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Roman Josi stellt neuen Rekord der Predators auf

von Stefan Herget / NHL.com

Verteidiger Shea Weber war lange Zeit das Maß aller Dinge bei den Nashville Predators. Nicht verwunderlich, dass einige Franchiserekorde auf sein Konto gehen, da er seit elf Jahren fester Bestandteil und Leistungsträger der Mannschaft ist.

Einen Rekord hat dem 30-jährigen Kanadier nun ein anderer weggeschnappt. Es ist kein Geringerer als der Schweizer Roman Josi, der bereits in der vergangenen Saison an der Bestmarkte von erzielten Punkten eines Verteidigers in einem Jahr gekratzt hatte.

In der Spielzeit 2013-14 kam Weber auf 56 Punkte mit 23 Toren und 33 Assists. Es war die Verbesserung seiner eigenen bisherigen Bestmarke aus der Saison 2008-09 von 53 Punkten.

Bereits im vergangenen Jahr schrammte Josi haarscharf an dieser Punktzahl vorbei. In 81 Spielen kam der 25-jährige Berner auf 15 Tore und 40 Vorlagen, was 55 Punkte ergibt.

Im Spiel am Samstag gegen die Columbus Blue Jackets sammelte Josi in knapp 18 Minuten Eiszeit drei Assists und lag am Ende des Tages bei 56 Punkten in dieser Saison – Franchise-Rekord eingestellt und neue persönliche Bestmarke aufgestellt.

Mit seinem 43. Assist in 2015-16 – später folgte noch der 44. – stellte Josi außerdem einen weiteren Rekord von Nashville in der Kategorie meiste Vorlagen eines Verteidigers in einer Saison auf.

"Shea war ein großes Vorbild für mich", sagte Josi im Anschluss. "So viele Punkte, wie er zu erreichen, ist eine große Ehre für mich. Er ist einer der besten Verteidiger der Liga seit Jahren und ich habe so vieles von ihm gelernt, also ist es definitiv eine große Ehre für mich."

Am Montag gegen die Colorado Avalanche setzte der Verteidiger noch einen drauf und erzielte in der 56. Minute den 3-4 Anschlusstreffer. Es war sein 13. Saisontreffer und 57. Punkt der Saison. Somit ist Josi nun alleiniger Rekordhalter.

Allerdings war für ihn deswegen nach dem Spiel überhaupt nicht an gute Laune zu denken. "Gerade jetzt ärgerst du dich nur über das verlorene Spiel", sagte Josi zur versammelten Presse. "Natürlich willst du solche Spiele gewinnen. Wie ich gesagt habe, es ist nur frustrierend, dass wir verloren haben."

Ein Grund der schlechten Laune war die Tatsache, dass die Predators mit einem Sieg ihre Playoff-Teilnahme endgültig hätten perfekt machen können. Anbrennen wird zwar angesichts von neun Punkten Vorsprung auf den gestrigen Gegner Colorado auf dem ersten Platz außerhalb der Playoff Ränge bei verbleibenden sechs Spielen nichts mehr, aber es soll schließlich eine bessere Ausgangsposition erreicht werden, um in den Playoffs endlich einmal weiter zu kommen.

In der vergangenen Saison waren die Predators nach 61 Spielen mit einer Bilanz von 41-13-7 das beste Team der Liga, kamen aber in den restlichen Spielen bis zum Saisonende nur noch auf 6-12-3. Konsequenz war, dass sie in der ersten Runde der Western Conference gegen die Chicago Blackhawks antreten mussten und verloren.

In dieser Saison startete Nashville schwach. Die Qualifikation für die Playoffs war lange Zeit fraglich. Eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte brachte ihnen die jetzige Position ein. Jedoch bedeutet der erste Wild Card Platz, dass einer der Divisionsführenden in der ersten Runde der Playoffs als Gegner auf sie warten würde.

Chicago auf dem dritten Platz der Central Division ist hingegen nur vier Punkte entfernt. Mit einem Sieg gegen Colorado wären es nur noch zwei gewesen.

"Wir wussten, dass sie hart spielen würden", sagte Josi über die Avalanche. "Ich glaube, das war eines dieser Spiele für sie, wo es um die letzte Chance ging, also wussten wir, dass sie von Beginn an hart arbeiten würden. Wir gaben aber nicht unser Bestes im ersten. Wir haben ihrem Einsatz nicht Stand gehalten, darum waren wir drei Tore zurück."

Wenn der Ärger über die Niederlage verraucht ist, dann wird sich Josi sicher über seinen neue Bestmarke in Nashville freuen können. Und ein Ziel gibt es neben möglichst weit in den Stanley Cup Playoffs zu kommen, auch vorher in der regulären Saison noch: Der Rekord eines Schweizer Spielers von seinem Freund Mark Streit von 62 Punkten aus der Saison 2007-08 wäre die Krönung eines weiteren guten Jahres.

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