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L.A.: Mit viel Erfahrung zurück an die Ligaspitze

31 in 31: Die Los Angeles Kings setzen auch in der Zukunft auf einen sehr routinierten Kader

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Los Angeles Kings

Das Ende der Spielzeit 2017/18 war für die Los Angeles Kings sportlich arg enttäuschend. Nachdem sich das Franchise nach dem überraschenden kompletten Verpassen der Stanley Cup Playoffs 2017 mit 98 Saisonpunkten diesmal wieder für die KO-Phase in der NHL qualifiziert hatte, per Wild Card in die Runde der besten 16 Teams der Liga einzog, folgte der bittere Sweep (0:4) gegen die Vegas Golden Knights.

Zu wenig Ertrag für ein Team, das in den Jahren 2012 und 2014 noch den Stanley Cup gewinnen konnte und auch zuletzt stets zu den Mitfavoriten auf den Gewinn der Meisterschaft zählte.

Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen den Sommer dazu nutzen wollten, ihre Siegchancen für die kommenden Playoffs zu steigern. General Manager Rob Blake und Kollegen entschieden sich dafür, den Kern des Teams zusammen zu halten. Statt eines umfangreichen Neuaufbaus vertraut man in der Filmmetropole auf die vorhandenen Kräfte, will diese in Zukunft mithilfe punktueller Verstärkungen wieder an die Ligaspitze stürmen sehen.

Video: LAK@COL: Kopitar schießt zum ersten Mal vier Tore

Anzeichen, dass dies durchaus gelingen kann, lieferte die Mannschaft bis zum Ende der Hauptrunde im vergangenen April schon reichlich. So lieferten etliche erfahrene Akteure eine überdurchschnittliche Runde ab. Anze Kopitar war es beispielsweise, der mit insgesamt 92 Punkten (35 Tore, 57 Assists) aus 82 Spielen zum zehnten Mal in den letzten elf Jahren die Kings in Sachen Scoring anführte. Eine Leistung, die mit dem Selke Award und Rang drei im Rennen um die Hart Trophy honoriert wurde. Kopitar verbuchte stolze 40 Punkte mehr als ein Jahr zuvor.

Immerhin 31 Zähler dahinter folgte teamintern Dustin Brown, der ehemalige Kapitän der Truppe. Doch auch Brown vermochte die Kritiker mit seinen Leistungen zuletzt wieder deutlich mehr zufrieden zu stellen als im Jahr zuvor. Zudem überzeugte Torhüter Jonathan Quick abermals, nachdem er die von Verletzungen geplagte Runde im vorigen Anlauf vergessen machen konnte.

Video: LAK@TOR: Quick fängt Nylanders Direktabnahme

Überhaupt waren die Verantwortlichen mit den ersten Ergebnissen des Trainerwechsels - weg vom ehemaligen Erfolgstrainer Darryl Sutter hin zum deutlich jüngeren John Stevens im April 2017 - zunächst sehr zufrieden.

In Stevens' erster Saison gelangen den Kings wieder mehr Tore als zuvor unter Sutter, ohne dabei wieder mehr Gegentore einstecken zu müssen. In Sachen Gegentore rangierten die Kings mit deren 202 sogar auf dem Spitzenplatz in der Liga. Die erzielten 237 waren sogar der Bestwert seit der Saison 2005/06 (243) für die Filmstädter.

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Dass es dann in der ersten Runde der K.-o.-Phase in vier Begegnungen lediglich zu drei eigenen Treffern reichen sollte, kostete Los Angeles am Ende etwas plötzlich und unerwartet die Saison. Gegen den Liganeuling aus Nevada scheiterte L.A. mit einem Sweep.

Auf die Sache mit den fehlenden Toren in den Playoffs reagierten die Kings im Juni spektakulär. Die Verantwortlichen entschieden sich dafür, den inzwischen 35-jährigen Ilya Kovalchuk, der zuvor fünf Jahre in der russischen Eliteliga KHL verbrachte, nach Nordamerika zurückzuholen. Mit Hilfe seines unbestrittenen Torriechers und seiner großen Erfahrung will das Franchise im kommenden Frühjahr eine vergleichbar negative Überraschung unbedingt verhindern. Die Hoffnungen, dass dies gelingen kann, erscheinen durchaus berechtigt. Schließlich gelangen dem Russen in seinen bisherigen 816 NHL-Spielen stolze 816 Punkte (417 Tore, 399 Assists). Eine Ausbeute von genau einem Scorerpunkt pro Begegnung, das ist unbestritten ein sehr guter Wert.

Stellt sich nur die Frage, ob er ähnliche Werte auch nach einer NHL-Abwesenheit von fünf Spielzeiten noch wird auf die Beine stellen können. Seine 285 Zähler aus 262 Einsätzen für St. Petersburg deuten zwar darauf hin, ein direkter Vergleich verbietet sich jedoch.

Grundsätzlich wird in Los Angeles leidenschaftlich darüber diskutiert, wer neben den großen Top-Stars des Teams, rund um Drew Doughty, der seinen Vertrag im Juni um weitere acht Jahre verlängerte, Quick und Kovalchuk zukünftig die erforderlichen Punkte in der Breite des Kaders liefern kann.

Video: LAK@BOS: Toffoli zum Sieg in der letzten Sekunde

Sowohl Tyler Toffoli (24 Tore, 23 Assists), als auch Tanner Pearson (15 Tore) und Jeff Carter (22 Punkte) hatten dabei zuletzt ihre Probleme, kamen an ihre Statistiken aus dem Jahr zuvor nicht wieder heran. Damals gelangen Pearson beispielsweise noch 24 Treffer.  

Blake und seine Mitarbeiter erhoffen sich von ihnen insgeheim sicherlich eine baldmöglichste Rückkehr zu den alten Statistiken des Jahres 2014, als alleine dieses Trio in den Playoffs in der Runde gegen die Chicago Blackhawks 23 Punkte (11 Tore und 12 Assists) zum Teamerfolg beisteuern konnten. Werte, die sie seither nicht wieder ansatzweise zu erreichen vermochten.

An jungen Talenten mangelt es im Kader der Kalifornier, trotz der vielen routinierten Spieler grundsätzlich ebenfalls nicht. Hier stehen vor allem die Stürmer Adrian Kempe und Alex Iafallo, sowie die Verteidiger Derek Forbort und Paul LaDue weiterhin im Fokus einer breiten Öffentlichkeit.

Der 21-jährige Kempe bestach in der abgelaufenen Spielzeit durch 16 Tore in 52 Spielen, bevor er gegen Ende der Saison in eine sportliche Krise geriet, nach dem 7. Februar ohne eigenen Treffer blieb. Die Flaute hielt auch in den Playoffs an.

Iafallo überzeugte mit 25 Punkten in 75 Spielen, Forbort gelang ein Plus-Minus-Wert von +18, während LaDue vor einer möglichen Saison des sportlichen Durchbruchs stehen dürfte. Alle vier werden mit ihren individuellen Leistungen ab Oktober mit Sicherheit ebenfalls ein mitentscheidender Faktor für den zukünftigen Erfolg der Kings sein.  

Wenn es dem Team gelingt, seine Abwehr zu stabilisieren und die Offensive mit Hilfe von Kovalchuk anzukurbeln, dann sollte einer sportlich wieder erfolgreicheren Runde nichts entgegenstehen. Los Angeles wird die Playoffs erreichen.

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