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Rangers wollen im Heimspiel die Serie beenden

von Stefan Herget / NHL.com

Ein weiteres Spiel, in diesem Fall das Siebte, oder Saisonende: So heißt es zum zweiten Mal für die Montreal Canadiens in der kommenden Nacht um 2 Uhr MESZ, wenn sie im Madison Square Garden auf die New York Rangers treffen, die mit ihrem zweiten Matchball versuchen, den ersten Einzug in das Stanley Cup Finale nach 20 Jahren Abstinenz perfekt zu machen.

"Es ist eine Zeit der Entscheidungen", sagt Rangers Kapitän Brad Richards richtigerweise und fügt hinzu, was sehr wahrscheinlich alle seine Teamkollegen und die Millionen Rangers-Fans in aller Welt denken: "Du willst nicht zurück zu einem Spiel 7, wo alles mögliche passieren kann."

Die Blueshirts werden jedoch vor heimischer Kulisse anders auftreten müssen, als sie das am Dienstag im fünften Spiel in Montreal getan haben und es ist davon auszugehen, dass sie das auch tun. Selbst wenn beim 7-4 Erfolg der Canadiens für die einiges perfekt lief und die Schüsse platziert ihren Weg ins Netz fanden, ließen die Rangers gerade in der Defensive die zuvor gezeigte Aggressivität missen, was den Gastgebern einige Chancen eben erst ermöglichte.

"Wir haben unsere Aufteilung in allen Bereichen des Spieles verloren", übt Richards deutliche Kritik, was schief gelaufen ist. Hinzu kamen unnötige Strafzeiten, wodurch sich die New Yorker immer wieder selbst in Bedrängnis brachten. Zwar konnten die Kanadier nur aus der ersten von insgesamt acht Möglichkeiten mit dem 1-0 Kapital schlagen, aber eigene Unterzahl bedeutet immer auch, den eigenen Spielfluss in der Offensive zu verlieren und aus dem Takt zu kommen.

Bestes Beispiel war der illegale Check von John Moore an Dale Weise in der 51. Spielminute, der mitten in einer Drangphase der Rangers eventuell den 4-6 Rückstand noch einmal auszugleichen, diese mit der gerechtfertigten fünf Minuten Zeitstrafe jedoch jäh unterbrach. Zuvor konnten die Gäste nach einem 1-4 Rückstand bereits auf 4-4 gleichziehen.

"Ich würde meinen, die Canadiens haben nun möglicherweise wieder ein bisschen Hoffnung, aber das ändert nichts daran, was wir glauben", erzählt Richards selbstbewusst. "Wir haben uns nur mit uns selbst zu beschäftigen und unserem Marschplan. Wir spielen so nicht und werden so auch nicht das nächste Spiel spielen. Es ist großartig nach Hause zu kommen und wir werden in unser Gebäude nach Hause kommen und werden um einiges besser sein, strukturell und überlegt."

Zweifelsohne müssen die Rangers zu ihrer strukturierten und überlegten Spielweise zurückkommen. Sie boten den Canadiens zu viel Platz in ihrem eigenen Drittel, so dass diese Raum und Zeit hatten, die entscheidenden Pässe zu spielen. Aber auch auf der gegenüber liegenden Seite fiel auf, dass den Akteuren von Montreal die Befreiung aus dem Drittel leichter fiel, als die Partien zuvor. Das Forechecking der Mannen von Trainer Alain Vigneault ließ deutlich an Effektivität vermissen.

Beispielhaft seien die beiden Treffer von Habs Rene Bourque erwähnt, die durch perfektes Passspiel ermöglicht wurden und bei konsequenterem Vorgehen der Gegner hätten verhindert werden können. "Ich muss den Canadiens ein Kompliment machen, denn sie haben uns bekämpft, in dem sie in der Zone schöne Spielzüge gezeigt haben", sagte Vigneault anerkennend. Seine Spieler waren also nicht immer Herr der Lage vor dem eigenen Tor, was es selbst für Torhüter Henrik Lundqvist schwer gemacht hat.

Der Schwede ließ die zuvor in vielen Auftritten gezeigte Souveränität missen, kassierte vier Treffer bei 19 Torschüssen und verließ nach dem 4-1 in der 30. Minute das Eis für seinen Ersatzmann Cam Talbot. "Ich war etwas langsam", sagte Lundqvist nach dem Spiel selbstkritisch. Fraglich, ob es den Canadiens mehr Selbstvertrauen einflößt, dass sie den gegnerischen Schlussmann endlich menschlich haben aussehen lassen? Oder deutet die Langsamkeit auf verzehrte Kräfte beim Skandinavier durch die schon anstrengenden Playoffs hin?

"Ich würde meinen, wir werden eine seiner besseren Auftritte sehen", sagt Richards in Vorschau auf das sechste Spiel über seinen Torhüter. "Besonders zurück zu kommen zu seinem Publikum und insbesondere dieses Spiel 5 wieder gut zu machen. Es ist etwas worüber wir uns keinen Kopf zu machen brauchen. Wir wissen immer auf ihn ist Verlass."

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