"Das sind natürlich wichtige Spieler, aber wir hatten heute Abend ein gutes Team", wollte Vigneault keine Ausreden suchen. "Das haben wir im ersten Drittel gezeigt, als wir klug gespielt und hart gearbeitet haben. Wir haben im zweiten Drittel etwas die Kontrolle verloren. Aber am Ende haben unsere Spieler gekämpft. Das will man als Trainer sehen."
Die Flyers sind für ihren tiefen Kader und ihre starke dritte und vierte Reihe bekannt. Wenn also ein Team solche Verluste wegstecken kann, dann ist das Philadelphia. Durch die Ausfälle rückte Michael Raffl in die zweite Reihe vor, der ansonsten in der vierten Reihe spielt. Für ihn ist eine solche Beförderung nichts Neues, bereits in den vergangenen Stanley Cup Playoffs sprang er vorübergehend in der ersten Reihe ein.
Doch Spieler wie Raffl müssen dann wiederum in den hinteren Reihen ersetzt werden. So kamen im Angriff Samuel Morin, Maksim Sushko und Mark Friedman zum Einsatz, die gemeinsam nur 35 Spiele an NHL-Erfahrung vorzuweisen haben. Friedman ist zudem kein Angreifer, sondern ein Verteidiger, der notgedrungen zum Außenstürmer umfunktioniert wurde.
Trotz all dieser Schwierigkeiten schienen die Flyers im ersten Drittel durchaus in der Lage zu sein, mit den Bruins mitzuhalten. Bostons David Pastrnak schockte Philadelphia zwar zum Start mit einem Tor nach 34 Sekunden, doch die Flyers ließen sich davon nicht schocken und agierten auf Augenhöhe. Joel Farabee glich das Spiel in der siebten Minute aus, Sean Couturier drehte die Partie in der 15. Minute. Charlie McAvoy besorgte 39 Sekunden später den Ausgleich für die Bruins. Mit dem Spielstand von 2:2 ging es in die erste Pause. Statistisch gesehen, hatten die Flyers mit 11:8 Torschüssen sogar ein leichtes Übergewicht.
"Es hat mir gefallen, wie wir im ersten Drittel angefangen haben", lobte Vigneault seine Schützlinge. "Wir haben intelligent gespielt. Im zweiten Drittel sind uns ein paar Wechsel misslungen. Die Bruins sind ein starkes Team und können ihre Chancen nutzen. Das haben sie getan und viermal getroffen. In dieser Phase haben wir das Match aus der Hand gegeben."
Nach dem ersten Drittel schienen die Kräfte zu schwinden und immer wieder machte sich bemerkbar, dass die Reihen in dieser Kombination nicht eingespielt waren. Pastrnak verpasste Philadelphia in Durchgang zwei nach 46 Sekunden erneut eine kalte Dusche. Einen Mangel an Mühe und Kampfgeist konnte man den Flyers aber nicht unterstellen. Gegen Ende des Drittels trafen Charlie Coyle, Trent Frederic und Nick Ritchie innerhalb von 1:39 Minute dreimal für Boston. Das Schussverhältnis von 15:3 zugunsten der Bruins spiegelte das Ergebnis wider.