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Philadelphia Flyers im Rausch

Die Flyers holten sich gegen Edmonton den siebten Sieg in Folge und können am Sonntag ihre längste Serie seit 2002 perfekt machen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Über weite Strecken der vergangenen drei Wochen holte Goalie Steve Mason die Kohlen für die Philadelphia Flyers aus dem Feuer. Während seine Vorderleute schluderten, hielt er sein Team auf Kurs.

Erst am 4. Dezember wurde Mason zum First-Star der Woche gewählt. Eine perfekte Serie von 4-0-0 bei einem Gegentorschnitt von 1,71 und einer Fangquote von 94,5 % zeichneten den 28-jährigen in der Woche vom 27. November bis 4. Dezember aus.

Am Donnerstag empfingen die Flyers die Edmonton Oilers im Wells Fargo Center und es entwickelte sich ein völlig anderes Bild als noch in den Spielen zuvor. Nun waren es die Offensivspieler, die ihrem strauchelnden Keeper aus der Patsche halfen.

"Es ist hoffentlich ein gutes Zeichen", scherzte Mason, der 28 Schüsse parierte und sich auf 11-8-3 verbesserte. "Wenn der Torwart nicht die Saves macht, die du brauchst, aber die Jungs vorne trotzdem kämpfen. Das ist wirklich großartig."

Aufopferungsvoll kämpften sich die Flyers mehrmals zurück und machten gegen die Oilers zwei Mal zwei-Tore Rückstände wett. Erst bescherten Leon Draisaitl, der zum fünften Mal in den vergangenen fünf Spielen traf, und Connor McDavid den Flyers einen 2-0 Rückstand, dann -- die Flyers hatten zwischenzeitlich eine 3-2 Führung herausgespielt -- gerieten sie durch Tore von Andrej Sekera, Benoit Pouliot und Oscar Klefbom erneut ins Hintertreffen.  

Video: Voracek bedient Raffl zur Führung

Mit dem Selbstvertrauen von sechs Siegen in Folge im Rücken, steckten die Hausherren auch im Schlussabschnitt nicht auf, obwohl die Uhr nach Klefboms Treffer zum 5-3 für die Oilers nur noch 14:48 verbleibende Minuten anzeigte.  

"Wir sind zurzeit eine selbstbewusste Truppe und dann passieren gute Dinge", stellte Michael Raffl fest.

Für das allerbeste Ding war er 1:29 Minuten vor dem Spielende selbst verantwortlich: Er nahm ein raffiniertes Zuspiel über die Bande von Jakub Voracek kurz vor dem Angriffsdrittel an und schüttelte Edmontons Klefbom mit einem Powerantritt ab. Danach verlud er Jonas Gustavsson im Tor der Gäste und steckte den Puck zum vielumjubelten 6-5 Endstand in das kurze Eck.

"Jakey [Jakub Voracek] spielte den Puck stramm an die Bande. Er will immer, dass ich diesen Spielzug mache. Er ist da sehr hartnäckig", erklärte Raffl, der am Sonntag gegen die Nashville Predators mit dem gleichen Trick den spielentscheidenden Treffer erzielte, mit einem Grinsen. "Ich habe einfach eine kleine Täuschung gemacht um am Verteidiger herumzukommen und habe ihn hoch reingechippt."

Es war der bereits sechste Treffer des Villachers im 20. Spiel der laufenden Saison.

"Wenn der Verteidiger zu viel Abstand zum Stürmer lässt, dann lässt man den Puck am besten von der Bande abprallen. Damit umzugehen ist sehr schwer für die Verteidiger", erklärte der clevere Vorbereiter, der sich mit zwei weiteren Assists und einem Tor auf dem Spielbericht verewigte.

Mit dem Sieg gegen die Oilers am Donnerstag bauen die Flyers ihre Siegesserie auf sieben Spiele aus. Zuletzt gelang es ihnen im Jahr 2011, so oft in Folge zu gewinnen. Am Sonntag werden sie die Dallas Stars zum Tanz bitten. Mit einem Sieg stünde für sie die längste Siegesserie seit 2002 zu Buche.

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