Skip to main content

Saisonvorschau Atlantic Division

von Bernd Roesch / NHL.com

(2014-15: 41 Siege - 27 Niederlagen - 14 OT/SO Niederlagen, 5. Atlantic)

Ein Saisonabschluss ohne Playoffs, so wie im vergangenen Jahr geschehen, ist für die Franchise der Bruins nicht akzeptabel. Dementsprechend musste General Manager Peter Chiarelli seinen Hut ziehen. Don Sweeney übernahm das Amt und entschied sich dazu an dem langjährigen Cheftrainer der Bruins Claude Julien festzuhalten. Das größte Manko der Bruins war ihre mangelnde Torausbeute. Nur sieben Mannschaften schossen in der vergangenen Spielzeit weniger Tore als die Bruins. Mehr Qualität für die Offensive soll Neuzugang Matt Beleskey bringen. Dem 27-jährigen Linksaußen gelangen in 2014/15 22 Tore für die Anaheim Ducks. An die Los Angeles Kings abgegeben haben die Bruins Milan Lucic, der mit 18 Treffern und 44 Scorerpunkten eine eher durchwachsene Saison gespielt hat. Auch in der kommenden Spielzeit dürften die Bruins zu den defensivstärksten Teams des Ostens gehören. Aufgrund des enormen Pensums von 70 Saisonspielen konnte Schlussmann Tuukka Rask 2014/15 nicht an die Leistungen vom Vorjahr anknüpfen, sollte er aber kommende Spielzeit etwas mehr Entlastung durch seine Backups bekommen, dürfte er erneut ein Kandidat für die Vezina Trophy sein. Teamkapitän Zdeno Chara hält den Defensivverbund zusammen. Die ihn unterstützenden Kräfte sind vor allem Torey Krug, Adam McQuaid und selbstverständlich auch der deutsche Verteidiger Dennis Seidenberg. Er wird jedoch die ersten acht Saisonwochen aufgrund einer notwendig gewordenen Operation verpassen.

(2014-15: 23 Siege - 51 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 8. Atlantic)

Mit mageren 54 Punkten schlossen die Sabres die Saison 2014/15 als schlechteste Mannschaft der Liga ab. Seit über zwei Jahren arbeitet ihr Management daran ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie in der kommenden Saison zum ersten Mal die Früchte ihrer Arbeit genießen können. Bereits seit Anfang dieses Jahres basteln die Sabres kräftig an ihrem Kader. Vor allem in der Offensive haben sie sich verstärkt. Evander Kane, er kam im Februar von den Winnipeg Jets sowie die beiden Ex-Avalanche Linksaußen Jamie McGinn und Center Ryan O'Reilly sollen dafür sorgen, dass sie nicht erneut eine Spielzeit als Mannschaft abschließt, die die wenigsten Tore geschossen hat. Interessant dürfte es auch werden zu verfolgen, wie sich ihr an Nummer 2 gezogener Erstrundendraftpick Jack Eichel in seiner ersten NHL-Saison schlagen wird. Auf Buffalos Headcoach Dan Bylsma wartete und wartet noch eine Menge Arbeit. Es gilt aus den vielen Neuzugängen eine funktionierende Mannschaft zu formen. Bei den Sabres im Tor zu stehen war in den vergangenen Jahren keine dankbare Aufgabe. In der kommenden Saison nimmt diese Position der 24-jährige Robin Lehner ein, der im Juni von den Ottawa Senators nach Buffalo kam. Ihn vertreten wird Chad Johnson. Das beste Verteidigerpaar der Sabres werden Josh Gorges und Zach Bogosian bilden.

