten 60 Minuten jeweils eine Führung aus der Hand gegeben hatten.

Vor gut drei Wochen haderte DeBoer noch damit, dass sie immer einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Dies sei ein Punkt, den sie zwingend abstellen sollten, um Spiele zu gewinnen. Ihrem System käme es nicht entgegen, wenn sie gezwungen seien, die Defensive zu entblößen.

Video: SJS@LAK: Karlsson feuert über Quicks Fanghand rein

Das Vorhaben ist weitestgehend geglückt: In den vergangenen zehn Partien gerieten die Sharks nur noch dreimal ins Hintertreffen, unter anderem bei ihrer einzigen Niederlage, dem 2:5 gegen die Edmonton Oilers am vergangenen Dienstag. Ansonsten starteten die mit viel Selbstvertrauen ausgestatteten Sharks explosiv in jede Begegnung und versuchten dem Kontrahenten schnell den Schneid abzukaufen. Elfmal trafen die Sharks im ersten Drittel, sieben dieser Tore fielen in den ersten zehn Spielminuten.

Die Sharks machten im November sieben Ränge im Klassement gut, liegen auf dem zweiten Wildcard-Platz und weisen nur noch einen Zähler weniger aus als die in der Pacific Division drittplatzierten Canucks.

Mit diesen Sharks, in der Verfassung wie sie sich momentan präsentieren, ist auch in dieser Saison wieder zu rechnen.

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