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In Pittsburgh kann er nicht gewinnen

Predators Schlussmann Pekka Rinne muss weiter auf einen Erfolg in der PPG Paints Arena warten

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Wer kennt sie nicht, diese Orte, denen man am liebsten den Rücken zuwenden möchte, an die man am liebsten nicht mehr zurückkehren möchte, da einem dort selten etwas Gutes wiederfährt? Für Pekka Rinne, dem finnischen Schlussmann der Nashville Predators dürfte es sich bei der PPG Paints Arena von Pittsburgh um einen solchen Platz handeln, doch er wird sich wünschen, dass er in diesem Frühsommer noch mindestens einmal die Chance bekommen wird sich dort zu bewähren.

Mit einem 2-2 Unentschieden in der Stanley Cup Finalserie waren Rinne und seine Predators zu Spiel 5 angereist. Zuletzt hatten sie auf heimischen Eis zweimal die Pittsburgh Penguins deutlich mit 5-1 und 4-1 Toren bezwingen können. Rinne hatte in den zwei Heimbegegnungen einen soliden Eindruck hinterlassen, nachdem er sich zuvor in den zwei Partien in Pittsburgh jeweils vier Gegentreffer eingehandelt hatte und auf einen Rettungsquote von 77,8 Prozent gekommen war.

Am Tag vor der heutigen Partie verschwendete der 34-jährige Schlussmann keinen Gedanken daran, dass er in seiner NHL-Karriere noch kein einziges Mal in Pittsburgh gewonnen hat, sondern freute sich darüber, dass er nun in einer best-of-3 Serie die Chance habe den Cup zu gewinnen: "Das ist einfach nur toll. Man möchte gar nicht zurückblicken. Ich spiele schon so lange und ich hatte noch nie diese Gelegenheit. Für mich bedeutet das alles. Ich lebe gerade meinen Traum."

Video: NSH@PIT, Sp5: Malkin trifft spät im 1. Drittel

Das Spiel am Donnerstagabend sollte sich dann aber doch zu einem Albtraum für ihn und seine Predators entwickeln. Es waren gerade einmal 91 Sekunden gespielt als Justin Shultz bei einem frühen Überzahlspiel der Hausherren zentral von der blauen Linie abzog und die schwarze Hartgummischeibe den Weg durch die Schoner von Rinne im Netz fand.

"Der Puck kam halt durch. Die Jungs vor mir haben versucht alles richtig zu machen, wollten den Schuss noch abblocken, doch er kam durch und dann war es auch schon zu spät, um zu reagieren. Unglücklicherweise ging er rein", schilderte Rinne gegenüber NHL.com/de aus seiner Sicht das frühe Gegentor.

Gut fünf Minuten später landete der Puck über drei Stationen bei Bryan Rust und der Stürmer der Penguins schlenzte ihn mit der Rückhand ins obere rechte Toreck während Rinne den kurzen Pfosten dicht machte. Es war erst Pittsburghs fünfter Torschuss in dieser Partie. Vier weitere sollten bis zur ersten Drittelpause noch folgen, wobei der vierte, jener von Evgeni Malkin elf Sekunden vor Drittelende, erneut im Kasten einschlug.

Zum zweiten Durchgang erlöste Cheftrainer Peter Laviolette seinen Stammtorwart, der drei von neun Torschüssen passieren lassen musste, und brachte dessen Landsmann Juuse Saros. Am Ende unterlagen die Predators den Penguins deutlich mit 0-6 Toren.

Laviolette befreite Rinne von jeglicher Schuld: "Ich weiß, dass wir vor ihm besser stehen müssen. Schau dir doch einmal die Gegentore an. Ein frühes Überzahltor und dann zwei Treffer, bei denen wir besser abdecken müssen. Das können wir besser. Das waren keine Torwartfehler. Wir schätzen Pekka sehr und unsere Jungs haben ein ungeheures Vertrauen in ihm. Wir müssen nur einen besseren Job vor ihm verrichten."

Video: NSH@PIT, Sp5: Rust über Rinne mit der Rückhand rein

Rinne machte keinen Hehl daraus, dass sie sich mehr erwartet hatten: "Ganz sicher ist das enttäuschend. Es war ein wichtiges Spiel. Wir kamen hierher mit der Mission zu gewinnen, doch wir sind nicht so ins Spiel gekommen, wie wir es uns erwünscht hätten. In den Playoffs und im Finale musst du so schnell wie möglich so etwas hinter dir lassen. Uns bleiben nun ein paar Tage, in denen wir uns ganz auf das Spiel am Sonntag konzentrieren können. Das wird wieder ein ungeheuerliches Spiel. Jeder von uns weiß das und es ist schön wieder nach Hause zu fahren und dort aufzulaufen."

Für Rinne war es saisonübergreifend incl. Playoffs die sechste Niederlage in Pittsburgh in Folge, zum zweiten Mal wurde er ausgewechselt. Damit war es naheliegend ihn zu fragen, ob das nicht an seiner Psyche nage. "Keineswegs. Ich nehme das nicht persönlich. Das war der Verlauf der Begegnung. So wie ich die Auswechslung verstanden habe, war es der Versuch beim Team einen Funken auszulösen und es voranzutreiben."

Um ihren Traum vom ersten Stanley Cup Gewinn in ihrer Franchisegeschichte Wirklichkeit werden zu lassen, müssen die Predators nun zwei Spiele in Folge gewinnen.

Das sechste Aufeinandertreffen zwischen den Nashville Predators und Pittsburgh Penguins findet am Sonntag in der Bridgestone Arena von Nashville statt (2 p.m. ET).

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