(2014-15: 43 Siege - 25 Niederlagen - 14 OT/SO Niederlagen, 3. Atlantic)

Jeff Blashill heißt der neue Coach der Red Wings, der das Team wieder zu alten großen Erfolgen führen soll. Detroits General Manager Ken Holland hegt keinerlei Bedenken, dass der 41-jährige Eishockeytrainer dieser Aufgabe gewachsen ist. Im Frühjahr waren die Detroit Red Wings in der ersten Playoffrunde am späteren Stanley Cup Finalisten aus Tampa Bay in sieben Spielen gescheitert. Detroits namhafteste Neuzugänge sind Verteidiger Mike Green und der zweifache Stanley Cup Champion Center Brad Richards. Green, 29, hatte es vergangene Saison bei den Capitals auf respektable 45 Scorerpunkte in 72 Spielen gebracht und Richards, 35, hat in den Playoffs gezeigt, dass er noch keineswegs zum alten Eisen gehört. Die Red Wings verfügen über eine gesunde Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Henrik Zetterberg und Pavel Datsyuk haben noch immer eine wichtige Führungsposition inne und dürften als Vorbild für das eine oder andere Nachwuchstalent gelten. Blashill kennt viele junge Spieler, wie Gustav Nyquist, Tomas Tatar und Tomas Jurco, aus seiner Zeit als Cheftrainer bei den Grand Rapids mit denen er 2013 sogar den Calder Cup gewinnen konnte. Auch Schlussmann Petr Mrazek, der versuchen wird Jimmy Howard den Posten als Nummer 1 im Tor streitig zu machen, stammt aus der AHL-Kaderschmiede der Red Wings, die in der Atlantic Division ein kräftiges Wörtchen bei der Vergabe der ersten Plätze in der Tabelle mitreden werden.

(2014-15: 38 Siege - 29 Niederlagen - 15 OT/SO Niederlagen, 6. Atlantic)

Am Saisonende 2014/15 fehlten den Florida Panthers gerade einmal acht Punkte zum Erreichen eines Playoffplatzes. Dass sich das Team aus dem sonnigen Süden in der Eastern Conference Tabelle vor den Flyers, Devils oder Blue Jackets platzieren würde dürften zum Saisonstart nur wenige erwartet haben. Gegenüber der vergangenen Spielzeit hat sich der Kader nur wenig verändert. Der unermüdliche Jaromir Jagr wird auch mit 43 Jahren weiterhin auf Tore- und Rekordjagd gehen. Es ist aber nicht der tschechische Superstar alleine, der das Management der Panthers von einem Playoffplatz träumen lässt. Aleksander Barkov und Jonathan Huberdeau dürften ebenso von Jagrs Erfahrung profitieren wie ein Brandon Pirri oder Vincent Trocheck. In der Defensive werden sich die Augen vor allem auf Aaron Ekblad richten. Der 19-jährige Gewinner der Calder Memorial Trophy 2015 geht in seine zweite NHL-Saison. Im vergangenen Jahr stellte er mit zwölf Toren als Rookie-Verteidiger eine Franchisebestmarke auf. Ein größeres Fragezeichen dürfte hinter der Torwartposition der Panthers stehen. Kann Roberto Luongo mit 37 Jahren noch an seine guten alten Leistungen anknüpfen? Kann ihm Backup Al Montoya den Rücken freihalten und für die Panthers Spiele gewinnen, wenn Luongo Auszeit zur Regeneration braucht?

(2014-15: 50 Siege - 22 Niederlagen - 10 OT/SO Niederlagen, 1. Atlantic)

Die Canadiens werden auch in der kommenden Saison zu den besten Adressen der Liga zählen, doch ob sie es erneut schaffen die Atlantic Division als Tabellenerster abzuschließen ist fraglich. Die Frankokanadier kassierten vergangene Spielzeit die wenigsten Gegentore in der Eastern Conference. Den Hauptverdienst daran trug ihr Hart Trophy Gewinner Carey Price. Der 28-jährige Schlussmann machte es ein ums andere Mal wett, wenn die Kollegen vorne im Sturm Ladehemmung zeigten. Auch das Überzahlspiel der Canadiens ließ zu wünschen übrig. Mit einer Powerplayeffektivität von 16,5 Prozent belegten sie nur den 23. Rang. Für Torgefahr sorgen soll Neuzugang Alexander Semin, der von den Hurricanes aus seinem Vertrag herausgekauft wurde nachdem ihm letzte Saison nur sechs Treffer geglückt waren. Montreals erste Sturmreihe werden Max Pacioretty, Tomas Plekanec und Brendan Gallagher bilden. Über jeden Zweifel an ihrer Qualität erhaben sind auch Montreals Topverteidiger P.K. Subban, Jeff Petry und Andrei Markov.

