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Pens stutzen Flyers die Flügel

Die Pittsburgh Penguins gewannen das jüngste Kapitel der Rivalität mit fden Philadelphia Flyers

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Mal wieder hieß es in der NHL Eishockey in seiner reinsten Form, Eishockey zurück zu den Ursprüngen, die Philadelphia Flyers traten bei den Pittsburgh Penguins unter freiem Himmel an. Zwei Teams, zwei Rivalen, die sich in diesem besonderen Umfeld gegenüberstehen und für die es um so viel geht. Die Penguins sind auf dem zweiten Platz der Metropolitan Division, punktgleich mit den New York Rangers auf Platz drei und einen Punkt vor den Columbus Blue Jackets auf dem Wild Card Platz. Die Flyers liegen fünf Punkte hinter dem Wild Card Platz und müssen Leistung zeigen, um im Rennen um die Playoffplätze zu bleiben.

Das erste Drittel begann gleich mit dem Duell, Captain gegen Captain, Sidney Crosby gegen Claude Giroux. Die Flyers legten ordentlich los und kamen zu einigen Schüssen, aber die Pens wollten sich das nicht gefallen lassen. In der dritten Minute zeigte sich wieder das Duell der gleichaltrigen Kapitäne, als Crosby im Drittel der Flyers einen schönen Querpass auf seinen Teamkollegen Ian Cole legte, aber Flyers Kapitän Giroux mit nach hinten kam und den Schläger dazwischen hielt. Nur eine Minute später scheiterte eine schweizerisch-österreichische Kooperation, als Mark Streit abzog und Michael Raffl an den Pfosten abfälschte.

Dann kam das erste Powerplay der Flyers, aber Veteran Matt Cullen machte in den ersten 30 Sekunden seiner Unterzahl Druck auf das Tor der Flyers und nahm wertvolle Sekunden von der Uhr, während er im Alter von 40 Jahren zum ersten mal in der NHL unter freiem Himmel spielte und die Pens überstanden die Unterzahl.

Video: PHI@PIT: Crosby versenkt Guentzels schöne Vorlage

Nach 11:18 traf dann, wer auch sonst, Superstar Sidney Crosby zum 1-0. Flyers Sean Couturier verlor die Schaufel seines Schlägers, so konnte Jake Guentzel aus dem Slot auf die rechte Seite zu Crosby passen, der ins praktisch leere Tor versenkte. Schon im ersten Drittel hatten die Pens ihre Führung auch zum großen Teil ihrem Torwart Matt Murray zu verdanken, der allein in den ersten 20 Minuten 16 Schüsse auf seinen Kasten abblockte.

Im zweiten Drittel kam dann die alte Rivalität zur Geltung, das Spiel wurde deutlich härter, man sah mehr und härtere Checks, auch einige Aktionen, die möglicherweise strafwürdig gewesen wären, aber nicht gepfiffen wurden.

Nach 5:08 im zweiten Spielabschnitt musste dann Flyer Shayne Gostibehere wegen Behinderung auf die Strafbank und das nutzten die Pens. Brian Dumoulins Schuss wurde noch von der Defensive von Philadelphia geblockt, doch Guentzel, der ein hervorragendes Spiel zeigte, kam an die Scheibe und legte auf eine ähnliche Position, die zuvor Crosby hatte, auf Nick Bonino, der Michal Neuvirth ebenfalls überwand.

Doch die Flyers waren weit davon entfernt aufzugeben. Sie kämpften weiter und da lohnte sich in der 32. Minute. Der Puck landete in der rechten Ecke hinter Murrays Tor, Jakub Voracek kam an die Scheibe, täuschte an hinter das Tor zu gehen und zog vor Murray und vollendete mit einem Tunnel zwischen Murrays Skates.

Das Schlussdrittel hatte dann auch gleich einen furiosen Start, denn es dauerte keine zwei Minuten bis es klingelte. Der Landshuter Tom Kuhnhackl leitete an der Mittellinie mit einem langen Stock einen Angriff der Pens ein, den Eric Fehr hinter dem Tor auf Matt Cullen ablegte, der per Bauerntrick einlochte.

Keine fünf Minuten später passte Brayden Schenn an die blaue Linie zu Giroux, der legte quer auf Shayne Ghostisbehre und der Durchstarter der letzten Saison vollstreckte trocken per Schlagschuss zum 3.2 Anschluss der Flyers.

Das ganze Spiel über war das Wetter ein Thema, mit starkem Wind und im dritten Drittel sogar Schneefall und bereits vor dem Schlussabschnitt hatten die offiziellen die Konsequenz gezogen. Sie hatten sich entschieden, zur Mitte des Drittels einen Seitenwechsel anzuordnen und so ertönte nach zehn Minuten das Horn und die Seiten wurden gewechselt, um keinem Team einen Vorteil durch das Wetter zu gewähren.

Weniger als sechs Minuten vor Schluss beendete Chad Ruhwedel das Spiel mit dem 4-2 für Pittsburgh auf Vorlage von Evgeni Malkin. Die Flyers nahmen in Person von Wayne Simmonds exakt zwei Minuten vor Ende der Partie noch eine Strafe, was sie auch noch der Möglichkeit beraubte, den sechsten Feldspieler zu bringen. Matt Murray zeigte mit 35 Saves bis zum Ende seine Klasse, was Marc-Anre Fleurys Zukunft bei den Penguins in Frage stellt.

"Ich habe die Nerven schon ein bisschen gespürt", gab Murray nach dem Spiel zu. "Man versucht es wie jedes andere Spiel zu sehen, aber tatsächlich ist es eine viel größere Bühne, es war mein erstes Spiel im Freien und es war mehr Energie da, als wir aus dem Tunnel kamen und es fühlte sich gut an, die zwei Punkte zu holen."

Einer der Stars des Abends war sicherlich auch Jake Guentzel, der nicht nur die ersten beiden Tore der Penguins vorbereitete, sondern auch ansonsten ein klasse Spiel zeigte, sowohl in der Offensive, als auch im eigenen Drittel und jeden Moment seiner Eiszeit Kampfgeist zeigte.

"Es ist so ein aufregendes Spiel", sagte Guentzel, "man freut sich das ganze Jahr darauf, und wenn man da steht, versucht man einfach nur alles aufzunehmen und sein bestes zu geben."

Die Philadelphia Flyers sind langsam in ernsten Schwierigkeiten, wollen sie die Playoffs noch erreichen. Sie liegen fünf Punkte hinter dem Wild Card Platz und die Buffalo Sabres und die Tampa Bay Lightning liegen nur einen Punkt hinter ihnen, haben aber noch ein Spiel mehr vor sich.

"Es ist frustrierend", sagte der Schweizer Mark Streit nach dem Spiel. "Wir hatten einen recht guten Start, trafen den Pfosten und konnten unsere Chancen nicht nutzen... es ist eine schwierige Zeit... Ich weiß nicht, was wir noch tun können. Wir bemühen uns, wir kämpfen, wir haben nicht vioel zugelassen, haben aber wieder verloren und das gibt uns keine zwei Punkte. Wir müssen einen Weg finden, mehr Tore zu schießen."

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