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Playoffs: Virtuoses Spiel aus dem Alpenraum

von Axel Jeroma / NHL.com

Wenn am Mittwoch die NHL-Playoffs beginnen, beteiligt sich auch eine ganze Reihe von Spielern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich am Wettstreit um den Gewinn des Stanley Cups 2016. Sie könnten in der Ausscheidungsrunde sogar zusammen ein fiktives Team bilden, mit einem sehr kleinen, aber dennoch feinen Aufgebot.

Nachfolgend eine Übersicht über die Akteure aus dem deutschsprachigen Raum, die in der Hauptrunde zum Einsatz kamen und sich mit ihren Klubs für die Playoffs qualifiziert haben (nach Positionen geordnet).

Torhüter:

Bei den New York Islanders hat der Deutsche Thomas Greiss in der Hauptrunde mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und sich so in die Herzen der Fans gespielt. Mit einer Fangquote von 92,6 Prozent liegt er auf dem dritten Platz in der NHL-Rangliste. Bei 37 seiner bislang 40 Einsätze stand Greiss in der Startformation. Man darf gespannt sein, ob ihn Coach Jack Capuano in den Playoffs offiziell zur Nummer eins bei den Islanders macht. Greiss jedenfalls ist bereit für die kommenden Aufgaben: „Wichtige Spiele haben ihren Reiz“, sagte er vor kurzem im Gespräch mit nhl.com/de.

Auf die eine oder andere Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen, hofft auch sein Landsmann Philipp Grubauer von den Washington Capitals. Sein Problem: Mit Braden Holtby hat er einen der Zunftbesten als Teamkollegen. Grubauer machte in dieser Saison bislang 21 Spiele, 15 von Beginn an. Seine Fangquote liegt bei 91,8 Prozent.

Verteidiger:

Eine überragende Saison spielt der Schweizer Roman Josi bei den Nashville Predators. Er war bislang lediglich in einer von 82 Partien absent und brachte es dabei auf 61 Punkte (14 Tore, 47 Vorlagen). Mancher NHL-Stürmer würde nach solchen Werten lechzen. Josi ist ein hervorragendes Beispiel, wie wertvoll Verteidiger sind, die ihre Qualitäten nicht nur in der Defensive haben, sondern auch das Offensivspiel zu beleben.

In diese Kategorie fällt auch Mark Streit, der sich mit seinen Philadelphia Flyers auf den letzten Drücker an den Boston Bruins vorbei in die Playoffs mogelte. 23 Punkte (6 Tore, 17 Vorlagen) verbuchte er bei 62 Auftritten. Es wären mit Sicherheit mehr gewesen, wenn er nicht aufgrund einer Verletzung längere Zeit gefehlt hätte.

Seine nachgewiesenen Fähigkeiten im Spielaufbau haben Christian Ehrhoff (48 Einsätze, 2 Tore, 10 Vorlagen) für die Chicago Blackhawks interessant gemacht. Das zumindest war einer der Gründe, die Coach Joel Quenneville für die Verpflichtung des Deutschen im Februar nannte. Gerne würde der 33-Jährige seinen Teil zur Titelverteidigung der Blackhawks beitragen und seine lange NHL-Karriere doch noch mit dem Gewinn des Stanley Cups krönen.

Nach mäßigem Beginn hat sich Korbinian Holzer bei den Anaheim Ducks als Stammkraft etabliert. Drei Vorlagen in 29 Matches weist die Statistik für den Deutschen aus. Nur eine Nebenrolle hat der Schweizer Mirco Müller bei den San Jose Sharks gespielt. Elfmal vertrat er seine Farben auf dem Eis und blieb dabei ohne Scorer-Punkt.

Stürmer:

Auf virtuoses Offensiv-Handwerk aus dem Alpenraum haben die Minnesota Wild gesetzt und sind dabei nicht enttäuscht worden. Der Schweizer Nino Niederreiter fehlte in keinem der 82 Hauptrunden-Matches und kam auf 43 Punkte (20 Tore, 23 Vorlagen). Nicht viel nach stand ihm sein österreichischer Mannschaftskamerad Thomas Vanek mit 41 Punkten (18 Tore, 23 Assists) in 74 Spielen. Wegen einer Oberkörperblessur steht Vanek seinem Klub zu Beginn der Playoffs jedoch nicht zur Verfügung. Nicht entscheidend in Szene setzen konnte sich dagegen der Dritte deutschsprachige Angreifer der Wild, Christoph Bertschy. Der Schweizer Mittelstürmer machte drei Spiele, bei denen er kein Tor und keinen Punkt erzielte.

In allen bisherigen 81 Begegnungen mitgewirkt hat Michael Raffl von den Philadelphia Flyers. 28 Punkte steuerte er auf Philadelphias Weg durch die Hauptrunde in die erste Runde der K.-o.-Spiele bei.

Die Augen des deutschen Fachpublikums richten sich bei den Angreifern auf Tom Kuhnhackl von den Pittburgh Penguins. Der Rookie gehört dort inzwischen zur Stammbelegschaft. Seit Januar 2016 trug er 42mal den Dress mit dem Pinguin, schoss fünf Tore und war an zehn weiteren mit einer Vorlage beteiligt. Auf seine erste Playoff-Teilnahme in seiner noch jungen NHL-Laufbahn freut er sich immens. Zu den Aussichten für die Penguins befragt, sagte er: „Jetzt ist alles möglich.“

Die Startaufstellung eines hypothetischen, deutschsprachigen Teams am Mittwoch könnte wie folgt aussehen: Greiss – Josi, Streit – Kühnhackl, Niederreiter, Raffl.

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