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Alex Ovechkin besitzt nicht nur eine starke Seite

Der Kapitän der Capitals vereinigt physische Präsenz und Offensivpower auf sich wie niemand sonst

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

Mit ungewöhnlich wenig Gegenwehr sah sich Alex Ovechkin bei seinem Doppelpack am Donnerstagabend im Match gegen die Boston Bruins im TD Garden konfrontiert. Beim Schlenzer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung musste er zumindest noch Torhüter Jaroslav Halak überwinden. Anderthalb Minuten vor Schluss bestand nicht einmal mehr dieses Hindernis. Unbedrängt von gegnerischen Spielern schob er den Puck tief aus der eigenen Zone wie an einer Schnur gezogen ins verwaiste Gehäuse der Gastgeber und stellte den 4:2-Endstand her.

Für den Kapitän der Capitals war es das 128. Spiel in seiner Laufbahn, in dem er öfter als einmal ins Schwarze traf. In der ewigen Bestenliste dieser Kategorie verdrängte er damit Mike Bossy und Jaromir Jagr (beide 127) und schob sich auf den neunten Rang vor. Unmittelbar vor Ovechkin befindet sich nun Teemu Selanne (131). Erster ist mit großen Vorsprung Wayne Gretzky, der 189 Mehrpunktespiele vorzuweisen hat.

Mit seinen zwei Punkten gegen die Bruins schaffte es Ovechkin zudem auf Platz 50 der erfolgreichsten NHL-Scorer aller Zeiten. Der 33 Jahre alte Ausnahmestürmer steht bei insgesamt 1171 Zählern (639 Tore, 532 Vorlagen). Der von ihm aus den Top 50 beförderte Bobby Hull hat 1170 Punkte (610 Tore, 560 Assists) auf dem Konto.

 

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Mit 32 Toren führt Ovechkin zudem die Torjägerliste der NHL in der laufenden Saison an. Falls er die Spitzenposition auch am Ende der Hauptrunde 2018/19 innehat, wäre er zum achten Mal Torschützenkönig und somit alleiniger Rekordhalter. Wie Hull gelangen ihm bislang in sieben Spielzeiten die meisten Treffer. Ovechkins Maximum an Toren innerhalb einer Serie liegt bei 65 aus der Saison 2007/2008.

Im Spiel bei den Bruins beeindruckte der Linksaußen der Capitals nicht nur durch seinen Torinstinkt, sondern zugleich mit seinem körperbetonten Auftreten. Einmal beförderte er Bostons hünenhaften Verteidiger Zdeno Chara, ebenfalls kein Kind von Traurigkeit, bei einem Check über die Bande. Kein anderer Akteur der Liga vereinigt physische Präsenz und Offensivpower derzeit so auf sich wie Ovechkin. 

Video: WSH@BOS: Ovechkin schickt Chara über die Bande

Nicht zuletzt dank seiner Qualitäten stehen die Capitals in der traditionell umkämpften Metropolitan Division nach etwas mehr als der Hälfte der Saison mit 58 Punkten aus 43 Begegnungen auf dem ersten Platz, vor den Pittsburgh Penguins (54) und den Columbus Blue Jackets (53).

Vor allem auswärts trumpfte der amtierende Stanley-Cup-Champion gegen die Kontrahenten in der Eastern Conference in den vergangenen Wochen auf. Die letzte Niederlage der Capitals bei einem Team aus dem Osten datiert vom 1. November. Seitdem gewannen sie alle neun Vergleiche. Sieben Siege brachten sie in der regulären Spielzeit unter Dach und Fach, zweimal setzte sich Washington im Penaltyschießen durch. Zu Saisonbeginn tat sich der Meister gegen die Konkurrenz in der eigenen Conference noch schwer. In den ersten drei Vergleichen setzte es jeweils Niederlagen.

 

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Für die Bruins haben sich die Capitals regelrecht zu einem Schreckgespenst entwickelt. In den zurückliegenden 14 Vergleichen zogen sie stets den Kürzeren. Dabei besaß Washington vor dem Duell am Donnerstag gehörigen Respekt, da Boston zuvor fünf Partien am Stück für sich entschieden hatte. Doch die Mannschaft aus der US-Hauptstadt folgte der Handlungsanleitung ihres Kapitäns. "Wir müssen nicht zaubern. Es genügt, wenn wir einfach spielen. Dann wird das schon", sagte Ovechkin im Anschluss an das Abschlusstraining vor der Begegnung. 

In den beiden folgenden Spielen haben die Capitals zweimal Heimrecht. Am Samstag treffen sie zunächst auf die Blue Jackets, bevor am Montag die St. Lous Blues ihre Visitenkarten in der Capital One Arena abgeben. Ovechkin wird im Vorfeld einmal mehr die Waffen putzen, um seine Punkteausbeute weiter zu steigern. Sein nächstes Etappenziel ist die Marke von 58 Zählern in dieser Runde. Mit dann 1180 Punkten hätte er seinen Landsmann Sergei Fedorov als besten russischen Scorer in der NHL abgelöst.

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