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Blick der Canucks geht in die Zukunft

31 in 31: Kommende Saison wird es in Vancouver noch kein Playoff-Eishockey zu sehen geben, doch die Zukunft erscheint rosig

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Vancouver Canucks

Siebter Platz in der Pacific Division mit einer Bilanz von 31-40-11, Vorletzter von 15 Teams in der Western Conference, das fünftschlechteste Torverhältnis ligaweit mit -46, die Vancouver Canucks blicken alles andere als auf eine erfolgreiche Saison 2017/18 zurück. Von der sich im Umbau befindlichen Organisation hatten nur die kühnsten Optimisten erwartet, dass sie sich für die Stanley Cup Playoffs 2018 qualifizieren würde, doch Vertrauen in die Konkurrenzfähigkeit des Teams war schon vorhanden. 22 Punkte Rückstand im Endklassement auf einen Playoff-Platz sorgten in Vancouver deshalb für Ernüchterung.

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Es fehlen die großen Namen im Kader

Am 26. Juli erklärte Trevor Linden, President of Hockey Operations bei den Canucks, seinen Rücktritt und schrieb in einem offenen Brief, dass er die Hoffnung der Fans spüre und genau wisse, dass die Zukunft für die Canucks sehr rosig sei.

Der 48-jährige Sportdirektor dürfte nicht einmal so falsch liegen, sofern man nicht bereits im kommenden Jahr einen Leistungssprung erwartet, der das Team auf einen Playoff-Platz katapultiert, sondern der Mannschaft weitere zwei, drei Jahre zu Weiterentwicklung gönnt.

Nach dem Karriereende von Daniel und Henrik Sedin gibt es nicht mehr die großen Namen im Kader der Westkanadier. Ihr bester Scorer belegte mit 55 Punkten (29 Tore, 26 Assists) ligaweit den 90. Platz - es war bezeichnenderweise mit Rechtsaußen Brock Boeser ein Rookie.

Video: Sedins im Blickpunkt beim Heimabschied

Mit den Centern Jay Beagle vom Stanley-Cup-Champion Washington Capitals und Tim Schaller von den Boston Bruins sowie mit Linksaußen Antoine Roussel von den Dallas Stars holten die Canucks drei erfahrene NHL-Cracks in den Kader, die nicht gerade als große Punktelieferanten bekannt sind.

General Manager Jim Benning erklärte, welche Absicht hinter den Neuverpflichtungen steckt: "Wir haben richtig gute, junge, geschickte Spieler gedraftet und wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, dass sie ihr Können zeigen. Aus diesem Grund holten wir Spieler dazu, von denen wir annehmen, dass sie unsere Talente dabei unterstützen, den Weg in den Kader zu finden. Außerdem ist es eines unserer Ziele, den Gegnern das Leben so schwer wie möglich zu machen."

Keine Veränderungen in der Abwehr

Dass die Canucks mit einer unveränderten Defensivabteilung in die kommende Saison gehen, verwundert etwas, da es ihre zehn eingesetzten Verteidiger zusammen auf gerade einmal 21 Treffer brachten und sie damit nur vier mehr erzielten als vergangene Saison ein Ivan Provorev von den Philadelphia Flyers oder ein Dougie Hamilton von den Calgary Flames alleine. Vancouvers punktbester Verteidiger war Alexander Edler mit sechs Toren und 28 Assists in 70 Partien.

Auf der Torhüterposition setzen die Canucks auf ihr Schweden-Duo Jacob Markstrom (91,2 Prozent Fangquote; 2,71 GAA) und Anders Nilsson (90,1 Prozent; 3,44 GAA), wobei Erstgenannter vermutlich wieder die Rolle als Nummer 1 im Tor einnehmen wird.

Am Torgestänge rütteln und seinen Anspruch auf Einsätze anmelden könnte Thatcher Demko, den die Canucks beim NHL Draft 2014 in der zweiten Runde an insgesamt 36. Stelle ausgewählt haben und der in der vergangenen Spielzeit einen guten Eindruck bei den Utica Comets in der AHL hinterließ (92,2 Prozent; 2,44 GAA).

Video: OTT@VAN: Markstrom stoppt Burrows, hält den Puck fest

Perspektivspieler en masse

Der 22-jährige US-amerikanische Schlussmann ist nur einer von einer Handvoll vielversprechender Prospects innerhalb der Organisation, von denen zu erwarten ist, dass sie früher oder später den Sprung in den NHL-Kader schaffen.

Im Sturm wären dies Hobey-Baker-Gewinner Adam Gaudette, 21, der bereits letzte Saison zu fünf Einsätzen in der NHL kam, Elias Pettersson, 19, der zum schwedischen Spieler des Jahres gekürt wurde, der 21-jährige Finne Petrus Palmu, dem in der finnischen Liiga für TPS 36 Scorerpunkte in 59 Partien gelangen, Jonathan Dahlen und der Tscheche Lukas Jasek, der es 2017/18 in seinen ersten sechs AHL-Spielen bei den Comets auf drei Tore und vier Assists brachte.

Als aussichtsreiche Nachwuchs-Verteidiger gelten allen voran Vancouvers Erstrunden-Draft-Picks Olli Juolevi (2016: Nr.5) und Quintin Hughes (2018: Nr. 7).

Fragezeichen hinter den Special Teams

Eine der wenigen Stärken der Canucks in der vergangenen Saison war das Spiel bei numerischer Überlegenheit. Mit ihrer Powerplayquote von 21,4 Prozent belegten sie zusammen mit den New Jersey Devils und Vegas Golden Knights den neunten Rang. Kommende Saison werden den Canucks mit den Sedin-Brüdern jedoch zwei ihrer drei erfolgreichsten Powerplay-Spieler fehlen, so dass auch ein Sven Baertschi, der 25-jährige Schweizer verlängerte am 1. Juli seinen Vertrag um weitere drei Jahre, in den Special Teams mehr gefragt sein wird.

Eine weitere Übergangs-Saison wartet auf die Fans

Vancouvers Kader ist noch nicht so weit, um bereits 2018/19 um die Vergabe der Playoff-Plätze in der Western Conference mitzuspielen und die Anhänger werden sich wohl noch etwas in Geduld üben müssen, bevor ihre Canucks wieder im oberen Tabellendrittel der Liga zu finden sind.

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