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Predators wünschen sich Pekka Rinne in Galaform

Nashvilles Spieler zeigen sich vor Spiel 2 gegen die Winnipeg Jets selbstbewusst und zuversichtlich

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

Es gibt Tage, an denen man als Torhüter froh ist, eine Maske zu tragen. Einen solchen erlebte Pekka Rinne, Schlussmann der Nashville Predators, am Freitagabend beim Auftakt der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference gegen die Winnipeg Jets. So bekam niemand in der Bridgestone Arena den frustrierten Gesichtsausdruck des 35-jährigen Finnen zu sehen, als der Puck zum dritten Mal in diesem Spiel hinter ihm im Netz zappelte. Weil jedoch seine Körpersprache eine gewisse Ratlosigkeit vermittelte, dürfte Nashvilles Coach Peter Laviolette in diesem Moment den Entschluss gefasst haben, dem Routinier in der zweiten Drittelpause den vorzeitigen Dienstschluss mitzuteilen. 

Für die letzten 20 Minuten der Partie beorderte der Trainer den Ersatzmann Juuse Saros zwischen die Pfosten. Rinne nahm für die verbleibende Spielzeit mit einer Baseball-Mütze auf der Bank Platz. Fröhlichkeit wollte bei ihm auch dort nicht mehr aufkommen, was nicht nur der 1:4-Niederlage der Predators geschuldet war, sondern in erster Linie seinem dürftigen Leistungsnachweis. Von 16 Schüssen, die der Gast aus Winnipeg auf sein Tor abgab, parierte Rinne lediglich 13. Das entsprach am Ende einer Fangquote von gerade einmal 81,3 Prozent. Zu wenig für die eigenen hohen Ansprüche und um in diesem wichtigen Match der erhoffte Rückhalt für die eigene Mannschaft zu sein.

 

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Laviolette nahm seinen Torhüter jedoch ausdrücklich gegen Kritik in Schutz. "Die Gegentore waren hart für Peks (Rinne - d. Red.). Allerdings muss unsere gesamte Defensive einen besseren Job machen, vor allem bei den ersten beiden Treffern der Jets", sagte er. Mit der Auswechslung Rinnes wollte er nach eigenen Worten ein Zeichen setzen und das Team wachrütteln. "Alle sollten nochmal einen Gang hochschalten und versuchen, dem Spiel eine Wende zu geben", erläuterte der verantwortliche Mann an der Bande der Predators. Nach dem schnellen Anschlusstreffer durch Kevin Fiala zu Beginn des letzten Abschnitts sah es kurzzeitig danach aus, als könnte der Plan aufgehen. Doch die Jets fingen sich wieder und banden den Sack kurz vor Schluss endgültig zu.

Video: WPG@NSH, Sp1: Scheifele überwindet Rinne

Rinne begann bislang alle sieben Begegnungen der Predators in den laufenden Playoffs. Die Serie gegen die Colorado Avalanche in der ersten Runde war für ihn mit Ausnahme der beiden Auftaktsiege ein Auf und Ab. Bei der 3:5-Niederlage in Spiel 3 in Denver nahm ihn Laviolette nach vier Gegentoren in etwas mehr als 24 Minuten ebenfalls vom Eis. Beim 3:2-Sieg im folgenden Match glänzte er dagegen mit 31 Saves. Eine ähnlich starke Reaktion zeigte er nach der unerwarteten 1:2-Heimpleite im fünften Vergleich. Beim 5:0 in Spiel 6 feierte er seinen ersten Shutout in den diesjährigen Playoffs und den insgesamt vierten in seiner NHL-Laufbahn.

Bei den Predators hoffen sie nun inständig, dass sich das Gesetz der Serie fortsetzen und Rinne in Spiel 2 gegen die Jets wieder einen Sahnetag erwischen wird. Dass er am Sonntagabend auf seinen angestammten Platz zurückkehrt, steht außer Zweifel. Ein Galaauftritt der Nummer 1 ist unabdingbare Voraussetzung dafür, um den Kontrahenten aus Winnipeg in die Knie zu zwingen und den Gleichstand in der K.-o.-Runde herzustellen.

 

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Noch lieber wäre es dem Trainerstab sicherlich, wenn Rinne in den Playoffs durchgängig an die Form der regulären Saison anknüpfen könnte. Mit reihenweise guten Leistungen hatte er großen Anteil daran, dass Nashville mit 53 gewonnenen Begegnungen und 117 Punkten neue Franchise-Rekorde aufstellte. Bei seinen 59 Starts feierte er 42 Siege, zwischen 19. Februar und 19. März sogar elf hintereinander. Sein Gegentorschnitt betrug 2,31 und seine Fangquote 92,7 Prozent. Achtmal hielt er seinen Kasten sauber.

Längst nicht alle Spieler der Predators sind wegen der Auftaktniederlage gegen die Jets so zerknirscht wie Rinne. Sie verwiesen auf die drückende Überlegenheit, die sich aus ihrer Sicht völlig zu Unrecht nicht im Endresultat widerspiegelte. Entsprechend angriffslustig gaben sich einige Akteure im Hinblick auf das Duell am Sonntag. "Wir haben uns heute vor dem Training zusammengesetzt und das verlorene Spiel analysiert. Wir wissen, was wir zu tun haben. Die Jungs fühlen sich gut. Wir werden alles geben, um ein großes Spiel abzuliefern", kündigte Verteidiger P.K. Subban selbstbewusst an.

Video: WPG@NSH, Sp1: Stastny verwertet den Abpraller

Ähnlich formulierte es Mannschaftskapitän Roman Josi: "Trotz der Niederlage können wir viel Positives aus Spiel 1 mitnehmen. Wir haben insgesamt sehr gut gespielt, viele Angriffe gefahren und viel Zeit in der gegnerischen Zone verbracht. Selbstverständlich gibt es auch einige Dinge zu verbessern. Wir werden daran arbeiten und das Comeback schaffen", sagte er.

Stürmer Austin Watson wies auf die besondere Bedeutung der kommenden Partie für den Verlauf der Best-of-Seven-Serie hin. "Es ist wichtig, dass wir den Ausgleich schaffen, bevor wir nach Winnipeg reisen. Wir werden unser Bestes geben", sagte er. "Wir müssen so viele Schüsse wie möglich aufs Tor bringen. Dann bin ich sicher, dass wir zum Abschluss kommen werden - sei es durch Abpraller oder gewonnene Zweikämpfe."

Spiel 2 in der Serie zwischen den Predators und den Jets findet am Sonntag in der Bridgestone Arena von Nashville statt (19:00 ET; NBCSN, CBC, TVAS).

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