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Fabbri haucht Red Wings neues Leben ein

Der Neuzugang glänzt bei seinem Debüt mit zwei Toren und profitiert vom Zusammenspiel mit seinem alten Kumpel Tyler Bertuzzi

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

So schnell kann es gehen. Am Mittwoch erst wurde Robby Fabbri von den St. Louis Blues im Tausch für Jacob de la Rose zu den Detroit Red Wings geschickt. In seinem ersten Auftritt für den neuen Arbeitgeber avancierte Fabbri gleich mal zum Matchwinner. Auch dank zweier Überzahltore des 23-Jährigen gewannen die Red Wings gegen die starken und favorisierten Boston Bruins 4:2. 

Es war ein Lebenszeichen eines Teams, das mit drei Siegen und zwei Niederlagen eine gute erste Woche in der Saison 2019/20 hatte. Doch danach verließen die Red Wings hauptsächlich als Verlierer das Eis. Nur ein Anthony Mantha, mit zehn Toren und sieben Vorlagen bester Scorer der Red Wings, war nicht genug. Und so findet sich die traditionsreiche Franchise mit elf Stanley Cup-Siegen Anfang November am Ende der Tabelle der Eastern Conference wieder.

Doch das Debüt von Fabbri im Trikot mit dem geflügelten Rad auf der Brust nährt die Hoffnung, dass es für Detroit aus dem Tabellenkeller bald wieder nach oben geht. Die Blues hatten Fabbri 2014 in der ersten Runde an 21. Stelle im Draft gezogen. Am 8. Oktober 2015 gab er seinen Einstand in der NHL - und schoss gegen die Edmonton Oilers gleich mal ein Tor. Mit 18 Treffern war er nach der Spielzeit 2015/16 sechster in der Rookie-Wertung. 

Doch Verletzungen warfen den Stürmer, der vor allem wegen seines Passspiels und seiner Übersicht geschätzt wird, zurück. Am 4. Februar 2017 riss er sich das vordere Kreuzband im linken Knie und musste operiert werden. Im Trainingscamp vor der Spielzeit 17/18 riss dasselbe Band erneut. Fabbri verpasste die komplette Saison. 2018/19 machte er für die Blues 32 Spiele (zwei Tore, vier Vorlagen). In den Playoffs kam er zehnmal zum Einsatz (ein Tor). Die Verletzungen habe er aber mittlerweile komplett hinter sich gelassen. "Das ist ein paar Jahre her. Ich fühle mich großartig auf dem Eis. Ich denke nicht mal mehr daran. Wenn ich spiele, fühle ich mich gut."

Und auch in dieser Saison kam er im Team von Coach Craig Berube nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus (neun Spiele, ein Tor). In Detroit sieht alles danach aus, dass er jetzt eine prominentere Rolle spielt. "Das hilft definitiv meinem Selbstvertrauen, hierherzukommen und den Jungs gleich helfen zu können, zu gewinnen", meinte der Stürmer nach dem Sieg gegen die Bruins. Und das werde er auch weiter versuchen.

Die Eingewöhnung in Detroit erleichtern wird Fabbri Tyler Bertuzzi. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Jahren bei Guelph Storm in der Ontario Hockey League (OHL) und haben dort schon von 2012/13 bis 14/15 zusammengespielt. In der offiziellen Aufstellung ist Bertuzzi noch mit Dylan Larkin und Mantha in einer Sturmformation. Fabbri agierte an der Seite von Valtteri Filppula und Andreas Athanasiou. Doch schon im Überzahlspiel ließ Red Wings-Coach Jeff Blashill das Duo aus Juniorentagen zusammen aufs Eis. 

 

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Und das mit Erfolg. Bertuzzi bereitete beide Treffer von Fabbri vor. "Es hat damals viel Spaß gemacht, mit Bertuzzi zusammenzuspielen", erinnerte sich Fabbri an die gemeinsame Zeit der beiden. "Und dieser Abend hat all diese Erinnerungen zurückgebracht." Fabbri wurde 2014 mit dem Wayne Gretzky 99 Award als wertvollster Spieler der OHL-Playoffs ausgezeichnet. 13 Tore und 28 Punkte verbuchte er in 16 Spielen und hatte damit maßgeblichen Anteil am Titelgewinn der Storm. 2015 gewann er mit Kanada die Goldmedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften und hatte danach 51 Scorerpunkte bei Guelph (25 Tore, 26 Assists). 

Bertuzzi gab das Kompliment artig zurück: "Es hat sich gut angefühlt, wieder mit Fabbri zusammenzuspielen und die alte Verbindung wieder aufleben zu lassen. Er war schon bei den Junioren ein super Schütze und hat gerade mit St. Louis den Cup gewonnen. Er wird uns sehr gut tun." 

Ganz nebenbei trug sich Fabbri mit seinem Doppelpack auch gleich mal in die Geschichtsbücher ein. Er ist erst der siebte Spieler in der Geschichte der Red Wings, der bei seinem Debüt zwei oder mehr Tore schoss und nur der zweite in den vergangenen 34 Jahren. Zuletzt schaffte das der Österreicher Thomas Vanek am 13. Oktober 2016 für Detroit. Für Fabbri war es das vierte Spiel in der NHL mit zwei oder mehr Treffern. Das Letzte ist aber schon ein Weilchen her: Am 28. Dezember 2016 erzielte er einen Hattrick gegen die Philadelphia Flyers. 
In den Geschichtsbüchern ist Fabbri übrigens gleich mehrfach vertreten. Denn vor drei Jahren wurde er zum jüngsten Spieler in der NHL-Geschichte, dem drei Scorerpunkte (ein Tor, zwei Assists) in einem Spiel 7 einer Playoff-Serie gelangen. Mit 20 Jahren und 110 Tagen verdrängte er Paul Reinhart (21 Jahre, 108 Tage; Calgary Flames). 

Video: BOS@DET: Fabbri mit zweitem Tor im Powerplay

Auch sein Trainer bei den Red Wings war von der ersten Vorstellung des neuen Schützlings gleich sehr angetan: "Robby ist einer, der Tore schießen kann. Wir wissen, dass er in der Vergangenheit gut im Powerplay war. Wir haben ihm eine Chance gegeben und er hat einen super Job gemacht. Wir erwarten keine zwei Tore von ihm jeden Abend. Aber er hat mit viel Einsatz gespielt und die Sachen gemacht, die er machen musste", sagte Blashill. 

Der Übungsleiter setzt schon einige Hoffnungen in Fabbri. Er habe sich mit Ken Hitchcock und Berube unterhalten. "Wir glauben, dass mehr in ihm steckt. Er bekommt jetzt eine Chance, kann unbelastet da rangehen. Jetzt muss er sie nutzen. Wir brauchen mehr Scoring. Er kann uns da helfen. Ich freue mich darauf, ihn spielen zu sehen", sagte Blashill noch vor der Partie gegen Boston.  

Jetzt nach dem Einstand des Neuen wird er auch erleichtert sein, dass sich seine Offensive nicht mehr nur auf Mantha konzentriert. Und womöglich tüftelt Blashill schon an einem Plan, wie er seine Sturmreihen am geschicktesten durcheinanderwürfeln kann, dass Fabbri und Bertuzzi dann nicht nur in Überzahl zusammenspielen. Dass die alte Verbindung aus Juniorenzeiten immer noch klappt, haben sie bewiesen. Doch eins ist auch klar: Alleine können sie die Red Wings nicht aus dem Tabellenkeller befördern. 

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