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Tampa soll sich an Washington ein Beispiel nehmen

Stürmer Kucherov nimmt Ovechkin als positives Beispiel, einen langen Anlauf auf den Stanley Cup erfolgreich zu beenden

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen der besten Spieler aus der NHL getroffen und sie befragt, um einen Einblick in ein breites Themenspektrum zu bekommen. In dieser Ausgabe Nikita Kucherov von den Tampa Bay Lightning:

Die Tampa Bay Lightning gehören bereits seit einigen Jahren zum engsten Favoritenkreis und schicken sich an, zum zweiten Mal nach 2004 den Stanley Cup nach Florida zu holen. Insofern ist ihre Situation vergleichbar mit jener der Washington Capitals, die im Frühjahr ihre langjährige Durststrecke beenden und erstmals die begehrte Trophäe in den Himmel stemmen konnten.

Auf dem Weg dorthin schalteten die Capitals in einem dramatischen Eastern Conference Finale die Lightning nach einem 2:3-Rückstand in der Serie noch mit 4:3 durch einen Auswärtssieg in Spiel 7 aus. Das gleiche Schicksal ereilte die Lightning in den Stanley Cup Playoffs 2016 gegen die Pittsburgh Penguins, und 2015 unterlagen sie den Chicago Blackhawks im Stanley Cup Finale mit 2:4 nach sechs Partien. Drei Mal in den letzten vier Jahren waren also die späteren Sieger ihre Endstation.

Video: TBL@WSH, Sp6: Holtby wehrt Kucherovs Schuss ab

"Es hat mich schon etwas beschäftigt, nachdem wir verloren hatten", räumte Nikita Kucherov gegenüber NHL.com/de zur Niederlage gegen Washington ein. "Aber dann habe ich versucht abzuschalten, was mir mit meiner Familie und Freunden auch ganz gut gelang. Jetzt denke ich nicht mehr darüber nach. Es bringt auch nichts, weil es nicht mehr zu ändern ist. Es interessiert in der kommenden Saison keinen mehr, was letzte Saison war."

Der 25-jährige Russe gönnte jedoch seinem Landsmann Alex Ovechkin den Erfolg: "Es war großartig es mitanzusehen. Besonders natürlich für ihn, dass er doch noch die Klippe überspringen und den Cup gewinnen konnte, nach den ganzen Jahren die er schon gespielt und die ganzen Frustrationen, die er erlebt hatte. Erst Pittsburgh ausgeschalten, dann uns und schließlich in Vegas den Cup zu gewinnen, darauf hat Ovi nur gewartet."

Aufgrund der Parallelen zu Tampa Bay, die wie Washington schon seit Jahren Titelkandidaten sind, ist der Erfolg der Capitals auch eine besondere Motivation: "Definitiv. Ich habe gesehen, was sie durchgemacht haben. Das ist es auch, was wir gerade mitmachen. Und trotzdem hoffentlich eines Tages ebenfalls erfolgreich sein und über den Gewinn des Stanley Cups reden werden."

Video: TBL@PIT, Sp5: Kucherov auf Vorlage von Namestnikov

Doch macht das die Lightning zu einem besseren Team, wenn man sieht was sie erlebt haben? "Wenn man sich anschaut, was uns passiert ist, dann sieht man, dass wir gegen Chicago, Pittsburgh und Washington verloren haben", schilderte Kucherov. "Alle drei Mannschaften gewannen den Cup. Also haben wir gegen die besten Teams der Liga verloren. Jedes Mal wurde uns gesagt 'es war schwerer gegen euch zu spielen, als gegen jeden anderen', weil wir einfach ein gutes Team sind. Ich denke wir haben alles und wir sollten gewinnen. Wir gehen in die richtige Richtung und diese wird uns hoffentlich ans Ziel führen."

Wie schwer es ist einen Schritt nach dem Nächsten zu machen, zeigte sich in der Saison 2016/17, als die Lightning überraschend die Playoffs verpassten, auch bedingt durch den langfristigen Ausfall ihres Kapitäns Steven Stamkos. "Vor der Saison ist das Ziel erst einmal in die Playoffs einzuziehen und so konstant wie möglich zu spielen", stapelt Kucherov entsprechend tief. "In den Playoffs brauchst du 16 Siege in ungefähr 25 Spielen, also musst du konstant sein und kannst dir keine Schwächen erlauben. Wir müssen Konstanz zeigen und wenn jeder seine Rolle erfüllt, in den Playoffs wie Washington und Pittsburgh auftreten. Jeder ihrer 20 Spieler wusste was er tut und dann hat alles so einfach für sie ausgesehen. Sie sind über das Eis geflogen."

 

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Der Optimismus ist in Tampa Bay nach wie vor vorhanden und auch Kucherov weiß, dass es häufig Kleinigkeiten sind, die den Ausschlag geben. Trotzdem warnt er, dass die Voraussetzungen in dieser Saison andere sind als im Vorjahr.

"Im letzten Jahr war es etwas anders, weil wir die Playoffs verpasst hatten und jeder war so aufgedreht", bekannte Kucherov. "Jeder war ungeduldig rauszugehen und allen zu zeigen, dass wir immer noch ein gutes Team sind. Das haben wir geschafft. Dieses Jahr wird es etwas anders, weil jeder weiß, wie stark wir sind. Deswegen müssen wir ein Spiel nach dem anderen nehmen und sehen, was passiert. Lasst uns einfach nur sehen, was passiert. Es liegt an uns. Wenn wir richtig spielen, dann sind wir schwer zu schlagen. Dass wir uns letztes Jahr selbst beweisen wollten, hat uns besonders in Spiel 6 und 7 gegen Washington gehemmt, weil wir so nahe dran waren und dann haben wir nicht einmal ein Tor geschossen. Wir haben uns so stark auf die Defensive konzentriert und dabei die Offensive vergessen."

 

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Kucherov steuerte in der Saison 2017/18 100 Punkte (39 Tore, 61 Assists) in 80 Spielen der regulären Saison zu einer Karrierebestleistung sowie 17 Punkte (sieben Tore, zehn Assists) in 17 Playoffpartien dem Erfolg bei. Fühlt er sich deswegen in der kommenden Spielzeit als Kandidat auf die Art Ross Trophy für den besten Scorer oder die Hart Trophy für den wertvollsten Spieler?

"Ich habe keine Erwartungen an mich, was meine erzielten Tore oder Punkte angehen", weist er ein solches Streben weit von sich. "Ich möchte gut für das Team arbeiten. Wenn es passiert, dann ist es gut, wenn nicht, dann macht das hoffentlich das Team wett. Ich will mir einfach nicht zu viel Druck machen, nur weil ich mir vornehme, eine Trophäe gewinnen zu wollen. Das Ziel, den Stanley Cup zu gewinnen, ist genug."

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