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Carolina hofft auf ein Wunder

31 in 31: Hurricanes müssen sich in allen Bereichen verbessern, wenn sie zurück in die Playoffs wollen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Carolina Hurricanes.

Als sechstplatziertes Team der Metropolitan Division verpassten die Carolina Hurricanes im April 2018 bereits zum neunten Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs. Im großen Bestreben das jüngste 14-Punkte-Loch zu den Rängen, die für eine KO-Runden-Teilnahme berechtigen würden, möglichst rasch wieder zu schließen, haben die Verantwortlichen in diesem Sommer viele Veränderungen vorgenommen. Zudem wurde mit Rod Brind'Amour ein neuer Chefcoach ins Amt berufen.

Aktuell ist nicht abschließend abzusehen, ob es nicht noch weitere prominente Zu- oder Abgänge geben wird. Spekulationen ranken sich in Carolina derzeit beispielsweise um die Zukunft von Verteidiger Justin Faulk.

Grundsätzlich stellt sich beim Blick auf den Kader die wichtige Frage, wer zukünftig die erforderlichen Tore schießen soll. Bereits in den vergangenen fünf Jahren schloss das Team jeweils unter den zehn Teams mit der geringsten Torausbeute der gesamten Liga ab. Anfang August wurde auch noch Jeff Skinner, einer der besten Torschützen der Mannschaft (24 Saisontore in 2017/18) an die Buffalo Sabres abgegeben, ohne bisher einen entsprechenden Ersatz vorweisen zu können.

Video: CAR@PIT: Teravainen vollendet Tic-tac-toe

Natürlich hat Carolina mit Teuvo Teravainen, Victor Rask und Sebastian Aho durchaus große Talente in den eigenen Reihen vorzuweisen, doch ob das letztendlich wirklich ausreicht, diese Lücke nahtlos zu schließen? Auf die Veteranen Jordan Staal und Justin Williams wird sehr viel Arbeit zukommen, wenn im Oktober die neue Saison in der NHL eröffnet werden wird.

Viele Blicke dürften sich somit bereits sehr früh auf die hoch eingeschätzten Nachwuchskräfte rund um Andrei Svechnikov, den Nr. 2 Pick im NHL Draft 2018, richten. Neben dem jüngsten Hoffnungsträger steht ebenso Valentin Zykov (23 Jahre), der zuletzt in der AHL mit 33 Toren in 63 Begegnungen durchaus zu überzeugen vermochte, im Fokus. Dieser konnte selbst auf der ganz großen Bühne in der NHL mit sieben Zählern in seinen ersten zehn Spielen auf sich aufmerksam machen.

Viel wird außerdem davon abhängen, was die Zukunft konkret für Defensivspieler Faulk bereithält. Sein Name wird seit Wochen in Spekulationen rund um einen möglichen Trade genannt. Intensiviert haben sich diese, nachdem mit der Verpflichtung von Dougie Hamilton und Calvin De Haan die Abwehr auf dem Papier deutlich verstärkt wurde. Ist damit bereits der mögliche Abgang von Faulk vorbereitet worden?

 

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Den zu erwarteten Gegenwert eines Trades mit seiner Beteiligung könnten die Canes in ihren derzeit unverändert als unterdurchschnittlich eingestuften Sturm investieren. Sollte sich das Gerücht eines Wechsels des Abwehrspielers in Kürze bewahrheiten, könnte das von entscheidender Bedeutung für die Erfolgsaussichten der Mannschaft in der folgenden Saison sein.

Alternativ könnten die Hurricanes langfristig auf die Dienste von Faulk setzen, rund um ihn als Schlüsselspieler (und damit eine deutlich stabilere Abwehr als im Vorjahr, die zudem noch ein großes Entwicklungspotenzial verspricht) ein neues, erfolgreicheres Team aufzubauen versuchen. Es handelt sich daher um eine Grundsatzentscheidung mit entsprechender Tragweite.

Carolina befindet sich aktuell insgesamt auf einem guten Weg die neunjährige Phase ohne Playoff-Teilnahme schon mittelfristig wieder zu beenden. Doch ob es bereits in naher Zukunft zu einer Rückkehr in die KO-Phase reichen wird ist eher fraglich.

Video: CBJ@CAR: Darling stoppt den Versuch von Hannikainen

Lösungen auf der in der Vorsaison eher schwach besetzten Torhüterposition sind von Nöten. Scott Darling war nach seiner Verpflichtung von den Chicago Blackhawks im Frühjahr des Vorjahres häufig nicht in der Lage, den Ansprüchen eines Nr. 1-Torhüters in der NHL gerecht zu werden.

Nach dem jüngsten Abgang von Cam Ward zu den Blackhawks wird Petr Mrazek gemeinsam mit Darling das Torhüterduo der Canes in der neuen Saison bilden. Es bleiben Zweifel, ob das letztendlich wirklich eine Verbesserung ergeben wird.

Darling gab sich im Hinblick auf die neue Saison jedoch sehr optimistisch: "Ich bin angetan von unserem neuen Kader. Es tut immer weh, wenn vertraute Gesichter das Team verlassen. Doch es kommen auf der anderen Seite immer frische, neue Spieler hinzu. Egal ob Hamilton, de Haan oder Micheal Ferland, diese Spieler sind talentiert und dürften uns bereichern. Auch, dass wir den Nummer 2-Pick im NHL-Draft hatten, wird uns rasch helfen. Ich freue mich auch darüber, dass Rod nun als Coach in der Verantwortung steht. Auch auf Mrazek freue ich mich. Wir wollen beide beweisen, dass wir es deutlich besser können als wir es zuletzt gezeigt haben. Daher bin ich insgesamt recht optimistisch, wenn ich an die neue Saison denke."

 

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Die Verteidigung der Hurricanes ist mit Hamilton und de Haan eindeutig stärker besetzt. Svechnikov und Zykov haben zweifelsohne sehr viel Potenzial, müssen ihre Klasse in der Liga aber erst noch beweisen.

Carolina hat ungeachtet aller Wechsel des bisherigen Sommers einen aufregenden, sehr jungen Kader. Reichen die Veränderungen aus, um die neunjährige Flaute beim Kampf um die Stanley Cup Playoffs zu beenden? Unmöglich erscheint das Vorhaben nicht.

Brind'Amour zeigte sich von der Mannschaft und der Aufgabe regelrecht begeistert und sehr enthusiastisch. Das kann helfen das Team direkt zum Saisonstart in einen Lauf zu bringen, den die jungen Talente dann bis in die Playoffs fortsetzen könnten. Doch sehr wahrscheinlich erscheint das Unterfangen bei realistischer Betrachtung wohl nicht. Zumal in einer Division die die drei letzten Stanley Cup Champions und im Vorjahr beide Wild Card-Teams in der Eastern Conference stellte.

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