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Stars der Blues auf Tauchstation

St. Louis braucht O'Reilly, Tarasenko und Schenn, um das Aus gegen Dallas abzuwenden

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Die St. Louis Blues stehen kurz vor dem Ausscheiden aus den NHL-Playoffs. Nach der 1:2-Heimniederlage in Spiel 5 der Serie der zweiten Playoff-Runde in den Stanley Cup Playoffs der Western Conference gegen die Dallas Stars liegt das Team aus Missouri 2:3 nach Siegen zurück. Heißt im Klartext: Die nächste Niederlage bedeutet das Aus.

Das droht bereits am Sonntag in Spiel 6 im American Airlines Center in Dallas. Dass die Partie auswärts stattfindet, ist zunächst mal eine gute Nachricht für die Blues. Sie haben immerhin in den bisherigen Playoffs vier von fünf Spielen auf fremdem Eis für sich entschieden. Die einzige Niederlage gab's allerdings in Spiel 4 des Duells gegen Dallas.

"Eine Niederlage ist eine Niederlage, egal, wo man sie kassiert", meinte Blues-Stürmer Jaden Schwartz. Es werde schwer, aber die Mannschaft sei stark genug, die Serie noch mal zurück nach St. Louis zu bringen.

Dort wurden Schwartz und Co. allerdings nach Spiel 5 von den Fans mit Buh-Rufen verabschiedet. Die Erwartungen und Ansprüche rund um den Gateway Arch, dem berühmten Bogen von St. Louis als symbolisches Tor zum Westen, sind nach der famosen Aufholjagd, die die Blues vom letzten Platz Anfang Januar bis in die Playoffs führte, gestiegen. Erfüllen konnte die Mannschaft diese in Spiel 5 allerdings nicht.

Video: DAL@STL, Sp5: Schwartz profitiert von Bishop

Das lag zum einen daran, dass das Powerplay der Blues ausgerechnet vor heimischer Kulisse schwächelte. Viermal hatte die Mannschaft von Coach Craig Berube mit einem Mann mehr die Gelegenheit, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu korrigieren. Viermal blieb sie ohne Torerfolg. Was auch daran lag, dass sie in diesen Phasen lediglich fünf Schüsse auf Ben Bishop im Tor der Stars abfeuerten. Besonders bitter, dass eine Strafzeit gegen die Stars nur 21 Sekunden nach dem 1.2-Anschlusstreffer in der 49. Minute durch Schwartz ohne Wirkung blieb.

Da muss in Spiel 6 einfach mehr kommen. Denn Eishockey spielen können alle Teams in der NHL. Umso wichtiger ist ein effektives Überzahlspiel, vor allem, wenn es solch eine enge Serie wie die der Blues und Stars ist. Dabei war das Überzahlspiel in den bisherigen Playoffs eine der Stärken der Blues. Vor Spiel 5 hatten sie eine Erfolgsquote von 22,6 Prozent (sieben Tore bei 31 Möglichkeiten).

"Wir sind nicht so gut in die Angriffszone gekommen, wie wir es eigentlich können. Das hat es schwierig gemacht", nannte Blues-Stürmer Brayden Schenn einen Faktor, an dem er und seine Teamkameraden am Sonntag ansetzen können. Wenn die Ausführung des Powerplays besser werde, komme auch wieder das Selbstvertrauen. "Und dann werden wir auch unsere Chancen bekommen", ist Schenn überzeugt.

 

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Doch nicht nur das Spiel mit einem Mann mehr auf dem Eis ist derzeit die Ursache dafür, dass die Blues nicht mehr im Erfolgsmodus unterwegs sind. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Topstars der St. Louis Blues in den vergangenen Spielen einfach nicht aus ihrer Formkrise kommen. Vladimir Tarasenko hat in den vergangenen vier Spielen gerade mal einen mickrigen Scorerpunkt (ein Tor) auf dem Konto. In der regulären Saison war der 27 Jahre alte Russe mit 68 Punkten (33 Tore, 35 Assists) in 78 Spielen noch einer der zuverlässigsten Scorer der Blues. Vier Schüsse gab er in Spiel 5 in Richtung Bishop ab. Alle vier entschärfte der Goalie. Dass es der Linksschütze kann, hat er bereits hinlänglich bewiesen - auch in den Playoffs.

