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Ricci spricht über Avs, Wings und Rivalitäten

von Bill Price / NHL.com

DENVER – Wenn Mike Ricci am Freitag wegen des Coors Light NHL Stadium Series Alumni Game 2016 zwischen den Colorado Avalanche und den Detroit Redwings nach Denver kommen wird, sollte es ihm keine Schwierigkeiten bereiten, kurzfristig einen Tisch in einem der feineren Lokalen der Stadt zu ergattern.

Immerhin war er Teil der legendären Stanley Cup Siegertruppe der Colorado Avalanche von 1996.

Es gab jedoch auch Zeiten, da hat ihn oder die anderen Jungs der Avalanche niemand in der Mile High City erkannt.

"In Quebec wussten sie alle, wer wir waren. In Colorado haben wir nicht mal einen Tisch bekommen", sagte Ricci, Spieler der Nordiques beim Umzug der Franchise nach Denver 1995. "In Quebec hielten sie uns überall einen Tisch frei, in Colorado hieß es nur: "kommt in zwei Stunden wieder"." Aber nachdem wir den Stanley Cup gewonnen hatten, mussten wir nirgendwo mehr zwei Stunden auf einen Tisch warten."

Ricci, der dem Trainerstab der San Jose Sharks angehört, kann das Spiel gegen die Red Wings kaum noch erwarten. Immerhin war die Truppe aus Motor City seinerzeit, ende der 90er Jahre, der härteste Konkurrent der Avalanche.

"Beide werden spielen um zu gewinnen. Ich denke nicht, dass jemand das Eis als Verlierer verlassen möchte", so Ricci. "Hier wird ein riesen Hype gemacht, das spornt an."

Und der Hype wird zurecht gemacht: Mindestens elf Hockey Hall of Famer werden am Samstag ihre Schlittschuhe schnüren; für Colorado die Abwehrspieler Ray Bourque und Rob Blake, die Stürmer Joe Sakic und Peter Forsberg sowie Patrick Roy als Coach und für Detroit die Stürmer Brendan Shanahan, Steve Yzerman, Dino Ciccarelli und Igor Larionov sowie die Verteidiger Chris Chelios und Nicklas Lidstrom

"Es wird so intensiv wie mit so alten Haudegen nur möglich ", merkt Ricci an.

Diese Intensität und die bittere Rivalität begann bereits in Colorados Debütsaison, als sie die Red Wings im Western Conference Finale auf ihrem Weg zum Stanley Cup bezwungen hatten. Doch bereits in der darauffolgenden Spielzeit schlugen die favorisierten Red Wings zurück und besiegten die Avalanche ihrerseits im Conference Finale und holten sich schließlich den Stanley Cup. Von 1996-2008 trafen die Teams in den Playoffs fünfmal aufeinander. Von 1996-2002 gewannen sie zusammen fünf Meisterschaften.

Ricci betont, dass er sich bei seinem Besuch in Denver am meisten auf seine alten Kameraden freut.

"Es ist so lange her, aber ich weiß noch genau, wie gut die Chemie war", schwärmt Ricci. "Wir haben uns seit Jahren nicht mehr gesehen, aber auf einmal, boom, ist das Gefühl wieder zurück. Genau darauf freue ich mich."

Der 1990 in der ersten Runde (Nr. 4) von den Philadelphia Flyers gedraftete Ricci war am 30. Juni 1992 Teil des Mega-Eric Lindros Trades. Zusammen mit Forsberg, Steve Duchesne, Ron Hextall, Kerry Huffman, zwei Draftpicks und 15 Millionen Dollar kam er nach Quebec. Durch diesen Trade sind die Nordiques wettbewerbsfähig geworden und schlossen die Spielzeit 1994-95 auf dem ersten Platz der Eastern Conference ab, scheiterten jedoch in der ersten Playoffrunde an den New York Rangers.

"Rückwirkend war das [Ausscheiden gegen die Rangers] das Beste was uns passieren konnte", analysiert Ricci. "Es war beispielhaft für "aus den eigenen Fehlern lernen". Wir haben in der Serie gar nicht so schlecht gespielt und haben gelernt, worauf es ankommt, um weiter zu kommen."

Und sie kamen in vielerlei Hinsicht weiter, nicht nur aus der des Umzugs nach Denver zum Start der Saison 1995-96. Mit der Verpflichtung von Roy und Mike Keane von den Montreal Canadiens am 6. Dezember 1995 wurde eine Meistermannschaft geboren.

"Es war eine super Truppe. Wir wuchsen sozusagen ein paar Jahre in Quebec auf, um dann nach Colorado zu gehen", sagte Ricci, der knapp drei Spielzeiten bei den Avalanche verbracht hatte, bevor er zu den Sharks getradet wurde. " Quebec war sehr leidenschaftlich. Es war ein schwerer Schritt, aber als wir dann in Colorado waren hatten wir sofort die Möglichkeit zu gewinnen. Es hat jedenfalls nicht geschadet, dass wir Roy und Mike Keane bekommen haben."

Ricci macht sich jedenfalls bereit für ein Spiel über die volle Länge und sein erstes professionelles Spiel im Freien.

"Zur Zeit versuche ich gesund zu bleibem", so Ricci. "Ich muss Gewicht verlieren. Als Trainer bewegt man sich nicht so viel. Man steht. Man beobachtet. Man bewegt sich nicht ansatzweise so flott wie die Jungs. Aber bis zum Spiel gedenke ich fit zu sein.

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