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Sabres sehen sich steigenden Erwartungen ausgesetzt

von Shawn P. Roarke / NHL.com
Die letzte Saison ging für Buffalo denkbar knapp zu Ende, und zwar mit dem verlorenen letzten Spiel in der Best-of-Seven-Serie gegen die Philadelphia Flyers in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2011.
 
Ein Abpraller in die eine oder andere Richtung hätte die Sabres leicht zum ersten Mal seit 2007 in die nächste Runde einziehen lassen können.
 
Diese bittere Pille hatte das Team aus dem westlichen Teil des Bundessstaates New York in der letzten Saison zu schlucken. Diese Saison stehen die Aussichten nicht schlecht, die Playoff-Dürre der vergangenen Jahre zu beenden und es in die zweite Runde zu schaffen.
 

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Ehrhoff hat große Erwartungen

Shawn P. Roarke - Leitender Redakteur bei NHL.com
Der aus Deutschland stammende Verteidiger kommt zu den Compuware NHL Premiere-Spielen zurück in die Heimat und hat die Rückkehr in die Finalserie der NHL Saison – und deren Gewinn –zur obersten Priorität erklärt. BITTE LESEN ›
Was dafür spricht, sind unter anderem folgende Fakten: In der zweiten Hälfte der vergangenen Saison waren die Sabres eines der besten Teams der Liga. In einem überraschenden Durchmarsch zum Ende der Saison hin schaffte Buffalo in den letzten 40 Tagen der Saison eine Quote von 14-4-3 und holte sich 31 der möglichen 42 Punkte.
 
Noch wichtiger ist es, dass das aktuelle Team der Sabres noch viel besser ist, zumindest auf dem Papier.
 
Terry Pegula übernahm am Ende der letzten Saison das Team als Eigentümer und hat ihm eine Selbstbewusstseins- und Geldspritze verpasst.
 
Die Sabres nahmen auf dem Markt der freien Agenten eine Menge Kohle in die Hand und füllten solche Lücken, die wohl den Unterschied bei der verlorenen Playoff-Serie gegen die Flyers ausmachten.
 
Unter der Annahme, einen spielentscheidenden Stürmer zu brauchen, scheute man keine Kosten, um Ville Leino zu verpflichten, einen der besten Spieler der Flyers in der Serie gegen Buffalo. Auch brauchte man unbedingt einen soliden Verteidiger, den man in Christian Ehrhoff fand und der über einen freien Agenten ins Team kam, sowie in Robyn Regehr, der durch ein Tauschgeschäft erworben werden konnte.
 
Durch diese Positionsverstärkungen sind die Sabres zu den Favoriten der Eastern Conference aufgestiegen, ein Anspruch, dem die Spieler nur allzu gern gerecht werden wollen.

Leino ist das neue Herzstück der Sabres im Angriff und auch des gesamten Teams.
 
Leino war bei den Flyers Außenstürmer. Die Sabres verpflichteten ihn für sechs Jahre und beabsichtigen, ihn zu einem ihrer zwei Top-Mittelstürmer zu machen. Das ist eine Rolle, auf die sich Leino extrem freut. Er spielte während seiner Zeit in Finnland oft als Mittelstürmer, bevor er in die NHL wechselte, und er glaubt, dass dies die Position ist, für die er am besten geeignet sei.
 
Buffalo ist glücklich, nicht wieder gegen ihn in den Playoffs antreten zu müssen. Leino war in der letzten Saison einer der Spieler, die den Sabres das Genick brachen. Jedes seiner drei Playoff-Tore schoss er in gewonnenen Spielen gegen Buffalo. Während der Saison erzielte er 19 Tore und 53 Punkte. In den Playoffs der Saison 2010 schaffte er es, mit 14 Assists einen neuen NHL-Rookie-Rekord aufzustellen.
 
Leino und Roy konkurrieren um die Position als wichtigster Mittelstürmer. Roy führte das Team bei 35 Spielen während der regulären Saison, bevor er sich einen Muskelriss im Oberschenkel zuzog, eine Verletzung, die erst vor dem siebten Spiel der Playoff-Serie gegen Philadelphia ausheilte. In den letzten drei Saisons erzielte Roy durchschnittlich 73 Punkte pro Saison.
 
Paul Gaustad und Jochen Hecht, die versuchen, von Verletzungen verschont zu bleiben, geben dem Club etwas Tiefe im Mittelfeld.
 
Auch die Außenpositionen sind gut besetzt, wodurch Buffalo solide Top 6 hat.
 