Doch nicht nur Tarasenko sucht derzeit nach seiner Form. Auch seine Teamkameraden in der ersten Reihe sind in der Offensive auf Tauchstation. So lässt der Kapitän aktuell jegliche Torgefahr vermissen. Magere zwei Schüsse standen für Ryan O'Reilly nach Spiel 5 in der Statistik. Immerhin hat er in der Serie gegen Dallas bereits vier Tore vorbereitet. Doch sein letztes Tor bejubelte der 28-Jährige in Spiel fünf gegen die Winnipeg Jets. Oder andersrum: Seit sechs Partien wartet der Kapitän der Blues auf ein persönliches Erfolgserlebnis.

 Video: DAL@STL, Sp5: Schenn mit Körpereinsatz gegen Hintz

Ähnlich düster sieht die Bilanz bei Schenn aus. In bislang elf Playoff-Spielen in dieser Saison traf der 27-Jährige lediglich einmal. Passenderweise gelang auch ihm dieses Tor in Spiel 5 gegen Winnipeg. Im fünften Aufeinandertreffen mit den Stars tat sich die Nummer 10 der Blues vor allem durch sein physisches Spiel hervor, brachte vor allem im ersten Drittel ein paar harte Checks an. Doch auch bei ihm ist ein Assist als einziger Scorerpunkt in der Serie gegen Dallas einfach zu wenig. Wollen die Blues nicht schon Anfang Mai die Eishockeyschläger gegen Golfschläger tauschen, müssen die Stars der Blues endlich ihre Ladehemmung besiegen. Ansonsten kann die Serie schon am Sonntag zugunsten der Texaner entschieden sein.

Der Silberstreif am Horizont heißt für die Blues in der Offensive nach wie vor Schwartz. Der 26-Jährige nutzte im Schlussabschnitt von Spiel 5 den einzigen kapitalen Fehler von Bishop und traf zum 1:2. "Wir haben nicht genügend Zweikämpfe gewonnen, speziell an der Bande", befand Schwartz. Es war bereits das siebte Tor des Kanadiers in den aktuellen Playoffs. Damit ist er der beste Torschütze der Blues in der K.o.-Runde. Doch nur er alleine wird es am Sonntag wohl nicht richten können. Ein bisschen Unterstützung braucht er schon. "Gewinnen oder heimfahren", brachte Schwartz die Ausgangslage auf den Punkt.

 

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Wenn das mit dem Gewinnen allerdings etwas werden soll, dann müssen die Blues auch noch an einer weiteren Stellschraube drehen. 15 leichte Scheibenverluste leisteten sich die Blues in Spiel 5. Zum Vergleich: Die Dallas Stars hatten gerade mal sechs. "Unser Passspiel war manchmal einfach zu schlampig", tadelte Berube. "Das hat Dallas einige gute Chancen ermöglicht."

Es gibt also einiges, das die Blues bis zum nächsten Spiel auf die Reihe bringen müssen. Als kleine Motivationshilfe können sie eine Statistik zu Rate ziehen. Die Franchise Dallas Stars/Minnesota North Stars hat nach einem Sieg in Spiel 5 einer Playoffserie, die davor 2:2 stand, zehnmal die nächste Runde erreicht. Das einzige Mal, dass das nicht geklappt hat, war im Viertelfinale der Western Conference 1972. Der Gegner damals? Die St. Louis Blues.

Spiel 6 dieser Serie der zweiten Playoff-Runde der Western Conference findet am Sonntag, 3:00 p.m. ET (NBC, SN, TVAS, NHL.tv; 21 Uhr MESZ) im American Airlines Center in Dallas statt.

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