Skip to main content

Sabres wollen raus aus dem Tabellenkeller

31 in 31: Viel Aktivität auf dem Spielermarkt im Sommer soll endlich den gewünschten Erfolg bringen

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Buffalo Sabres

Seit der Wahl von Sam Reinhart und Jack Eichel, jeweils an insgesamt zweiter Position beim NHL Draft 2014 und 2015, wurde erwartet, dass es mit den Buffalo Sabres endlich bergauf gehen würde und sie an ihre Erfolge aus der Vergangenheit anknüpfen könnten. In der Saison 2006/07 gewannen sie die Presidents' Trophy und dreimal zuvor in den Jahren 1975, 1980 und 1999 zogen sie als Eastern Conference Champion sogar in das Stanley Cup Finale ein.

Die Realität sieht jedoch im Sommer 2018 anders aus. Sieben Jahre in Folge verpassten sie die Qualifikation zu den Stanley Cup Playoffs. Auf die rote Laterne in der Atlantic Division haben die Sabres mittlerweile ein Abonnement, denn seit der Saison 2013/14 waren sie nur 2015/16 nicht Tabellenletzter, rangierten aber auch nur auf dem siebten Platz. 2017/18 belegten sie ligaweit, zum dritten Mal in den letzten fünf Jahren, den letzten Rang.

 

[Ähnliches: Skinner von Canes zu Sabres getradet]

 

Doch nun soll alles besser werden. Rasmus Dahlin und Casey Mittelstadt sowie ein ereignisreicher Sommer hauchten den Sabres einen neuen Optimismus ein. Verteidiger Dahlin wurde beim NHL Draft 2018 an insgesamt erster Stelle ausgewählt und gilt als großes Talent für eine Karriere als Starverteidiger in der NHL, wozu er bereits in der kommenden Saison den ersten Schritt machen kann. Mittelstadt, Buffalos achter Zug beim NHL Draft 2017, könnte als Ersatz des zu den St. Louis Blues getradeten Ryan O'Reilly Center in der zweiten Reihe spielen.

Die zwei Rookies und die neu verpflichteten Stürmer Jeff Skinner, Conor Sheary, Patrik Berglund und Vladimir Sobotka könnten den Bock für die Sabres umstoßen, doch der Schritt zu ihrer ersten Playoffteilnahme seit der Saison 2010/11 ist ein großer. Nach gewonnenen 62 Punkten in der abgelaufenen Spielzeit wäre eine Steigerung um ca. 50 Prozent notwendig. Kein Ding der Unmöglichkeit, wie die Colorado Avalanche (95 Punkte in 2017/18 nach 48 in 2016/17) zuletzt verdeutlichten, doch eben auch kein Selbstläufer.

"Das Wichtigste ist der junge Kern und die Gruppe an Spielern, die sie haben", verdeutlichte Skinner, der am 2. August in einem Tauschgeschäft mit den Carolina Hurricanes verpflichtet wurde. "Es sind viele gute Spieler und ich bin erfreut zu ihnen zu stoßen und ein Teil des Puzzles zu sein."

Video: NJD@CAR: Skinner erzielt sein 200. NHL-Tor

Es stellt sich die Frage, ob die Erwartungen an die Sabres, dass sie bereits in diesem Jahr in der Lage sind zu überzeugen, nicht zu hoch sind. Dementsprechend drückt auch General Manager Jason Botterill auf die Euphoriebremse. "Unser größter Fokus liegt derzeit darauf, dass sich Dahlin mit dem nordamerikanischen Spiel zurechtfindet. Deswegen wird er früher hier rüberkommen und so viele Vorbereitungsspiele wie möglich bestreiten, um für die NHL bereit zu sein."

Doch nicht nur die Defensive wird gefordert sein, sondern die Offensive muss deutlich mehr Tore erzielen, als die im Durchschnitt 184 in den vergangenen fünf Jahren und die 199 Treffer zuletzt. "Wenn man sich ansieht wie viele Tore bei ausgeglichener Mannschaftsstärke wir die letzten Jahre in Buffalo erzielt haben, wissen wir wo wir anzusetzen haben", erklärte Botterill die Verpflichtung von Skinner. "Eine seiner Stärken ist, dass er ein konstanter Torschütze ist und wir müssen mehr schießen."

In den letzten drei Spielzeiten lagen die Sabres mit ihrer Trefferquote bei ausgeglichener Mannschaftsstärke (6,4 %) und insgesamt (8,0 %) auf dem letzten Platz. Auch im Shootout, bei dem wertvolle Punkte vergeben werden, führten nur 20 Prozent ihrer Versuche zum Erfolg. Sheary (13,8 %), Berglund (12,5 %) und Skinner (10,7 %) sind in ihren NHL-Karrieren wesentlich effektivere Schützen als alle anderen im Sabres-Kader.

Die vier neuen Stürmer, zusammen mit den etablierten Eichel, Kyle Okposo, Reinhart, Zemgus Girgensons und Jason Pominville sollten etwas den Druck und die Erwartungen von Mittelstadts Schultern nehmen, genauso wie Marco Scandella, Zach Bogosian und der mögliche Verteidigungspartner Rasmus Ristolainen von Dahlin.

Video: CAR@BUF: Eichel erzielt seinen ersten NHL-Hattrick

"Wir müssen sie auch schützen, damit sie sich entwickeln können und nicht überfordert werden", macht Botterill klar. "Das ist etwas, was unsere erfahrenen Spieler übernehmen müssen."

Viel erwarten sie sich in Buffalo auch von ihrer neuen Nummer 1 Carter Hutton, der bisher als Backup eine sehr gute Figur machte und in der vergangenen Saison hinter Jake Allen in St. Louis eine Fangquote von 93,1 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,09 erreichte.

"Wir sind sehr beeindruckt von Carters Arbeitseinstellung und seine Konstanz als Torhüter", lobte ihn Botterill. "Nicht nur letztes Jahr, sondern schon über mehrere Jahre. Wir sind überzeugt, dass er bereit ist und die Chance ergreifen wird."

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Für den 32-jährigen Torhüter haben die Sabres ihr bisheriges Duo, Robin Lehner (zu den New York Islanders) und Chad Johnson (zu den Blues) ziehen lassen. Hutton muss jedoch erst noch den Beweis antreten, dass er seine Werte auch als Stammkraft mit mehr Einsätzen und stärkerer Belastung bestätigen kann.

Die Sabres haben sicher Potenzial und einige gute Schritte vorgenommen, um in Zukunft wettbewerbsfähiger zu sein. Kurzfristiger Erfolg könnte sich dann einstellen, wenn nahezu alles perfekt läuft.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.