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Red Wings bereiten Boston einmal mehr Kopfzerbrechen

Detroit schlägt den Tabellenführer erneut überraschend und erhofft sich durch den Erfolg Aufwind

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Freier Autor

Athanasiou vollendet im Powerplay

BOS@DET: Athanasiou trifft ins kurze Eck

Andreas Athanasiou nimmt im Powerplay einen Querpass von Tyler Bertuzzi auf und schlenzt den Puck ins kurze Eck zum 2:1 für die Red Wings

  • 00:39 •

Die Detroit Red Wings können es doch noch! Am Sonntag fuhr der Tabellenletzte zum ersten Mal seit dem 7. Januar einen Sieg in regulärer Spielzeit ein und das ausgerechnet mit einem 3:1 gegen die Boston Bruins, die die gesamte Liga mit 80 Punkten anführen. Die Red Wings gewannen mit viel Kampfgeist und Einsatz gegen das beste Team der Liga, das ihnen alles entgegenwarf. Dieser Sieg ist nicht nur ein Grund zum Feiern, er könnte als Motivation dienen, um die Red Wings aus ihrem Leistungstief zu reißen.

"Das war natürlich ein guter Test für uns", freute sich Andreas Athanasiou über den Überraschungserfolg und wies auf die Bedeutung des Sieges hin. "Das zeigt jedem hier in der Kabine, das wir jeden Gegner schlagen können."

Dieser Beweis der eigenen Fähigkeiten war bitter nötig, denn die Red Wings stehen, selbst nach dem Erfolg vom Sonntag, mit 32 Punkten aus 57 Spielen (14-39-4) weit abgeschlagen am Tabellenende. Mit einem Durchschnitt von 0,56 Punkten pro Spiel steuern sie auf ein Ergebnis von 46 Zählern am Ende der regulären Saison zu, das würde ihr schlechtestes Abschneiden seit 1985/86 bedeuten, als am Ende 40 Punkte auf dem Konto standen. Umso süßer war die Bestätigung gegen die Bruins, einen Rivalen der Original Six, mit dem sich die Red Wings seit ihrer Gründung im Jahre 1926 messen.

Video: DET@BUF: Larkin schießt mit Rückhand sein zweites Tor

Die Red Wings und die Colorado Avalanche sind die einzigen Teams, die die Bruins in dieser Saison zwei Mal schlagen konnten. Der Sieg am Sonntag war hart erkämpft und zeigte Tugenden, die das Team bereits in den vorangegangenen Partien andeutete, jedoch meist ohne etwas Zählbares herauszuholen.

Zuvor hatten die Red Wings im Februar vier Spiele bestritten. Dabei kam ein Sieg nach Penaltyschießen gegen die Buffalo Sabres zustande, sowie drei Niederlagen. Die Leistungen in der Defensive konnten sich allerdings durchaus sehen lassen. Neun Gegentore aus vier Spielen sind ein respektabler Wert und bedeuteten im Februar die siebtbeste Abwehr der NHL. Die Defensive war auch gegen die Bruins wieder gefragt und konnte sich erneut in gutem Licht präsentieren. Ganze zwölf Schüsse blockte die Verteidigung der Red Wings.

"Das war heute sicherlich ein wichtiger Punkt", lobte Trainer Jeff Blashill. "Es ist immer wichtig, Schüsse zu blocken, besonders gegen ein Team, das von der blauen Linie so stark ist wie Boston."

Trotz dieser Aufopferungsbereitschaft fanden 40 Schüsse ihren Weg bis zu Torwart Jonathan Bernier, was auch daran lag, dass die Red Wings vier Unterzahlsituationen gegen das zweitbeste Powerplay (26,3 Prozent) der Liga überstehen mussten und zeitweise Drei gegen Fünf spielten. Dennoch blieb Torey Krugs Tor bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis zu Beginn des dritten Drittels der einzige Treffer der Bruins.

