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Negativrekord für Sharks zum Saisonbeginn

Das Team aus San Jose sucht trotz enttäuschender Offensive und löchriger Abwehr einen Weg aus der Krise

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Am Dienstagabend hingen in der Bridgestone Arena von Nashville nach einem 2:5 die Köpfe. Jedoch nicht die der Nashville Predators, sondern jene der San Jose Sharks, die zu Gast in Tennessee waren. Die Sharks mussten ihre vierte Niederlage im vierten Spiel einstecken, eine Bilanz, wie es sie in 25 Jahren Franchise-Geschichte noch nie gab. Die Erwartungen sind nach dem guten Abschneiden in den vergangenen Jahren verständlicherweise hoch, doch die Leistungen der Sharks lassen zu wünschen übrig.

Erst im Juni hatte General Manager Doug Wilson gemeldet, dass Verteidiger Erik Karlsson, einer der weltweit besten seiner Zunft, für weitere acht Jahre in San Jose unterschrieben hat, eine Nachricht, die Fanherzen höher schlagen ließ. Man ging davon aus, dass mit Karlsson und Burns in der Abwehr und Spielern wie Timo Meier, Tomas Hertl, Joe Thornton und Logan Couture im Angriff weitere Erfolge kommen würden.

Die schwache Ausbeute aus den ersten vier Spielen lässt für die anlaufende Saison jedoch Böses ahnen. In der Defensive scheinen die Sharks zu instabil für Gegner wie die Vegas Golden Knights und die Predators. In vier Spielen kassierte San Jose 17 Tore, 4,25 pro Spiel. Nur sechs Teams mussten noch mehr Treffer pro Spiel hinnehmen.

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"Die Gegentore machen uns fertig", erklärte niedergeschlagen Stürmer Evander Kane nach dem jüngsten Auftritt gegen die Predators. "Bei den Toren die wir kassieren, spielen wir drei oder vier Wechsel nur in ihrem Drittel, haben das Momentum, dominieren das Spiel und dann versuchen wir es zu schön zu machen, laufen in den Konter und sie treffen. Dann lassen wir den nächsten Konter zu und es fällt das nächste Tor. Das sind glasklare Geschenke. Wir müssen uns einfach über unsere Spielweise klar werden."

 

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Die Schwäche am einen Ende der Eisfläche wäre noch kein Todesurteil, wenn denn die Offensive ein Feuerwerk abfeiern würde. Doch die sonst so treffsicheren Schützen um Meier und Thornton finden kaum mal einen Weg am gegnerischen Torhüter vorbei. Bisher kommen sie auf fünf Treffer, 1,25 pro Spiel. Nur die Arizona Coyotes und die Vanouver Canucks haben mit einem, beziehungsweise zwei Toren nach zwei Spielen einen schlechteren Schnitt.

"Man muss einfach die nötige Arbeit bringen", kritisierte Kapitän Couture nach der 1:3-Niederlage gegen die Anaheim Ducks. "Es ist nicht leicht in der NHL Tore zu schießen, dafür muss man hart arbeiten. Jedes Team in dieser Liga hat Talent. Die Mannschaft, die härter arbeitet, gewinnt meistens am Ende und in den bisherigen Spielen haben unsere Gegner einfach mehr Einsatz gebracht."

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Die mangelnde Offensive zeigt sich auch im Powerplay. Die Sharks waren in vier Spielen 17 Mal in Überzahl, trafen dabei aber nur einmal. Im Gegenzug kassierten sie mit einem Mann mehr auf dem Eis drei Tore, alle in den ersten beiden Spielen gegen die Vegas Golden Knights.

"Ich weiß nicht was gerade los ist, aber wir sind selbst schuld. Wir haben kaum in der Offensive gespielt", analysierte Stürmer Hertl die Partie. "Es liegt nicht an unseren jungen Spielern, sondern an unseren Topspielern, an mir und den anderen. Wir müssen mehr bringen und für das Team da sein, besonders im Powerplay. Drei Unterzahltore in zwei Spielen, das darf einem nicht passieren."

Vier Spiele sind im Vergleich zu den 82 Partien einer gesamten Saison nicht viel und der Rückstand kann jederzeit aufgeholt werden, doch die Sharks haben sich zu Beginn der Saison nicht nur hinsichtlich der Tabellensituation, sondern auch mental ein tiefes Loch geschaufelt, aus dem es nicht einfach ist, herauszukommen.

 

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Für die Blockade im Kopf könnte eine Nachricht vom Dienstag einen klaren positiven Effekt erzielen. Das Management verkündete die Verpflichtung von Patrick Marleau. Der 40-jährige Stürmer spielte bereits bis 2017 ausschließlich für die Sharks und führt ihre ewige Statistik nach Spielen (1.493), Toren (508) und Punkten (1.082) an. Er geht in seine 22. NHL-Saison und so mancher Spieler der Sharks wuchs mit ihm als Vorbild auf. Er ist bekannt als teamdienlicher Spieler und echter Anführer. Marleau mag zwar nicht mehr der Jüngste sein und wird die Sharks ganz sicher nicht im Alleingang zum Sieg schießen, doch in der aktuellen Situation könnte er einen entscheidenden Beitrag leisten, dass seine Teamkollegen wieder zu ihrer vollen Leistungsfähigkeit finden.

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