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Flyers können mit Steigerung weit kommen

31 in 31: Giroux und Co. bekommen Unterstützung durch van Riemsdyk und wollen so den ersten Serien-Sieg seit 2012 holen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Philadelphia Flyers

Mit dem Einzug in die Stanley Cup Playoffs konnten die Philadelphia Flyers ihr Saisonziel mehr oder weniger erreichen. Das Team um Claude Giroux musste sich in der ersten Runde nach einem sechs Partien dauernden Kampf den Pittsburgh Penguins geschlagen geben. Die Zielstellung für die neue Spielzeit ist klar, der erste Erfolg in einer Playoff-Serie seit 2012. Um das zu erreichen muss besonders Neuzugang James van Riemsdyk einschlagen.

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Die Schlüsselspieler

Der Schlüsselspieler schlechthin bei den Flyers ist Claude Giroux. Der 30 Jahre alte Linksaußen ist einer der besten seines Fachs und der Leader in Philly. 102 Punkte mit 34 Toren und 68 Assists waren der Spitzenwert im Team der Flyers vergangene Saison. In seinen 739 NHL-Spielen konnte Giroux 677 Zähler beisteuern. Sollte alles normal laufen, wird der Kanadier in dieser Spielzeit die 800 Partien und die 700 Punktemarke knacken. Beides sind wichtige Marker für den Erfolg der Flyers, die ohne Girouxs Punkte große Schwierigkeiten bekämen.

Sein Sturmpartner Jakub Voracek konnte letzte Saison mit 85 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert erzielen. 20 Tore und 65 Zuspiele standen nach 82 Matches auf seinem Konto. Der 29-jährige Tscheche hat gezeigt, dass er neben Giroux der wichtigste offensive Faktor für die Flyers ist.

Video: R1, Sp5: Jakub Voracek schickt Pass zu Claude Giroux,

Unterstützung bekommen die beiden Top-Stürmer in Philadelphia von Rückkehrer James Van Riemsdyk, der nach sechs Jahren bei den Toronto Maple Leafs zu seinem Draft-Team zurückkehrt. Mit ihm bekommen die Flyers eine zusätzliche physische Komponente in den Angriffsreihen. Der 1,91 Meter große Linksausen bringt neben ordentlichem Körperspiel auch noch Scoringtouch mit. In 609 NHL Spielen konnte Van Riemsdyk 393 Punkte erzielen (201 Tore, 192 Assists).

Defensiv richten sich die Augen in Philly auf Shayne Gostisbehere, den 25 Jahre alten Verteidiger, der letzte Saison final in der NHL angekommen ist. In seinen 78 Begegnungen konnte er 65 Punkte beisteuern (13 Tore, 52 Assists). Der offensivstarke Defensivmann besticht durch sein hervorragendes Auge für den besser positionierten Mitspieler und die hohe Spielintelligenz.

Hinter Gostisbehere und seinen Verteidigerkollegen hoffen die Flyers auf eine Steigerung bei Brian Elliott und Michal Neuvirth. Letzte Saison bekamen vier Goalies mehr als zehn Einsätze, wobei keiner über eine Fangquote von 91,5% kam. Besonders Elliot hat in der NHL bereits bewiesen, ein solider Rückhalt sein zu können. Auf diese Fähigkeiten hoffen die Verantwortlichen in Philadelphia.

Deutschsprachige Spieler

Mit Michael Raffl läuft seit 2013/14 ein Österreicher im Orange der Flyers auf. Der linke Flügelspieler muss nach der Verpflichtung Van Riemsdyks um seinen Kaderplatz kämpfen. Mit einer 22-Punkte Saison im Rücken sind die Voraussetzungen jedoch gut. In der vierten Reihe kann der Villacher mit seinen zwei-Wege-Fähigkeiten brillieren und durch gelegentliche Punkte die Top-Stars aus den vorderen Formationen entlasten. Mit Raffl haben die Flyers einen starken Winger für die hinteren Reihen in ihrem Kader.

Video: PHI@PIT: Raffl erzielt schönes Tor

Prospects im Blickfeld

Auf der Torhüterposition haben die Flyers einen Joker in der Hinterhand. Carter Hart (20) wurde in der vergangenen Saison als bester Goalie der WHL und der CHL ausgezeichnet und konnte Kanada bei den Juniorenweltmeisterschaften zum Titel verhelfen. In Philadelphia wollen die Verantwortlichen ihn nicht direkt ins kalte Wasser werfen, aber die Chancen eher früher als später in der NHL zu landen sind groß. Das sieht auch GM Chris Pryor so: "Ich denke, dass es keine großen Erwartungen an ihn gibt außer, dass er da raus geht und sich weiter entwickelt, so wie alle anderen unserer jungen Spieler. Wir haben keine Eile. Er ist aktuell in einer guten Position. Er ist bereit Profi-Eishockey zu spielen und wir werden sehen, wohin das führt."

Durch die Verpflichtung Van Riemsdyks dürfte der letztjährige Debütant Oskar Lindblom um seinen Platz kämpfen müssen. Der linke Flügelspieler überzeugte in seiner ersten Nordamerika-Saison und konnte sich einen Platz in der zweiten Reihe erkämpfen, den er jetzt für den Neuzugang wird räumen müssen. Doch auch Pryor bescheinigt ihm eine gute Zukunft, die voraussichtlich in der dritten Formation der Flyers beginnt.

Noch zu früh dürfte der Schritt in die NHL für Philippe Meyers kommen. Der 2015 als Free Agent verpflichtete Verteidiger muss sich erst in den Camps beweisen und Coach Dave Hakstol überzeugen: "Ich freue mich sehr auf ihn in den Camps. Ich hatte die Chance ihn in den AHL-Playoffs einige Male spielen zu sehen. Er hat sich in seinem ersten Profijahr sehr stark verbessert und ich freue mich ihn nach dem Sommertraining in den Camps zu sehen."

Philadelphias Stärken

Die Top-Formation der Flyers besticht in jeder Hinsicht. Mit Sean Couturier, Voracek und Giroux muss sich Philadelphia nicht hinter den Top-Teams der Liga verstecken. Sowohl offensiv (85 Tore, 178 Assists) als auch defensiv erledigen die drei ihre Aufgabe nahezu fehlerfrei (zusammen +72). Die Flyers sind kein Team, das nur zuhause oder auswärts erfolgreich sein kann. Die Bilanzen der letzten Spielzeit (H: 22-13-6: A: 20-13-8) zeigen die Ausgeglichenheit der Mannschaft, ein wichtiger Faktor um erfolgreich sein zu können und auch endlich wieder eine Playoffserie zu seinen Gunsten zu entscheiden.

 

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Was sich verbessern muss

Die größte Baustelle der Flyers ist das Torhüterspiel. Die Goalies bekamen je Spiel durchschnittlich lediglich 29,9 Schüsse auf den eigenen Kasten, der fünftbeste Wert der Liga. Mit daraus resultierenden 236 Gegentoren in der Saison liegt Philly lediglich auf Rang 14. Eine Fangquote von knapp über 90% (90,3%) im Durchschnitt über alle vier eingesetzten Goalies lässt ausreichend Raum zur Verbesserung.

Die Flyers werden die Playoffs erreichen, wenn ...

Van Riemsdyk die erhoffte Verstärkung in der zweiten Sturmformation ist und so die Top-Reihe entlastet werden kann. Zusätzlich muss Philly auf eine Steigerung der Goalies hoffen, um im Playoffrennen ein Faktor zu sein. Mit Glück und einer starken Entwicklung im eigenen Kasten könnten die Flyers weit kommen.

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