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Penguins spielen Islanders zu oft in die Karten

Pittsburgh verliert zu viele Scheiben, nimmt zu viele Strafen und hilft so New York zu Erfolgen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die New York Islanders siegten auch in Spiel 2 der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference gegen die Pittsburgh Penguins. Mit 1:3 mussten sich die Penguins dem Kontrahenten aus New York geschlagen geben und liegen nach zwei Auswärtspartien nun mit 0:2 in der Serie zurück. Auf die beiden Misserfolge im Nassau Coliseum folgen nun die immens wichtigen Heimauftritte, in denen Pittsburgh alles daransetzen wird, die Serie auszugleichen. Ausreichend Ansatzpunkte zur Verbesserung haben die beiden absolvierten Matches geliefert.

Die Penguins galten vor der Serie gegen die Islanders als das erfahrenere Playoff-Team. Nach zwei Partien zeigt sich der kürzlich dreifache Stanley Cup Gewinner jedoch überraschend fahrig und schlampig. Die Islanders profitieren von der Schwäche der Penguins und der eigenen Arbeitsmoral. "Natürlich hätten wir hier gerne ein Spiel gewonnen", gab Sidney Crosby nach der zweiten Niederlage zu, "Aber es ist nicht passiert."

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und auch in ungewöhnlichen Schwächen der Penguins begründet.

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44 Puckverluste stehen für die Penguins nach zwei absolvierten Partien zu Buche. Besonders die erfahrenen Akteure stechen in dieser Statistik heraus. Kris Letang hat bereits 130 Playoff-Partien bestritten und konnte mit den Penguins 2009, 2016 und 2017 den Titelgewinn feiern. In den beiden bisherigen Partien vertändelte der Verteidiger neunmal die Scheibe und rangiert damit ligaweit auf dem wenig schmeichelhaften Spitzenplatz. Sein Puckverlust in der Verlängerung von Spiel 1 sorgte für den entscheidenden Konter der Islanders und den Rückstand in der Serie. Unter den Top-Vier der Puckverlust-Statistik rangieren mit Crosby (6) und Evgeni Malkin (5) noch zwei weitere Penguins. In den beiden Playoff-Partien schenkte Pittsburgh durchschnittlich 22 Scheiben her, in der regulären Saison waren es lediglich zehn verlorene Hartgummischeiben je Match. Der Anstieg ist besonders bei den erfahrenen Akteuren wie Letang, Crosby und Malkin unverständlich und zeigt deutlich auf, wieviel Druck die Islanders auf den Spieler in Puckbesitz ausüben. Die Nachlässigkeiten bei eigenem Puckbesitz kritisierte auch Trainer Mike Sullivan: "Es ist ein enges Spiel. Wir hätten einen besseren Job mit dem Puck machen können."

 

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Der Druck New Yorks zwingt die Penguins in Fehler, die sie im Verlauf der regulären Saison kaum begangen haben. In den 82 Partien nahm Pittsburgh im Schnitt lediglich 8:13 Strafminuten pro Partie. In den Playoffs sind es bisher 24 Minuten in zwei Matches. Besonders in Spiel 2 verbrachten die Penguins zu viel Zeit auf der Strafbank. 16 Strafminuten zeigte der Spielbericht nach der Niederlage auf. Im Gegensatz zu Pittsburgh sitzen die Islanders nur neun Minuten pro Begegnung in der Kühlbox. Besonders schwerwiegend für die Penguins ist, dass die Islanders ihre Powerplay-Fähigkeiten pünktlich zu den Playoffs gefunden haben. In acht Situationen konnten die Islanders zweimal treffen und liegen somit bei einer Quote von 25 Prozent. In der regulären Saison schwächelten die Islanders noch bei numerischer Überlegenheit und rangierten mit 15,4 Prozent Erfolgsquote auf dem drittletzten Rang.

Für Verteidiger Erik Gudbarson ist der Weg zu weniger Gegentoren in Unterzahl klar: "Der beste Weg Strafzeiten zu überstehen ist erst gar keine zu nehmen. Gerade in den Playoffs wirst du sonst dafür bestraft.". Auch Kapitän Crosby und Trainer Sullivan stoßen nach der Niederlage in Spiel 2 in das gleiche Horn. Die Auswirkungen auf die Mannschaft, auch nach überstandenen Strafen, hob der Chefcoach hervor: "Wenn du so viel in Unterzahl spielst, dann nimmt das einige Spieler aus dem Spiel und andere werden überlastet. Es ist hart in einen Fluss zu kommen.""

 

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Wie die Puckverluste und Strafen steht auch der Umgang mit eigenen Chancen auf dem Zettel für notwendige Verbesserungen der Penguins. Crosby bemängelte auch nach der Niederlage am Freitag die Verwertung der Gelegenheiten: "Wir hatten, wie auch schon im letzten Spiel, unsere Chancen, aber haben sie nicht genutzt." Die Penguins schossen 38,5 Mal pro Match auf den Kasten von Robin Lehner, konnten aber nur vier Scheiben im Netz zappeln lassen. Die Islanders machen es durch herausragende Arbeit vor dem eigenen Tor, Pittsburgh schwer, gefährliche Situationen zu generieren. Sollte sich die Top-Offensive der Penguins dennoch eine Möglichkeit erspielen, so pariert Lehner diese. Der defensive Erfolg der Islanders ist eine Teamleistung. Das sieht auch Stürmer Casey Cizikas so: "Wenn (Lehner) mit großen Paraden auftrumpft, dann ist das eine Leistung des gesamten Teams." Die Zahlen spiegeln genau das wieder.

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Die Arbeitsmoral der Islanders ist fantastisch. Checkten die Penguins in der regulären Spielzeit noch am häufigsten, werden sie nun von New York körperlich dominiert. 83 Bodycheks verbuchten die Islanders bereits. Besonders hervorzuheben sind Cal Clutterbuck mit 14 und Matt Martin mit 12 Checks. Zusätzlich glänzen die Islanders mit 32 geblockten Schüssen und einer starken Bully-Quote von 56,2 Prozent. New York hat sich, neben der kritischen Disziplin Powerplay, auch am Anspielpunkt stark verbessert. In der regulären Saison lagen sie mit 47,4 Prozent noch auf dem letzten Rang der Liga.

 

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In einer engen Serie wie dieser, entscheiden Kleinigkeiten über den Ausgang. Die ungewohnten Fehler der Penguins, kombiniert mit der harten Arbeit der Islanders führte zu den beiden Erfolgen für New York, ungeachtet der größeren Erfahrung bei Pittsburgh. Cizikas fasste das gut zusammen: "Sie haben viele Veteranen in der Kabine, die in großen Spielen aufgelaufen sind, also müssen wir weiter das machen, was wir am Besten können und das ist hart spielen."

Spiel 3 der Eastern Conference Erstrundenserie zwischen den Penguins und Islanders findet am Sonntag in der PPG Paints Arena statt. (12 p.m. ET; NBC, CBC, SN, TVAS)

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