 

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"Unsere Penaltykiller haben einen genialen Job geleistet, aber bei doppelter Unterzahl ist dein Torwart dein wichtigster Killer", preiste Blashill weiter die Vorstellung seiner Schützlinge, besonders die von Bernier. Obwohl er beim schlechtesten Team der Liga zwischen den Pfosten steht, das die meisten Tore kassiert hat (212), kommt er auf eine Bilanz von 12-14-2, bei einem Gegentorschnitt von 2,82, einer Fangquote von 91,1 Prozent und einem Shutout. Seit 12. Dezember kommt er gar auf eine Bilanz von 7-5-0 bei 1,97 Gegentoren und 94 Prozent Fangquote. "Wenn dein Torwart so spielt, tut er zwei Dinge für die Mannschaft. Erstens gibt er dir jede Menge Selbstvertrauen, aber das Wichtigste ist, er hält dich in vielen Spielen, ohne dass du an Schwung verlierst."

So viel zu den Stärken, die die Red Wings bereits in den vergangenen Partien gezeigt hatten. Verloren haben sie fast alle diese Spiele, weil der Puck auch beim Gegner einfach nicht ins Tor wollte, wie bereits die gesamte Saison über. Mit 116 Toren hat Detroit deutlich den schlechtesten Angriff der Liga, im Februar verloren sie bereits dreimal zu Null.

Die Bruins scheinen jedoch das Beste in ihrem alten Rivalen zu wecken. Detroit gewann nicht nur beide Spiele in dieser Saison gegen Boston, die Bruins warten saisonübergreifend bereits seit fünf Spielen auf einen Sieg gegen Detroit. So waren die Stürmer der Red Wings am Sonntag besonders motiviert, diese Serie nicht reißen zu lassen. Im zweiten Drittel brachte Brendan Perlini die Red Wings in Front, nach dem Ausgleich durch Krug traf Athanasiou im Powerplay zur erneuten Führung und sicherte den Sieg in der letzten Minute mit einem Empty-Netter.

Video: DET@COL: Bertuzzi nutzt Larkins Pass zum ersten Tor

Ein Athanasiou in guter Form wäre für die Red Wings Gold wert. Vergangene Saison kam er in 76 Spielen auf 30 Tore und 54 Punkte. In der aktuellen Saison steht er in 40 Spielen bei 21 Punkten (sieben Tore, 14 Assists). Nun punktete er erstmals seit seiner Rückkehr am 3. Februar nach 15 Spielen Pause aufgrund einer Verletzung. "Ich fühle mich gut", bestätigte Athanasiou den Eindruck, den er bereits im Spiel erweckt hatte. "Ich werde jedes Spiel besser."

Genau das wäre für die Red Wings und ihre Fans wünschenswert. Aktuell ist ihr bester Scorer Dylan Larkin mit 40 Punkten (15 Tore, 25 Assists), gefolgt von Tyler Bertuzzi mit 38 Zählern (18 Tore, 20 Assists). Zum Vergleich: Leon Draisaitl hat alleine sieben Punkte mehr als Larkin und Bertuzzi zusammen und nur zwei Tore weniger geschossen.

Bei allen Misserfolgen, die die Red Wings in dieser Saison erlitten haben, sehen die Dinge aktuell so rosig aus, wie seit langem nicht mehr. Ein Sieg gegen den Tabellenführer, zwei Siege und vier Punkte aus den vergangenen drei Spielen, darauf lässt sich aufbauen. Am Dienstag steht der nächste Test gegen die Sabres an, die sie bereits vor wenigen Tagen geschlagen haben. Es folgen am Donnerstag die Devils, die ebenfalls keine Paradesaison abliefern und am Samstag das erneute Traditionsduell mit den Bruins.

 

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Zwar werden die Red Wings mit 15 Punkten Rückstand auf die Ottawa Senators auf dem vorletzten Platz der Eastern Conference und 35 Punkten Rückstand auf die zweite Wildcard sicherlich nichts mehr mit den Stanley Cup Playoffs zu tun haben, doch wenn sie den Erfolg gegen die Bruins und den Schwung dieser erfolgreichen Spiele nutzen, können sie zeigen, dass das Team noch nicht am Ende, das sie nicht zu unterschätzen sind und das man in der nächsten Saison wieder mit einem Team rechnen darf, das konkurrenzfähig ist.

Die laufende Saison wird für die Red Wings zwar im April enden, mit weiteren starken Leistungen wie zuletzt könnten sie sich jedoch noch erhobenen Hauptes verabschieden.

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