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Murray mit Ruhe und Gelassenheit

Pittsburghs Torwart war im zweiten Stanley Cup Finale ein ruhender Pol im Spiel der Penguins

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Knapp 8 1/2 Minuten waren im zweiten Drittel von Spiel 2 des Stanley Cup Finales beim Stande von 1-1 Unentschieden absolviert, als sich Roman Josi ungläubig abdrehte. Aus zwölf Meter Entfernung hatte der Schweizer Verteidiger in Diensten der Nashville Predators abgezogen, doch sein halbhoher Gewaltschuss war in der Fanghand von Matt Murray gelandet. Mit einem spektakulären Save verhinderte Pittsburgh Penguins Schlussmann den erneuten Rückstand seines Teams. Es war bereits der 25. Torschuss den Murray zu halten bekam, am Ende der Partie sollten es deren 37 gewesen sein.

"Die meisten ihrer Schüsse waren doch für ihn kein Problem und als sie ein paar Mal richtige Hochkaräter hintereinander hatten, war Murray mit wichtigen Paraden zur Stelle", freute sich unmittelbar nach der Partie Linksaußen Conor Sheary über die Vorstellung ihres Torhüters."

Der so Gelobte blickte gegenüber NHL.com/de ganz pragmatisch auf seine Leistung zurück: "Das ist doch mein Job Tore zu verhindern. Für mich spielt es auch keine Rolle, wer bei uns gerade als Verteidiger auf dem Eis steht und wie viele [Schüsse] auf meinen Kasten kommen. Meine Aufgabe ist es sie zu halten."

Video: NSH@PIT, Sp2: Murray stoppt Aberg und Forsberg

Murray ließ sich auch nicht davon beeindrucken, dass das zweite Aufeinandertreffen härter geführt wurde. Er selbst war davon betroffen als ihn Cody McLeod einfach umfuhr, wofür sich der Angreifer der Predators eine zweiminütige Strafe wegen Behinderung einhandelte. "Das war doch zu erwarten. Schon im letzten Spiel sind sie hart an den Torraum rangefahren. Darauf bin ich eingestellt", zeigte sich der 23-Jährige ganz abgeklärt.

Vor der Serie wiesen Murray und Pekka Rinne, sein Gegenüber im Tor der Predators, mit 94,6 Prozent zu 94,1 Prozent annähernd die gleiche Fangquote aus. Während der US-Amerikaner seinen Wert auch nach den zwei Finalpartien annähernd halten konnte (94,3%), sackte Rinne auf 92,9% ab.

Am Tag vor Spiel 2 hatte Murray noch davon gesprochen, dass es hauptsächlich darauf ankomme, das Spiel zu lesen und nicht zu sehr auf den Puck fixiert zu sein: "Du musst wissen, wo die Jungs auf dem Eis stehen. Sie verfügen über sehr bewegliche Verteidiger. Das kennzeichnet ihr System."

Jedoch die Scheibe fest im Blick hatte Murray 19 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels: Nach einem gewonnenem Bully forderte Pontus Aberg mit einem verdeckten Schuss den brillant aufgelegten Murray heraus. Dieser wehrte mit dem linken Bein ab, machte beim anschließenden Nachschuss von Filip Forsberg aus kurzer Distanz die Lücke am linken Pfosten rechtzeitig dicht und vergrub schließlich auch noch den Puck unter seinem Körper.

Wer weiß wie die Partie verlaufen wäre, wäre Nashville zu diesem, aus Pittsburghs Sicht unglücklichem Zeitpunkt erneut in Front gegangen? Die Predators sind es nicht, Dank eines erneut überragenden Murray.

Video: NSH@PIT, Sp2: Murray macht sich lang, stoppt Jarnkrok

"Man möchte zum Ende des Drittels hin nichts mehr zulassen, damit sie mit einem Momentum in die Pause gehen. Das ist in jedem Spiel wichtig. Uns ist es gelungen ihre Sturmphase zu überstehen", sagte Murray gegenüber NHL.com.

Die Entscheidung von Penguins Cheftrainer Mike Sullivan nach Spiel 3 des Eastern Conference Finales gegen die Ottawa Senators voll auf den wiedergenesenen Murray, anstatt auf Marc-Andre Fleury zu setzen, zeichnet sich, erst recht nach den ersten zwei Finalauftritten, als wegweisend für den Erfolg der Penguins aus. Der junge Torwart lässt sich einfach nicht aus der Ruhe bringen. Seine Sicherheit überträgt sich auf seine Vorderleute. Und die Predators dürften vor Spiel 3 ganz schön daran zu knappern haben, dass nur vier ihrer insgesamt 64 Schüsse den Weg hinter Murray ins Netz gefunden haben.

Das dritte Aufeinandertreffen zwischen den Nashville Predators und Pittsburgh Penguins findet am Samstag in der Bridgestone Arena von Nashville statt (2 p.m. ET).

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