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Ein Eishockey-Jahrzehnt geht zu Ende

Kane punktete mehr als Crosby und Ovechkin - Blackhawks holten die meisten Stanley Cups

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Freier Autor

NHL.com/de beleuchtet jeden Dienstag der regulären Saison 2019/20 aktuelle Trends in der Liga und Storylines. In dieser Ausgabe geht es um einen Rückblick auf das NHL-Jahrzehnt 2010 bis 2019.

Am 31. Dezember 2019 geht ein fulminantes Eishockey-Jahrzehnt zu Ende. Doch welche Teams und welche Spieler haben die letzten zehn Jahre wie keine anderen geprägt? NHL.com/de wagt einen Rückblick…

 

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Chicago Blackhawks prägen eine Ära

Als Mannschaft haben die Chicago Blackhawks ihren Stempel aufgedrückt. Stolze dreimal konnten das Team aus Windy City den Stanley Cup gewinnen und setzte sich dabei gegen drei unterschiedliche Gegner durch: 2010 gegen die Philadelphia Flyers (4:2), 2013 gegen die Boston Bruins (4:2) sowie 2015 gegen die Tampa Bay Lightning (4:2). Die Hälfte ihrer insgesamt sechs Stanley Cups holten die Blackhawks also in diesem Jahrzehnt. Wie schnelllebig das Geschäft ist, zeigen allerdings die jüngsten Jahre: Sowohl 2017/18 als auch 2018/19 konnte sich Chicago zweimal in Folge nicht mehr für die Playoffs qualifizieren und ist zum Jahreswechsel in der laufenden Spielzeit 2019/20 erneut nicht auf Endrunden-Kurs.

Wie ausgeglichen die Liga geworden ist, zeigt die Anzahl von sechs unterschiedlichen Stanley Cup Champions in den vergangenen zehn Jahren: Nach den Chicago Blackhawks (2010, 2013, 2015) mit drei Titeln, kürten sich die Pittsburgh Penguins (2016, 2017) und Los Angeles Kings (2012, 2014) jeweils zweimal zum Meister. Einmal durften die Boston Bruins (2011), Washington Capitals (2018) und St. Louis Blues (2019) jubeln. Sowohl Capitals als auch Blues gewannen erstmals überhaupt in ihrer Franchise-Gesichte den "Heiligen Gral" des Eishockeys.

Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es in Sachen Titelgewinne deutlich weniger Abwechslung. Etwa in den 1980er Jahren, als die New York Islanders viermal in Folge den Stanley Cup gewannen (1980 - 1983) und auch die Edmonton Oilers viermal feierten (1984, 1985, 1987, 1988). Hinzu kamen noch die Montreal Canadiens (1986) und Calgary Flames (1989). In den 1970er Jahren ging der Stanley Cup in sechs von zehn Jahren nach Montreal (1971, 1973, 1976, 1977, 1978, 1979). In den 1950er Jahren schafften es die Canadiens sogar, fünf Meisterschaften in Folge einzutüten - wobei der letzte Titel schon im neuen Jahrzehnt passierte (1956 bis1960). Durch die Expansion der NHL sowie den Salary Cap wurde also für mehr Ausgeglichenheit und Spannung gesorgt sowie an Attraktivität gewonnen.

Keiner gewinnt öfter als Washington

Dass der Traum vom Stanley Cup für Washington im Jahr 2018 erstmals in Erfüllung ging, ist angesichts der vielen Erfolge während der regulären Saison absolut verdient: Kein anderes Team gewann in diesem Jahrzehnt mehr Spiele als die Capitals (786 Spiele, 465 Siege, 1020 Punkte). Die Top-5 komplettierten die Pittsburgh Penguins (464 Siege), St. Louis Blues (452 Siege), Boston Bruins (446 Siege) und Tampa Bay Lightning (441 Siege). 

Wie beeindruckend Washingtons Leistung ist, zeigt der Blick auf die letzten Dekaden: In den 2000er (452) und 90er Jahren (431) waren die Detroit Red Wings jeweils das Team mit den meisten Siegen, in den 80ern die Edmonton Oilers (458). Auf mehr gewonnene Spiele in einem Jahrzehnt kamen nur die Montreal Canadiens (501) und Boston Bruins (787) in den 70ern.

In den 2010er Jahren hatte Washington übrigens auch das beste Powerplay (22,1 Prozent), während die St. Louis Blues das beste Penalty Killing stellten (83,9 Prozent). Am torfreudigsten waren die Pittsburgh Penguins und die Vegas Golden Knights mit jeweils 3,11 Toren pro Spiel. Dass das jüngste NHL-Franchise eine Bereicherung für die Liga ist, zeigt auch die Schussstatistik: Kein anderes Team feuerte in diesem Jahrzehnt im Schnitt öfters aufs gegnerische Tor als die Jungs aus Las Vegas (33,6 Schüsse pro Partie). In Sachen Defensivarbeit tauchen oft die Los Angeles Kings ganz vorne auf. Das gilt für die wenigsten Gegentore (2,44 pro Spiel, wie Boston) als auch für die meisten Checks (5,61 pro Spiel). Die New York Islanders blockten die meisten Schüsse (3,24 pro Spiel), die meisten Faceoffs entschieden die Bruins für sich (52,2 Prozent).

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Crosby? Ovechkin? Kane!

Bei der Frage nach den prägendsten Spielern in diesem Jahrzehnt dürfte einem sofort Sidney Crosby und Alex Ovechkin einfallen, die diese Ära geprägt haben wie kaum ein anderer. Die meisten Scorerpunkte zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. Dezember 2019 aber sammelte weder Crosby (788, 2.) noch Ovechkin (779, 3.), sondern Patrick Kane (799, 1.)! Ovechkin führt die Torjägerliste in dieser Dekade an (437 Treffer), gefolgt von Steven Stamkos (363) und John Tavares (318).

Unerreicht ist natürlich das Wahnsinns-Jahrzehnt des besten Eishockey-Spielers aller Zeiten: Wayne Gretzky kam in den 80er Jahren auf satte 1724 Scorerpunkte sowie 588 Tore. Auch den 90ern drückte Gretzky als fleißigster Punktesammler seinen Stempel auf (940 Punkte). Die meisten Tor in dieser Dekade aber schoss Brett Hull (495). In den 2000er Jahren war Joe Thornton mit 766 Punkten der Top-Scorer sowie Jarome Iginla mit 325 Treffern der Top-Torjäger. Sie alle stehen in einer Reihe mit großen Namen wie Phil Esposito (1100 Punkte, 588 Tore in den 70ern), Stan Mikita (755 Punkte in den 60ern), Bobby Hull (396 Tore in den 60ern) und Gordie Howe (732 Punkte, 350 Tore in den 50ern). 

Die nächste Generation steht bereit

Die NHL also hört nicht auf, Helden zu produzieren. Spannend ist, wer in den 2020er Jahren zur prägenden Figur einer ganzen Ära wird. Das Spiel ist schneller und torreicher geworden und hat schon jetzt vielversprechende Talente, die das nächste Jahrzehnt prägen wollen. Mit Leon Draisaitl könnte sogar ein Deutscher darunter sein.

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