Die Florida Panthers konnten am Montag erst einmal aufatmen. Mit einem 4:1-Heimsieg in Spiel 5 ihrer Serie der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs gegen die Tampa Bay Lightning verhinderten sie im BB&T Center vorerst das Aus. Vor dem Spiel standen sie beim Stand von 1:3 in der Serie mit dem Rücken zur Wand.
Rookies lassen Hoffnung der Panthers auf Comeback wachsen
Torwart Knight führt Florida in seinem Playoff-Debüt mit 36 Saves zum Sieg in Spiel 5, Stürmer Marchment erzielt das Siegtor
"Das war Wahnsinn", freute sich Panthers-Kapitän Aleksander Barkov. "Eine unglaubliche Atmosphäre. Ein unglaubliches Gefühl. Wir haben dem Spiel entgegengefiebert und haben ein gutes Ergebnis geholt. Jetzt freuen wir uns auf das nächste Spiel in Tampa."
Den Erfolg haben sie vor allem zwei ihrer Rookies zu verdanken, besonders Torhüter Spencer Knight. Der 20-Jährige war in der regulären Saison zu seinen ersten vier NHL-Einsätzen gekommen, nachdem die Panthers ihn im NHL Draft 2019 an 13. Stelle gewählt hatten. Er gewann alle vier Spiele und verbuchte eine Fangquote von 91,9 Prozent bei 2,32 Gegentoren pro Spiel.
Am Montag kam der nächste große Schritt für ihn: sein erster Auftritt in den Playoffs. Eine schwierige Aufgabe gegen die geballte Offensivmacht des amtierenden Meisters. In den ersten vier Spielen der Serie hatte Tampa ganze 19 Tore erzielt, nur einmal gelangen ihnen bei einem 3:1-Sieg in Spiel 2 weniger als fünf Treffer.
"Ich bin einfach wie an jedes andere Spiel an die Sache heran gegangen, wie an meine ersten Spiele hier", zeigte sich Knight in der Pressekonferenz genau so ruhig wie auf dem Eis. "Was auch immer kommt, es ist immer ziemlich das Gleiche. Ich war ein bisschen nervös, aber dann habe ich mich daran erinnert, einfach Eishockey zu spielen. Ich habe kontrolliert was ich konnte und einfach Spaß gehabt."
Der Start verlief alles andere als ideal. Ross Colton nutzte den ersten Schuss der Lightning bereits nach 53 Sekunden zum 1:0 für die Gäste. Knight ließ sich davon aber nicht einschüchtern und behielt die Nerven, obwohl Tampa ihm alles abverlangte. Bis zur ersten Drittelpause stoppte er 21 Schüsse und hielt sein Team damit im Spiel. Am Ende der Begegnung standen in seiner Statistik 36 Saves.
"Wir kamen in der Drittelpause in die Kabine und dachten: 'Wow, haben wir ein Glück'", erklärte Floridas Trainer Joel Quenneville. "Spencer hat richtig aufgeräumt und uns eine Chance gegeben. Das war unser schlechtestes Drittel seit langem. Wir waren zu statisch und Tampa war bereit. Sie wollten die Entscheidung. Wir sind im Spiel geblieben, haben unglaubliche Saves, wichtige Saves bekommen und sind dann im zweiten Drittel ins Spiel gekommen."
Dank Knight hatten die Panthers nur einen Rückstand von einem Tor zu überwinden, und sie nutzten ihren besseren Start in den zweiten Spielabschnitt. In der 27. Minute glich Verteidiger MacKenzie Weegar aus. In der 37. Minute stand mit Mason Marchment ein weiterer Rookie im Rampenlicht. Der 25-jährige Stürmer nutzte Aleksander Barkovs starken Pass von hinter dem Tor in den Slot und schloss direkt zum 2:1 ab, welches sich später als den spielentscheidenden Treffer herausstellen sollte.
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"Die Tore haben uns in Fahrt gebracht", so Quenneville. "Ich finde, wir haben im dritten Drittel eine wirklich gute Antwort gezeigt, aber man muss nicht mehr sagen. Unser Torwart hat uns das Spiel gewonnen."
Knight war der entscheidende Faktor, doch auch Marchments Rolle sollte nicht unterschätzt werden. Das Siegtor ist in der Statistik auffällig, aber er brachte noch deutlich mehr in das Spiel der Panthers. Nach dem ersten Drittel kamen die Lightning nur noch zu 15 Schüssen. Daran hatte Marchment mit seiner harten und unangenehmen Spielweise Anteil. Er führte die Stürmer der Panthers mit sieben Checks an, nur Verteidiger Radko Gudas konnte diesen Wert überbieten.
Dank der beiden Rookies konnten die Panthers den Abschied aus den Playoffs um ein Spiel hinauszögern und hoffen nun auf das große Comeback. Jetzt wächst die Hoffnung darauf, die Serie doch noch drehen zu können. Der nächste Schritt wäre der Ausgleich mit einem Sieg in Spiel 6 in Tampa am Mittwoch. Sollte ihnen das gelingen, würden sie ein alles entscheidendes Heimspiel am Freitag erzwingen, in das sie dann mit breiter Brust gehen könnten.

















