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Perron und Getzlaf passen perfekt zusammen

von Bernd Roesch / NHL.com

Als die Anaheim Ducks und die Pittsburgh Penguins am 16. Januar bekanntgaben, dass sie sich auf einen Spielertausch geeinigt haben, war das nur geringfügig mehr als eine Randnotiz. Es fehlten bei diesem Trade die großen Namen. Involviert waren Carl Hagelin, den Schweden hatten die Ducks erst im Sommer 2015 von den New York Rangers verpflichtet, Verteidiger Adam Clendening, der 23-Jährige gehört mittlerweile zum Kader der Edmonton Oilers, nachdem er nur zehn Tage nach seiner Verpflichtung von Anaheim auf die Waiverliste gesetzt wurde und David Perron.

Das Management der Ducks war Mitte Januar auf der Suche nach einem starken Flügelspieler gewesen, nachdem Hagelin unter den in ihn gesetzten Erwartungen geblieben war. Nur vier Tore und acht Assists hatte der 27-jährige Linksaußen in 43 Partien für die Kalifornier erzielen können. Die Südkalifornier belegten zum Zeitpunkt des Tausches nur den fünften Platz in der Pacific Division - wenn gleich schon ein Aufwärtstrend spürbar war.

Sollte da ausgerechnet Perron, dessen NHL-Karriere 2007/08 bei den St. Louis Blues begonnen hatte, die gesuchte Verstärkung sein? Die Zweifel waren nicht unberechtigter Natur: Perron hatte bei den Penguins mit vier Toren und zwölf Vorlagen in 43 Spielen enttäuscht und war damit weit unter seiner Bestleistung aus der Saison 2013/14, als ihm 28 Treffer und 29 Assists für die Edmonton Oilers gelungen waren, geblieben.

Das größte Manko der Ducks war zum Zeitpunkt des eingefädelten Wechsels ihre mangelhafte Chancenverwertung gewesen. Ein effektiver Außenstürmer für eine der ersten zwei Sturmformationen musste her und Perron erweist sich als der Glücksgriff des Managements, allen voran von General Manager Bob Murray, der den Deal ausgehandelt hatte.

Der 27-Jährige ist wieder einmal ein Beweis dafür, wie wichtig es ist, dass sich ein Spieler in seinem Umfeld wohlfühlt. Es hat den Anschein, als habe der in Sherbrooke, Quebec geborene Frankokanadier in Orange County seine zweite Heimat gefunden. In einer Reihe mit Ryan Getzlaf und Chris Stewart stürmend, punktet Perron fast nach Belieben. Sieben Partien hat der Neuzugang bisher für die Ducks bestritten und dabei schon drei Tore und fünf Assists für sich verbuchen können.

Auch Getzlaf, der weit unter seinen Möglichkeiten geblieben war, lebt neben Perron wieder auf. Bevor Perron zu den Ducks gestoßen war, hatte es der Center auf für seine Verhältnisse magere drei Tore und 25 Assists in seinen 39 Saisonauftritten gebracht (0,72 Pkt./Sp.). An dieser Stelle sei noch einmal daran erinnert, dass Getzlaf die Vorsaison mit 70 Scorerpunkten in 77 Partien als punktbester Duck abgeschlossen hatte.

Ducks Coach Bruce Boudreau hatte alles möglich versucht damit sein Topscorer wieder effektiver wird. Mehrere Male hat Boudreau seine Sturmreihen durcheinandergewirbelt - ohne Erfolg - doch dann fand er in Perron den Schlüssel dazu. An der Seite von Perron gelangen Getzlaf in den vergangenen sieben Partien sieben Punkte (ein Tor, sechs Assists). Das gesamte Team profitiert davon, dass sich die beiden wie blind verstehen und zusammen funktionieren. Die Ducks sind mittlerweile seit sechs Partien ungeschlagen, haben dabei 24 Tore erzielt und sich auf den dritten Tabellenrang in ihrer Division verbessert. Bevor sie ihre Siegesserie starteten, schossen die Kalifornier im Schnitt pro Spiel 2,02 Tore - nun sind es 4,00!

Für Perron liegt der Grund dafür, dass es so gut läuft, auf der Hand: "Ganz klar, er [Getzlaf] hat eine ähnliche Spielauffassung wie ich. Er versucht den Puck zu halten und nicht leicht zu verlieren. Ich versuche es ihm gleichzutun. Er ist ein so unglaublicher Spieler, neben ihm schauen viele Spieler gut aus. Ich freue mich natürlich riesig, dass es klappt."

Auch Getzlaf ist voll des Lobes über seinen neuen Teamkollegen: "Er sieht immer die Lücke, fährt dort hin wo sich Platz auf dem Eis bietet, dann muss man ihm nur noch den Puck zuspielen und er liebt eben auch wie ich das Doppelpassspiel."

Doch nicht nur im Spiel nach vorne funktioniert die Perron/Getzlaf/Stewart-Reihe. Dieses Trio arbeitet auch klasse nach hinten: Kein Duck weist aus den letzten sieben Partien einen besseren +/-Wert aus als Getzlaf mit +9, Perron mit +7 und Stewart mit +6.

Dank dieser neuformierten Sturmformation ist mit Anaheim auch in der laufenden Saison wieder zu rechnen - ihr Minimalziel Playoffteilnahme ist nun wieder in greifbarer Nähe gerückt.

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