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Verletzungspech bei den Sharks

San Jose musste im entscheidenden Spiel 6 auf drei essenzielle Schlüsselspieler verzichten

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Für die San Jose Sharks platzte der Traum vom Stanley Cup in Spiel 6 in St. Louis - gegen die Blues setzte es eine 1:5-Niederlage. Zwar gaben die Sharks noch einmal alles, doch gleich drei verletzte Schlüsselspieler waren nicht zu kompensieren.

Schon in der regulären Saison konnte San Jose nur selten mit dem kompletten Kader auflaufen - auch in den Playoffs blieb den Sharks das Verletzungspech treu. Vor Spiel 6 erreichte es dann Ausmaße, die die Nord-Kalifornier nicht mehr kompensieren konnten: Mit Offensiv-Verteidiger Erik Karlsson und Center Tomas Hertl traten der beste Vorbereiter (14 Assists) und der zweitbeste Torjäger (zehn Treffer) die Reise nach St. Louis wegen Verletzungen gar nicht erst an. Kapitän Joe Pavelski, der zuvor schon sechs von 19 Playoff-Partien verpasst hatte, wurde nach einer neuen Verletzung nicht rechtzeitig fit und fiel ebenfalls aus. Das Trio hinterließ eine klaffende Lücke.

 

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Gleich drei ultimative Schlüsselspieler konnte San Jose auf diesem Niveau nicht mehr ersetzen. Tim Heed, Marcus Sorensen und der erst 22-jährige Rookie Dylan Gambrell sprangen ein. Bezeichnend: Sorensen musste Mitte des zweiten Drittels verletzt in der Kabine behandelt werden, kehrte aber zurück. Ausgerechnet Gambrell gelang derweil der Ehrentreffer für die Sharks zum zwischenzeitlichen 1:2 (27.). Mit seinem ersten NHL-Tor überhaupt weckte er damit noch einmal Hoffnungen.

Doch trafen die Blues gefühlt immer zum falschen Zeitpunkt und damit mitten ins Herz der Haie. David Perron sorgte für einen Blitzstart nach nur 92 Sekunden (2.), Vladimir Tarasenko widerum nur sieben Sekunden nach dem ersten Powerplay (17.). Brayden Schenn nutzte auch die zweite Überzahl-Möglichkeit an diesem Abend zum 3:1 (33.). San Jose stand mit Beginn des dritten Drittels also vor einer Mission Impossible.

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Trotzdem aber gaben die Sharks noch einmal alles, dominierten den Schlussabschnitt (10:3 Schüsse) und kamen zu vielen Großchancen. Doch San Jose fehlte es zum einen am Scheibenglück. Der Puck lag ein ums andere Mal auf der blauen Farbe, fand aber nicht den Weg in die Maschen oder aber er klatschte an die Eisenstange. Zum anderen fehlte es San Jose wie schon in der kompletten Serie an einem Rezept gegen Goalie Jordan Binnington.

"Wir haben gut gekämpft. Das haben wir von allen unseren 20 Spielern erwartet und sie haben Wort gehalten", sagte Mittelstürmr Joe Thornton.

Zuvor hatten die Nord-Kalifornier in zwei Durchgängen kaum zu ihrem Spiel gefunden. Immer wieder servierten die Blues knallharte Checks und zermürbten das Team Teal mit aggressivem Forechecking, pinchenden Verteidigern und vier gleichmäßig ausgerollten Sturmreihen. Aufgrund der dünnen Personaldecke konnte San Jose vor allem bei Letzterem nichts mehr entgegensetzen.

 

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"Wir haben zu wenig Tore geschossen. Das war ziemlich offensichtlich, denn du kannst mit null Toren kein Spiel gewinnen", sagte Center Logan Couture. "Wir sind in der Offensive ausgetrocknet. Sie haben hart gespielt, wir haben zu wenig Betrieb vor ihrem Torwart gemacht."

Aufgeben kam für San Jose dennoch nicht in Frage. Vor allem Logan Couture ging als Anführer auf dem Eis voran und setzte mit stolzen fünf Checks die meisten bei den Sharks (zusammen mit Barclay Goodrow). Auch der Schweizer Timo Meier wusste sich mit vier Hits zu wehren, hatte in der Top-Reihe neben Couture und Gustav Nyquist aber erneut einen schweren Stand. Besagte Formation wurde in der kompletten Serie von St. Louis' Verteidiger-Tandem Colton Parayko/ Jay Bouwmeester weitestgehend aus dem Spiel genommen.

Wie jedes andere NHL-Team auch, würden auch die Sharks das Verletzungspech niemals als Ausrede für das Scheitern im Western-Conference-Finale vorschieben. Der personelle Aderlass war im entscheidenden Spiel 6 allerdings ein entscheidender Faktor.

Das Verletzungspech wollten die Sharks also nicht als Ausrede für das Scheitern im Western-Conference-Finale vorschieben. Der personelle Aderlass war im entscheidenden Spiel 6 allerdings trotzdem ein entscheidender Faktor.

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