Skip to main content

Binnington und Hart glänzen als NHL-Neulinge

Häufig müssen NHL-Torhüter lange reifen, doch Hart und Binnington sind ernsthafte Calder-Memorial-Trophy-Kandidaten

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Torhüter im Eishockey werden meist erst später als ihre Feldspieler-Kollegen ins kalte Wasser geworfen. Besonders in der NHL stehen bei den Teams häufig erfahrene Goalies zwischen den Pfosten. Die Erfahrung wird meist höher bewertet als das vermeintliche Talent der Nachwuchskräfte. Wie so häufig bestätigen dennoch Ausnahmen die Regel. Jordan Binnington und Carter Hart beweisen im Kasten ihrer Teams gerade, dass auch Rookies für den nötigen Rückhalt sorgen können.

 

[Die neuesten Nachrichten aus der NHL auf Twitter bekommst Du bei @NHLde]

 

Binnington hütet für die St. Louis Blues das Tor und konnte jüngst den Franchise-Rookie-Rekord der Blues, mit acht Erfolgen hintereinander, brechen. Der 4:0-Erfolg seines Teams gegen die Minnesota Wild war Binningtons vierter Shutout-Sieg in seiner Neulings Saison. Mit seinen 31 Paraden und dem daraus resultierenden Sieg zog der Torhüter an Brent Johnson vorbei, dem Rookie, der bisher den Franchise-Rekord für die längste Serie an Siegen hielt. In dieser Spanne hat der Goalie drei seiner Shutouts erreicht und 94,9% der Chancen erfolgreich vereitelt. 

Auch sonst sind die Werte des Torhüters beeindruckend und versprechen eine großartige Karriere. Bei 16 Partien, die er absolvierte, startete er 14 Mal und konnte dabei 12 Siege einfahren. Die Fangquote von 93,7% und der Gegentorschnitt von 1,58 sind ligaweiter Bestwert unter allen Schlussmännern mit 15 oder mehr gespielten Partien.

Video: STL@MIN: Binnington setzt eine Marke für Rookies

Binnington ist zwar nur einer der Faktoren, bei der seit zehn Partien andauernden Siegesserie der Blues, jedoch einer der entscheidenden. Die Serie lies St. Louis bis auf den dritten Rang der Central Division klettern. Die zehn Erfolge sind gleichzeitig der geteilte Ligabestwert dieser Spielzeit. Bisher konnten nur die Buffalo Sabres zehn Matches nacheinander erfolgreich gestalten. 

Binnington selbst bleibt bescheiden und lobt seine Vorderleute: "Ich denke, das Team hat sich gefangen. Wir spielen in jedem Match gut, starten stark in die Partien und das gibt den Ton für das restliche Spiel vor. Wir hoffen, dass wir diesen Erfolg weiterführen können."

Auch Blues-Coach Craig Berube stellt lieber das Team in den Vordergrund: "Die Defensive macht einen großartigen Job, das sind große Spieler, die sich in den Weg stellen und die Stürmer kommen mit zurück und die Torhüter stoppen die Schüsse. Es ist jeder auf dem Eis mit vollem Einsatz dabei, nicht nur ein oder zwei Spieler, jeder macht seinen Job." 

Drei aufeinanderfolgende Shutouts für die Blues sind ein Zeichen besonders formstarker Goalies. Jake Allen und Binnington ermöglichten es ihren Vorderleuten zu siegen und so in der Tabelle weiter nach oben zu kommen, etwas das nach dem schwachen Saisonstart dringend notwendig war. 

 

[Ähnliches: Für das große Durchhaltevermögen reich belohnt]

 

Das sah auch Ryan O'Reilly nach dem Erfolg gegen Minnesota so: "Wir sind noch immer nicht zufrieden, wir wollen weiter klettern. Ich denke, dass wir vor der Saison sehr große Erwartungen hatten. Es war am Anfang frustrierend, aber wir sind drangeblieben, haben um die Erfolge gekämpft und sind bei den Verfolgern geblieben. Wir haben unser Spiel gefunden. Jetzt sind wir in das Playoffrennen zurückgekehrt und in einer guten Position."

Carter Hart ist ein ebenso gutes Beispiel für herausragende Rookie-Goalies. Der Schlussmann der Philadelphia Flyers konnte in 20 Partien 13 Siege einfahren. Mit einer Fangquote von 92,4% und im Schnitt nur 2,53 Gegentoren pro Partie stellt er einige der etablierten Torhüter in den Schatten. 

Der 3:1-Erfolg gegen die Detroit Red Wings war zu großen Teilen Harts Verdienst. 37 der 38 auf ihn abgegebenen Schüsse konnte er stoppen und wurde zu Recht zum 1st Star des Matches gekürt. Erstmals startete der 20-jährige Hart in zwei direkt aufeinanderfolgenden NHL-Partien. Am Samstag musste sich Hart mit den Flyers noch Detroit geschlagen geben. Bei der 5:6-Overtime-Niederlage kassierte der Torhüter seine einzige Niederlage aus den vergangenen elf Starts. 

Video: PHI@DET: Hart rettet spektakulär gegen Mantha

Die direkt folgende Revanche gelang und Hart bewies, dass er auch hohen Belastungen standhalten kann: "Ich habe das in den Jungendmannschaften oft gemacht, also war es gar nicht hart. Ich habe kein Problem damit, zwei Nächte hintereinander zu spielen."

Wie auch die Blues starteten die Flyers schwach in die Saison. Auch dank der Leistungen des Nachwuchs-Torwarts konnten sie sich im Rennen um die Wildcard-Plätze im Osten zurückmelden. Mit acht Erfolgen aus den vergangenen zehn Matches und drei Siegen in Serie konnten sie den Rückstand auf die Montreal Canadiens, die den letzten Wildcard-Platz im Osten belegen, auf sechs Punkte verringern. 

Den Weg in die Schlussrunde zeigt Ivan Provorov auf. "Das ist, wie wir spielen müssen, wenn wir es in die Playoffs schaffen wollen. Es wird hart, weil wir nicht so gut in die Saison gestartet sind, wie wir es gekonnt hätten. Aber wir haben eine Möglichkeit unser Ziel zu erreichen."

Eine Chance haben auch Binnington und Hart. Die Calder Memorial Trophy wird jede Saison an den besten Rookie der Liga vergeben. Mit ihren Leistungen bisher bewerben sich Hart und besonders Binnignton nachhaltig um diese Auszeichnung. 

Unabhängig davon dürften ihre Trainer und Manager glücklich sein, auf der Torhüterposition gut besetzt zu sein. Der bislang letzte Torhüter, dem die Ehre des besten Neulings der Liga zu Teil wurde war Steve Mason von den Columbus Blue Jackets in der Spielzeit 2008/09.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.