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Für Roman Josi läuft es, für das Team nicht

Während der Schweizer einen neuen Franchiserekord aufstellt, suchen die Predators in Gänze nach mehr Konstanz

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Freud und Leid liegen in diesen Tagen bei Roman Josi (14 Tore, 30 Assists aus 41 Saisoneinsätzen) und seinen Nashville Predators (19-15-7) nahe beieinander.

So gelang es dem Schweizer zwar, seine laufende Punkteserie bei der 4:5-Niederlage nach Shootout gegen die Anaheim Ducks im Honda Center auf zehn Spiele zu verlängern, was einen neuen Franchiserekord darstellt, doch offenbarten die Predators bei dieser Pleite einmal mehr augenfällige Konzentrationsschwächen.

Wie bereits beim Bridgestone NHL Winter Classic 2020 am Neujahrstag gegen die Dallas Stars (2:4), ließ sich das Team in einigen Phasen des Spiels gegen die Ducks zu leicht aus dem Rhythmus bringen, büßte so erneut wichtigen Boden beim Kampf um einen Top-Platz in der Tabelle ein. 

Video: NSH@LAK: Johansen schließt nach Josis Rückhandpass ab

Josis Zähler nutzen der Mannschaft in der Endabrechnung der Spiele nur bedingt etwas, wenn andererseits zu viele Rückschläge zu verzeichnen sind. Wollen die Predators dauerhaft und konstant oben mit dabei sein, dann gilt es für sie die Partien wieder über die vollen 60 Minuten mit maximaler Konzentration und Leidenschaft zu bestreiten. 

Josi gab gegen Anaheim die Vorlage zum wichtigen 4:4-Ausgleichstreffer durch Rocco Grimaldi in der siebten Minute des dritten Drittels. Damit verlängerte der Berner seine laufende Punkteserie nicht nur ganz konkret auf zehn Begegnungen (sieben Tore, elf Assists), er überholte damit zugleich Shea Weber in der franchiseinternen Allzeit-Bestenliste der Verteidiger (Weber brachte es zwischen dem 31. Dezember 2010 und dem 16. Januar 2011 auf eine Punkteserie von neun Spielen). 

Es ist zwar eine große, historische Leistung die Josi vollbracht hat, ihn nach der Niederlage in Kalifornien trotzdem nicht wirklich jubeln lassen konnte.

Der Grund war nicht nur, dass das Team trotz zweier Tore von Craig Smith und starker 43 Paraden durch Torhüter Juuse Saros am Ende mit einer Niederlage vom Eis gehen musste. 

Ärgerlich war für den Eidgenossen vor allem die Erkenntnis, dass die Niederlage gegen Anaheim, das lediglich eines seiner vergangenen 14 Ligaspiele nach regulärer Spielzeit gewinnen konnte (5-8-1), im Rückblick unnötig war.

"Ich wünschte, wir hätten die zwei Punkte eingefahren", beklagte Josi dementsprechend nach der Begegnung.

Dass die Ducks, die in Adam Henrique (zwei Tore, ein Assist) und Routinier Ryan Getzlaf (drei Vorlagen) an diesem Abend ihre auffälligsten Akteure hatten, am Ende mit einem doppelten Punktgewinn in die kommenden Aufgaben gehen können, während die Predators ihre Bilanz aus den vergangenen fünf Spielen auf 1-3-1 verschlechterten, lag an schwachen fünf Minuten im Mitteldrittel, in denen die Gäste eine 2:1-Führung durch etliche Konzentrationsfehler und Fehler in rascher Folge herschenkten und plötzlich mit 2:4-in Rückstand lagen. 

 

Zwar gelang es den Predators in der Folgezeit durch einen Kraftakt noch einmal in das Spiel zurückzufinden, sich dadurch zumindest einen Punkt in der Endabrechnung zu sichern, doch waren sie im anschließenden Shootout nicht in der Lage ihr Comeback zu vollenden.
Ondrej Kase und Getzlaf trafen in der ersten bzw. fünften Runde des abschließenden Penaltyschießens für die Hausherren. So machten sie den Traum vom Zusatzpunkt der Predators zunichte.

"Wir sind immer dran geblieben", lobte Getzlaf nach dem Erfolg die Mentalität seines Teams. Etwas, was Nashville in diesem Duell eben genau nicht tat und deshalb die Begegnung am Ende auch verlor und sich mit einem Zähler in der Fremde begnügen musste.

Grimaldi hätte die Begegnung für Josis Team in der ersten Minute der Verlängerung sogar zu dessen Gunsten entscheiden können, doch er scheiterte an Torhüter John Gibson, der die Scheibe spektakulär vor der Linie stoppte.  

"Natürlich willst du am Ende immer die Punkte, doch für uns war das heute ein erfolgreicher Charaktertest", suchte Josi nach dem Rückschlag das Positive. "Wir haben einfach nicht den Weg zum Sieg gefunden."

Video: ARI@NSH: Josi haut Handgelenkschuss vom Punkt rein

Dabei war es insbesondere der erste Abschnitt, der nicht nach Wunsch verlief. Anaheim dominierte die Predators mit 21:4 Torschüssen innerhalb der ersten 20 Minuten. 

"Das erste Drittel verlief gar nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", analysierte Nashvilles Trainer Peter Laviolette. "Im zweiten Abschnitt haben wir dann zum Glück vieles besser gemacht."

"Es war gut für uns, dass wir den 2:4-Rückstand noch einmal aufholen konnten. Das war ein guter Charaktertest", befand Josi, der durch seinen Scorerpunkt, womit er seine laufende Punkteserie auf zehn Spiele verlängerte, auf Rang vier der NHL-Verteidiger seit 1999/2000 rückte. Shayne Gostisbehere von den Philadelphia Flyers liegt vorne. Er verbuchte für sich in der Spielzeit 2015/16 eine 15 Spiele lange Erfolgsserie.

Die nächste Gelegenheit die Statistiken zu verbessern, bietet sich für Josi und seine Predators am Dienstag, wenn das Team in der heimischen Bridgestone Arena die Boston Bruins empfängt (Mi. 2 Uhr MEZ; NHL.tv).

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