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Guentzels Ausfall trifft Penguins hart

Jake Guentzel ist der nächste auf Pittsburghs langer Verletztenliste. Kurzfristig kann das Team den Leistungsträger ersetzen.

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

16,9 Millionen US-Dollar - mit dieser Summe belasten die Verträge der Spieler, die zurzeit bei den Pittsburgh Penguins auf der Verletztenliste stehen, den Salary Cap. Zu Sidney Crosby und Verteidiger Brian Dumoulin hat sich neuerdings auch Jake Guentzel gesellt. Der Stürmer hat sich in der Partie gegen die Ottawa Senators verletzt. Nachdem er das 5:2 erzielt hatte, stolperte er unglücklich über den Schläger von Verteidiger Thomas Chabot und krachte mit der Schulter in die Bande. Und zwar so unglücklich, dass er noch am Dienstag operiert werden musste. Er fällt vier bis sechs Monate aus. Im Klartext: Die Saison ist für Guentzel gelaufen. Was besonders bitter ist, denn der 25-Jährige ist sowohl der beste Torschütze der Penguins (20 Tore) als auch deren bester Scorer (43 Punkte).

"Das ist ein großer Verlust für das Team. Er war in diesem Jahr unser Allstar", meinte Stürmer Bryan Rust. Er hatte quasi einen Platz in der ersten Reihe, als es passierte. "Da habe ich mir schon Sorgen gemacht", berichtete der Flügelstürmer weiter. Und Verteidiger Jack Johnson ergänzte: "Er hatte eine großartige Runde. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Teams. Die Art und Weise, wie er vom Eis gegangen ist, da wusste ich, dass das nicht gut ausgehen würde. Ich habe nur gehofft, dass es nicht zu schlimm werden würde." Nun, diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

"Er ist seit geraumer Zeit einer unserer konstantesten Spieler. Er hat sich in aller Stille zu einem der besten Spieler in der Liga entwickelt. Teamkollegen, Trainer und Management wissen zu schätzen, was er für die Mannschaft bedeutet. Es wird nicht einfach, ihn zu ersetzen", sagte Trainer Mike Sullivan.  

Guentzels Verletzung reiht sich ein in eine lange Liste bei den Penguins. Wie kaum ein anderes Team hat die Mannschaft von Coach Sullivan in dieser Spielzeit mit Verletzungen zu kämpfen. Nicht nur Crosby, Dumoulin und Guentzel hat es getroffen. Rust, Evgeni Malkin, Patric Hornqvist und Justin Schultz haben in dieser Saison schon zehn Spiele oder mehr gefehlt. Unterm Strich haben Spieler aus der Stammformation der Penguins 152 Partien verpasst. "Wir haben im Verlauf der Saison schon einige Spieler verloren, die schwer zu ersetzen waren. Aber ich weiß, wir haben das, was es braucht, um weiterzumachen und wir versuchen, Wege zu finden, um zu gewinnen", betonte Sullivan.

Gesiegt haben die Penguins in dieser Spielzeit, aller Unwägbarkeiten zum Trotz. In der Metropolitan Division belegen sie Rang drei, und selbst Spitzenreiter Washington Capitals ist mit sieben Zählern Vorsprung noch nicht außer Reichweite. Auch bei der Offensiv- Produktion merkt man die Ausfälle nicht. 136 Treffer haben die Penguins schon geschossen. Damit sind sie im oberen Viertel der Liga. Und 3,44 Tore pro Partie bedeuten Rang sieben in der NHL. 

Jetzt müssen die Penguins wieder das tun, was sie quasi schon während der ganzen Runde getan haben: den Verlust eines ihrer Stars im Kollektiv auffangen. Und sie müssen darauf hören, was der Coach sagt. "Der Trainer gibt uns alles mit an die Hand, wie wir spielen müssen - in der eigenen Zone, in der neutralen Zone. Wir spielen einfach richtig. Wenn man das tut, schießt man auch Tore", berichtete Malkin.
Die Verletztenmisere führte in den vergangenen Wochen zu einem regen Austausch zwischen den Pittsburgh Penguins und deren AHL-Farmteam Wilkes-Barre/Scranton Penguins. So wurden die Fans in Pittsburgh mit Namen wie Joseph Blandisi, Thomas DiPauli, Kevin Czuczman, Sam Lafferty und Andrew Aguzzino vertraut. 

Doch da ist auch der eine oder andere Silberstreif am Horizont für die Penguins. "Man schaut nach vorne und weiß, dass der eine oder andere bald zurückkommt", sagte Verteidiger Kris Letang. "Wir wollen einfach nur spielen, bis die anderen wieder da sind." Stürmer Nick Bjugstad war schon wieder auf dem Eis. Und auch Crosby hat die ersten Einheiten absolviert, allerdings noch mit einem weißen No-Contact-Trikot. Das könnte den Teamkollegen einen moralischen Schub geben, wenn ihnen bewusst wird, dass der Kapitän vielleicht in absehbarer Zeit wieder zurückkommen wird. "Sein Timing, wieder zur Gruppe zu stoßen, war genau richtig", meinte Sullivan. "Ich weiß, dass sich unsere Spieler freuen, wenn er auf dem Eis ist."

"Es ist fantastisch", sagte zum Beispiel Rust. "Man konnte das Lächeln in seinem Gesicht sehen. Er ist herumgesprungen. Er war so aufgeregt, wieder dabei zu sein. Das ist immer ein gutes Zeichen. Er ist unser Kapitän, er ist einer der besten Spieler der Welt, wenn nicht sogar der beste. Es ist gut für ihn, dass er bald wieder zurückkommt."

Bis es aber soweit ist, müssen sich Spieler und Fans noch etwas gedulden. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Donnerstag, wenn die Penguins zum ersten Heimspiel des Jahres die San Jose Sharks empfangen. So lange müssen die anderen Stürmer im Kader in die Bresche springen. Denn das Verletzungspech der einen ist die Chance für die anderen im Team, sich beim Trainer für höhere Aufgaben zu empfehlen. Der deutsche Nationalspieler Dominik Kahun ist zum Beispiel ein Kandidat, Guentzels Platz in der ersten Sturmreihe auf dem linken Flügel einzunehmen. 

Guentzel wird in dieser Saison allerdings nicht mehr für die Penguins auflaufen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kurzfristig immer in der Lage ist, den Ausfall eines der Leistungsträger zu kompensieren. Doch langfristig sieht die Sache schon wieder anders aus. Gut möglich, dass sich General Manager Jim Rutherford den Markt sondiert, um einen adäquaten Ersatz vom Kaliber eines Guentzel zu bekommen. 

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