(2014-15: 43 Siege - 26 Niederlagen - 13 OT/SO Niederlagen, 4. Atlantic)

Durch einen schier unglaublichen Saisonendspurt ergatterten sich die Senators 2014/15 einen nicht mehr für möglich gehaltenen Playoffplatz. Es ist nicht zu erwarten, dass sie an dieser Serie von 24 Siegen in 31 Spielen erneut anknüpfen können. Ein guter Saisonstart wäre aber enorm wichtig um nicht schon vorzeitig die Playoffhoffnungen begraben zu müssen. Mit einem nur punktuell veränderten Kader starten die Senators in die neue Saison. Der Star der Mannschaft ist mit Erik Karlsson ein Verteidiger. Der 25-jährige Schwede war mit 66 Punkten ihr bester Scorer. Sollte Ottawas erfolgreichster Torschütze Mike Hoffmann (27 Tore) seine Torausbeute ebenso steigern können wie der 23-jährige Mark Stone (26 Tore) ist den Senators eine Überraschung zuzutrauen. Auch Mika Zibanejad und Kyle Turris brachten es schon in der vergangenen Saison auf 20 oder mehr Tore. Den Job im Tor werden sich Craig Anderson und Andrew Hammond teilen. Hammond sorgte ab Mitte Februar für Furore als er bei 23 Einsätzen nur ein Spiel in der regulären Spielzeit verlor.

(2014-15: 50 Siege - 24 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 2. Atlantic)

Tampas General Manager Steve Yzerman sah wenig Veranlassung den Kader der Lightning stark zu verändern. Immerhin erreichte das Team im Frühjahr das Stanley Cup Finale, in dem man sich den Blackhawks in sechs Spielen geschlagen geben musste. Die Lightning haben einen jungen Kader, nur zwei Spieler sind älter als 30 Jahre, und viele ihrer Spieler haben ihren Leistungszenit nicht erreicht, so dass sie noch über mehrere Jahre hinweg zu den heißesten Titelaspiranten gezählt werden können. Tampas Paradestück ist die Offensive. Fünf ihrer Stürmer, Tyler Johnson, Steven Stamkos, Nikita Kucherov, Ondrej Palat und Ryan Callahan brachten es letzte Saison auf 50 oder mehr Scorerpunkte. Eventuell kann sich auch noch ihr 20-jähriger Nachwuchsstürmer Jonathan Drouin ins Rampenlicht schießen. Das Potenzial dazu hat er auf jeden Fall. Mit Victor Hedman, Anton Stralman, Jason Garrison und Braydon Coburn haben die Lightning überdurchschnittlich gute Verteidiger im Team. Die klare Nummer 1 im Tor der Lightning ist Ben Bishop. Auf ihn dürfte gerade in den ersten zwei Monaten der Saison viel Arbeit zukommen, da sein junger Backup Andrei Vasilevskiy verletzungsbedingt ausfallen wird.

(2014-15: 30 Siege - 44 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 7. Atlantic)

In den letzten zehn Jahren konnten sich die Maple Leafs nur einmal für die Playoffs qualifizieren. Die vergangene Saison schloss das Traditionsteam auf dem vorletzten Platz im Osten ab. Als Reaktion darauf wurde Detroits langjähriger Erfolgscoach Mike Babcock verpflichtet und als General Manager Lou Lamoriello eingestellt. Wunder können auch sie kurzfristig nicht verrichten, so dass sich die zahlreichen Fans der Maple Leafs auf ein weiteres Jahr ohne Playoffeishockey einstellen müssen. Phil Kessel, das Gesicht der Leafs und ihr Topscorer in den vergangenen sechs Jahren, wurde an die Penguins abgegeben. Dementsprechend ruhen die Offensivhoffnungen der Leafs auf James van Riemsdyk, Nazem Kadri und last but not least auf ihrer letzten Neuverpflichtung Michael Grabner. Der Villacher wurde im September in einem Trade von den Islanders geholt. Weitestgehend unverändert präsentieren sich die Abwehrreihen der Leafs, angeführt von Dion Phaneuf, Morgan Rielly und Jake Gardiner. Im Tor werden sich erneut Jonathan Bernier und James Reimer beweisen müssen.

Mehr anzeigen