Thomas Vanek ist ein idealer Linksaußen der ersten Reihe, der häufig Tore schießt, wenn er gut spielt. Tyler Ennis entwickelt sich prächtig und schoss in der letzten Saison 20 Tore. Auf der rechten Seite war Drew Stafford mit seinen 31 Toren eine Offenbarung. Jason Pominville hatte 52 Punkte, genau wie Stafford.
 
Die letzten beiden Reihen sind mit Patrick Kaleta, Brad Boyes, Nathan Gerbe, Cody McCormick, Matt Ellis und Luke Adam ebenfalls gut besetzt. Außerdem kann Buffalo mit Ales Kotalik, der in der Vergangenheit so gut für Buffalo spielte, einen weiteren Faktor in die Gleichung einbringen. Er kam als Teil eines Spielertausches zurück, durch den auch Regehr von Calgary kam.

Es steht außer Frage, dass auch die Verteidigung von Buffalo in dieser Saison besser ist.
 
Schon allein die Verpflichtung von Ehrhoff hätte dies bewirkt. In der letzten Saison war er bei den Vancouver Canucks der beste Verteidiger in einem Team, das die Presidents' Trophy errang und erst im Finale des Stanley Cups den Boston Bruins unterlag.
 
Die Sabres haben nun aber auch mit Regehr einen Fels in der Brandung, der Ruhe in das Verteidigungsdrittel der Sabres bringen wird.
 
Und nicht vergessen werden darfTyler Myers, der kurz vor dem Trainingslager einen neuen Siebenjahresvertrag unterschrieb. Der Gewinner der Calder Trophy 2010 hatte am Anfang der Saison 2010-11 einige Probleme, kam aber wie ein Wirbelwind zurück, um den Durchmarsch von Buffalo in der zweiten Saisonhälfte zu unterstützen, außerdem wurde er zum besten Verteidiger seines Teams in den Playoffs gekürt.
 
Tiefe könnte hier zu einem Problem werden, aber es gibt einige interessante Möglichkeiten für die Besetzung der Top 6. Der zuverlässige und erfahrene Veteran Jordan Leopold ist dabei und mit ihm die jungen Spieler Andrej Sekera, Mike Weber und Marc-Andre Gragnani, der in der letzten Saison kaum zum Einsatz kam (nur neun Spiele in der regulären Saison), in den Playoffs aber zum Star avancierte (7 Punkte in 7 Spielen).

Trotz all der Änderungen ist das Team weiterhin auf seinen Goalie, Ryan Miller, zugeschnitten.
 
Miller, 31, war in jeder der vergangenen fünf Saisons die unumstrittene Nummer 1 des Teams. Man sollte trotzdem nicht außer Acht lassen, dass sein Stern nicht mehr so hell glänzt wie in der fantastischen Saison 2009-2010.
 
Seine 34 Siege waren sieben weniger als in der vorherigen Saison, und sein Gegentorschnitt von 2,59 und seine Fangquote von 0,916 waren seine schlechtesten Ergebnisse in drei Saisons. Mit diesem Gegentorschnitt schaffte er es auf den 23. Platz der NHL-Goalies.
 
Er erhofft sich eine Verbesserung in dieser Saison und weiß, dass die neuen Spielerverpflichtungen ihm dabei helfen werden, speziell die zwei neuen Verteidiger im Team.
 
„Ich mag ihren Stil und den Einsatz, den sie beim Spiel zeigen“, so Miller über Ehrhoff und Regehr. „Ehrhoff steht sicher und fest auf dem Eis. Ich freue mich auf Regehr. Außerhalb des Rings ist er ein netter Typ, aber auf dem Eis ein Albtraum für den Gegner. Das mag ich an einem Verteidiger. Toll, ihn als Verteidigungsbollwerk vor mir stehen zu haben. Jedes Spiel wird ein schwerer Kampf. Der Gegner weiß, dass er zuerst an solchen schlagkräftigen Typen vorbei muss.“

Jhonas Enroth bleibt weiterhin der Ersatz für Miller und hat bereits bewiesen, die Lücke füllen zu können, wenn Miller nicht spielen kann. Die Quote des 23-Jährigen von 9-2-2 in 14 Spielen der letzten Saison half Buffalo, die Saison an einem Punkt zu retten, an dem der Zug Richtung Playoffs hätte entgleisen können. Er hat sich das Vertrauen von Trainer Lindy Ruff und seinen Teamkollegen verdient und wird womöglich in 20 Spielen dieser Saison zum Einsatz kommen.
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