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In New Jersey ist wieder fast alles möglich

31 in 31: Die Devils könnten auch in der kommenden Saison ein Wörtchen um die Playoffs mitreden

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: New Jersey Devils

Wenn sich ein Team, nur ein Jahr nachdem es seine Conference als Tabellenletzter abgeschlossen hat, für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert, dann ist es durchaus berechtigt eine solche Leistungssteigerung als famos zu bezeichnen. Den New Jersey Devils ist dieses Bravourstück grandios gelungen.

Als Fünftplatzierter in der Metropolitan Division sicherten sie sich mit einer Bilanz von 44-29-9 und 97 Punkten die zweite Wildcard, die sie zur Teilnahme an den Playoffs berechtigte. Dass ihr Vorsprung im Endklassement gegenüber den Florida Panthers lediglich einen Zähler betrug, schmälert keineswegs die erbrachte Leistung. Nur drei Punkte trennte die Devils von Rang zwei in ihrer Division und wer weiß welchen Verlauf die Postseason genommen hätte, wären die Devils nicht gleich in der ersten Runde auf die Tampa Bay Lightning, dem Topteam aus der Atlantic Division getroffen?

 

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Das Wunder von 'Brick City' fand ein schnelles Ende: Nach fünf Aufeinandertreffen, von denen sie vier verloren, war ihr jüngstes Playoff-Abenteuer beendet. Dem Star-Ensemble aus dem Westen Floridas waren die Devils noch nicht gewachsen.

New Jerseys Erfolg in der abgelaufenen Spielzeit trug vor allem einen Namen - jenen von Taylor Hall. Der 26-jährige Linksaußen lieferte die beste Saison seiner Karriere ab. Mit 93 Scorerpunkten (39 Tore, 54 Assists) stellte Hall eine persönliche Bestleistung auf, überbot seine Punktausbeute aus dem Jahr zuvor um 40 Zähler, belegte ligaweit unter den Scorern den sechsten Platz und wurde im Anschluss der Saison mit der Hart Trophy als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

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Und wer überzeugte außer Hall noch? Mit Nico Hischier war es ein 19-jähriger Rookie aus der Schweiz, der die Fans der Devils verzückte und sich den Platz auf der Center-Position in der ersten Reihe verdiente. Hischier brachte es in seinem ersten NHL-Jahr als zweitbester Punktelieferant auf 52 Zähler (20 Tore, 32 Assists). Hinter dem 19-Jährigen folgten Rechtsaußen Kyle Palmieri (24 Tore, 20 Assists) sowie die linken Flügelstürmer Jesper Bratt (13 Tore, 22 Assists) und Miles Wood (19 Tore, 13 Assists). Berücksichtigt man, dass außer Hischier kein Spieler im Kader der Devils alle 82 Saisonpartien bestritt und ein Marcus Johansson, der im Sommer 2017 von den Washington Capitals nach Newark kam, gar nur an 28 Spiele teilhaben konnte (fünf Tore, neun Assists) haben die Devils in der Offensive noch einiges an Luft nach oben.

In der Defensivabteilung verfügt New Jersey mit Andy Greene und Sami Vatanen über ein starkes Verteidiger-Paar in der ersten Reihe sowie mit Will Butcher und dem Eidgenossen Mirco Mueller über zwei 23-jährige Blueliner von denen in der kommenden Saison noch einiges zu erwarten ist. Sie sollen auch den Weggang von John Moore zu den Boston Bruins vergessen machen.

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Auf der Torhüterposition bauen die Devils auf Cory Schneider. Die von Verletzungssorgen geplagte Stammkraft im Kasten der Devils blickt auf eine für ihn enttäuschende Spielzeit zurück. Mit einem Gegentrefferschnitt von 2,93 und einer Fangquote von 90,7 Prozent in 40 Partien lieferte der 32-Jährige seine schlechteste Saison der letzten acht Jahre ab.

Cheftrainer John Hynes stellte gegenüber NHL.com klar, wie wichtig Schneider für den Erfolg seines Teams ist: "Er wurde operiert. Sich nicht nur körperlich, sondern auch mental wieder ins Spiel zu bringen, ist für ihn vordringlich. Wir brauchen ihn als Torwart, der uns die Chance erhält jeden Abend zu gewinnen und wir wissen, dass er hierzu in der Lage ist."

In der Saison 2017/18 standen vier Rookies durchgehend im Kader der Devils. Hischier, Bratt, Butcher (fünf Tore, 39 Assists) und Center Blake Coleman (13 Tore, zwölf Assists) erzielten in der Summe 51 Treffer und gaben 105 Torvorlagen. Diese Punktausbeute der NHL-Neulinge kann sich durchaus sehen lassen. Wer steht in der folgenden Saison von ihren Prospects in den Startlöchern?

Center John Quenneville, 22, durfte vergangene Spielzeit in zwei Partien zum ersten Mal NHL-Luft schnuppern und könnte nun ebenso den nächsten Schritt machen, wie Center Michael McLeod, 20, oder der 21-jährige Center Blake Speers, der 2016/17 schon dreimal im Kader der Devils stand.

 

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Starke Bullyspieler täten den Devils gut zu Gesicht stehen. Mit einer Quote von 47,0 Prozent gewonnener Anspiele belegten sie ligaweit den vorletzten Platz. Durchaus positiv können sie auf ihre Special Teams blicken. Sowohl beim Powerplay (21,4 Prozent, Platz 9), wie auch im Penalty Killing (81,8 Prozent, Platz 7) lagen sie unter den besten zehn Mannschaften der Liga.

Aufgrund der Leistungsdichte in der Metropolitan Division ist für die Devils von Rang zwei bis Rang sieben alles möglich. Die Playoffs werden sie erreichen, wenn Spieler aus allen Mannschaftsteilen noch eine Schippe drauflegen.

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