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Auch ohne Karlsson: Sharks hoffen weiter

San Jose siegt in Minnesota mit dem Mute der Verzweiflung, der Schweizer Meier dreht auf

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Freier Autor

Die San Jose Sharks erleben eine echte Horror-Saison: Sportlich droht nach der Hauptrunde das Aus, was umso bitterer ist, da die Sharks für den NHL Draft 2020 ihren Erstrunden-Pick eingetauscht haben. Hinzu kommt das Verletzungspech, denn aktuell fallen drei elementare Stammspieler aus. Die Nord-Kalifornier aber machen aus der Not eine Tugend. Sie gewannen vier der letzten fünf Spiele (4-1-0). Trotz aller Widerstände haben sie noch nicht aufgegeben und mit dem Schweizer Timo Meier einen Vorkämpfer.

Das Verletzungspech hält an

Seit dem Jahreswechsel jagt in San Jose eine schlechte Nachricht die nächste: Erst fiel Kapitän Logan Couture am 6. Januar mit einem Knöchelbruch aus. Nach der All-Star-Pause erwischte es mit Tomas Hertl den nächsten Mittelstürmer. Er riss sich das vordere Kreuzband- und das Innenband im Knie. Somit brachen den Sharks ihre beiden Top-Center weg, die in der Vorsaison die beiden besten Stürmer waren (Hertl 35-39-74, Couture 27-43-70).

Am Samstag folgte der nächste herbe Nackenschlag: Verteidiger Erik Karlsson zog sich einen Daumenbruch zu und wird ebenfalls für den Rest der Saison ausfallen. Der Schwede war eine der Triebfedern im Offensivspiel der Sharks sowie der aktuelle Top-Scorer (6-34-40). Viele sehen darin den endgültigen Knockout für das Team aus der Bay Area.

Sharks geben nicht auf - Jones feiert ersten Saison-Shutout

Doch aufgeben gibt es nicht in San Jose - die Mannschaft stemmt sich vielmehr mit einer "Jetzt erst recht"-Einstellung gegen alle Widrigkeiten und war damit jüngst erfolgreich: Zuletzt gelangen Siege in "Back-to-back"-Spielen bei den Winnipeg Jets am Freitag (3:2) und den Minnesota Wild am Samstag (2:0).

Video: SJS@MIN: Jones führt Sharks mit 39 Saves zum Sieg

"Du musst die Spieler loben. Wie sie mit der Verletzungssituation umgehen, hat viel mit Widerstandsfähigkeit zu tun", so Sharks-Interimstrainer Bob Boughner. "Die letzten Tage waren stark. Wir haben bei zwei Mannschaften gespielt, die um die Playoffs kämpfen."

Und gewonnen! Beim 2:0 in Saint Paul gelang Martin Jones sogar sein erster Saison-Shutout. Er hatte seinen Stammplatz nach schlechten Leistungen an Aaron Dell verloren und kam im zweiten Spiel innerhalb von zwei Tagen nur deshalb zum Einsatz, um die neue Nummer eins zu entlasten. Dabei stoppte Jones alle 39 auf sein Tor abgefeuerten Schüsse. Folgerichtig wurde er zum Spieler des Spiels gewählt. Es war sein erster Sieg im Kalenderjahr 2020 (zuletzt am 28. Dezember 2019 beim 6:1 gegen die Philadelphia Flyers). "Obwohl wir 39 Schüsse zugelassen haben, haben wir gut verteidigt", meinte Boughner. "Die Jungs wollten für Jones spielen und er hat das gehalten, was er musste."

Eine Chance für AHL-Talente

Vorne sorgten - wohlgemerkt auch noch ohne den gesperrten Evander Kane - Dylan Gambrell (44.) und Melker Karlsson (60., Empty Net) für die Tore im dritten Drittel. Zwei Spieler, die aufgrund der Ausfälle nun tragende Rollen einnehmen müssen. Das gilt auch für Routiniers wie Joe Thornton (40), der plötzlich wieder Nummer-1-Center ist, Patrick Marleau (40), der sich als Flügelstürmer in einer Top-6-Rolle wiederfindet, sowie für Barclay Goodrow (26) und Stefan Noesen (27), die bislang eher Bottom-6-Rollen bekleidet hatten.

Auch ist das Verletzungspech eine Chance für junge Talente aus der AHL, um sich zu beweisen: Die Stürmer Joel Kellman (25), Alexander True (22), Antti Suomela (25), Noah Gregor (21) und Maxim Letunov (23) dürfen auf mehr Einsätze in der NHL hoffen. Das Gleiche gilt für die Verteidiger Tim Heed (29) und Jacob Middleton (24).

In den verbleibenden Spielen könnte San Jose immer wieder Spielern vom Farmteam Barracuda die Chance einräumen, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Dazu zählen sicher auch der Deutsche Lean Bergmann (21) oder Talente wie Joachim Blichfeld (21), Danil Yurtaikin (22), Ivan Chekhovich (21) oder Jayden Halbgewachs (22). 

Meier hält den Funken Hoffnung am Leben

In der Spitze müssen es wiederum Spieler wie Timo Meier richten. Der Schweizer hatte vor Kurzem im Gespräch mit NHL.com/de angekündigt, Vollgas geben zu wollen und hielt Wort: In seinen letzten fünf Partien sammelte der 23-jährige Stürmer sechs Scorerpunkte (3-3-6).

Video: SJS@WPG: Meier nutzt Nachschuss zur Sharks-Führung

Er ist damit auch ein Grund dafür, dass die Playoff-Hoffnungen in Kalifornien noch am Leben gehalten werden. Satte zehn Punkte beträgt der Rückstand allerdings schon auf den letzten Wildcard-Rang in der Western Conference. Diesen belegen die Arizona Coyotes, die aber drei Spiel mehr absolviert haben. Eine Aufholjagd ist mathematisch zwar möglich, erscheint angesichts der Verletzungsmisere aber als unrealistisch.

Die Sharks wollen jedoch bis zum Schluss kämpfen. "In Winnipeg und Minnesota zu gewinnen, war wichtig. Ich denke, die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, spricht für uns und unseren Spielstil. So müssen wir weitermachen. Wir müssen zwar noch viel verbessern, aber die Punkte nehmen wir gerne mit", sagte Marleau und erhielt Zustimmung vom 17 Jahre jüngeren Sturmkollegen Gambrell: "Wir machen das, was wir tun müssen. Wir rücken enger zusammen, arbeiten füreinander und unterstützen uns auf dem Eis."

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