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Vincent Praplan weiß zu überzeugen

Outside the NHL: In San Jose kam der junge Schweizer nicht zum Zug, aber beim Panthers-Farmteam könnte er sich für einen neuen Vertrag empfehlen

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird Euch NHL.com/de jeden Samstag mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um Vincent Praplan und seinen Wechsel von den San Jose Barracuda zu den Springfield Thunderbirds.

Zwar hat Vincent Praplan noch keine volle Profi-Saison in Nordamerika absolviert, aber mit dem für europäische Verhältnisse ungewöhnlichen Sport-Business in Übersee ist er spätestens seit dem 22. Februar bestens vertraut.

Praplan befand sich mit seinem Team, den San Jose Barracuda, gerade auf einer Auswärtstour, als ihn die einschneidende Meldung erreichte: Die San Jose Sharks, für die der 24-jährige Schweizer noch kein einziges Punktspiel bestritten hatte, tradeten ihn zu den Florida Panthers. Drei Tage vor dem Ablauf der offiziellen Wechselfrist wurde Praplan Teil des alljährlichen Trade-Spektakels und musste seine Erfahrung mit der Schattenseite des Eishockey-Geschäfts machen.

Wie er der Basler Zeitung erzählte, ging es für ihn nach einem warmen Händedruck mit dem Coach direkt in das schon gebuchte Flugzeug. Mehr als das Nötigste ging zunächst nicht mit auf die Reise ins Unbekannte.

Das Unbekannte heißt jedoch nicht Sunrise, Florida, wo die Panthers aus der NHL ihr Zuhause haben, sondern Springfield Massachusetts, eine knapp 150.000 Einwohner zählende Stadt im äußersten Nordosten der Vereinigten Staaten. Dort trägt das Panthers-Farmteam, die Springfield Thunderbirds, in der örtlichen Mass Mutal Center seine Heimspiele aus. Für Praplan bahnte sich ein Tapetenwechsel an, der es sowohl persönlich als auch sportlich in sich hatte.

Als Praplan im Spätsommer seinen Dienst bei der Organisation der Sharks antrat, befand er sich an einem der attraktivsten Orte, den die nordamerikanische Eishockeywelt zu bieten hat. In der von der Sonne verwöhnten kalifornischen Großstadt San Jose lässt es sich hervorragend unter Palmen leben.

Nur mit dem Eishockeyspielen wollte es für Praplan dort nicht so wirklich klappen: Schon nach wenigen Tagen im Traingscamp stand für ihn fest, dass er zunächst nicht für die Sharks auflaufen wird. Er wurde zum Farmteam, den Barracuda, beordert und musste sich seitdem in der weniger glamourösen American Hockey League für größere Aufgaben empfehlen.

Aber auf sich aufmerksam machen konnte er dort nicht wirklich. Praplan, der bei den Kloten Flyers drei Jahre lang der unangefochtene Star der Mannschaft war und für sein Heimatland bei der Weltmeisterschaft und den olympischen Spielen auflief, hatte mit der ruppigen Spielweise zu kämpfen.

In der National League gelangen ihm zuletzt 39 Punkte (15 Tore, 24 Assists) in 47 Hauptrundenspielen für Kloten. Eine Ausbeute, von der der technisch versierte Stürmer bei den Barracuda nur träumen konnte. Praplan benötigte einige Monate, um sich auf die schnelle und zielstrebige Spielweise einzustellen.

Anstatt in einem Block mit den Topstürmern der Barracuda aufzulaufen, musste er öfter als ihm Recht war unliebsame Arbeit in einer der Checking-Lines verrichten. Insgesamt kam Praplan in knapp sechs Monaten in Kalifornien auf 16 Punkte (vier Tore, zwölf Assists) in 27 Spielen für die Barracuda und zu der Gewissheit, dass er nicht mehr für die Sharks auflaufen wird.

Und so könnte Praplan der Wechsel in das triste Springfield zumindest sportlich voranbringen. Die Barracuda kämpften in der Spitzengruppe der Pacific Division. Die Thunderbirds hingegen sind eines der schwächsten Teams der Atlantic Division. Was auf den ersten Blick als ein Abstieg aussieht, könnte sich für den Rechtsschützen als eine echte Chance entpuppen.

In San Jose musste Praplan häufig Defensivarbeit leisten. Jetzt in Springfield bekommt Praplan öfter Eiszeit in den wichtigen Phasen. Er darf in den ersten beiden Reihen spielen, als Starting-Six antreten und seine unbestritten vorhandenen Offensivqualitäten ausspielen.

Die Thunderbirds punkteten in ihren ersten drei Spielen mit Praplan. Schon in seinem zweiten Spiel, einem 5:1-Sieg gegen die Hartford Wolf Pack, erreichte der gebürtige Sierrer zwei Assists. Auch dank ihren weiteren Verstärkungen zur Trade Deadline wie Jean-Sebastian Dea setzten die Thunderbirds zum Höhenflug an. Sie verbesserten ihre Ausbeute im März kontinuierlich und könnten mit etwas Glück wieder in das Playoff-Rennen eingreifen.

 

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Am 10. März erzielte Praplan sein erstes Tor im neuen Dress. Beim 3:1-Sieg gegen die Providence Bruins traf der Schweizer in der 53. Spielminute zum Endstand. Nach einem Schlagschuss von der blauen Linie stand er im Slot bereit, um den Puck in die Maschen zu lenken.

In der neuen Mannschaft kann Praplan sprichwörtlich Werbung in eigener Sache machen. Sein Vertrag läuft zum Ende der aktuellen Spielzeit aus und seine Zukunft ist noch offen. Dass er in seinen ersten sieben Spielen für die Thunderbirds beachtliche vier Punkte (ein Assist, drei Tore) erzielt hat und für einen AHL-Rookie eine respektable Punkteausbeute vorweisen kann, sollte den Verantwortlichen bei den NHL-Klubs nicht entgangen sein.

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