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Neue Möglichkeiten durch O'Reilly

Sowohl die Sabres als auch die Blues dürften vom Wechsel des unzufriedenen Stürmers profitieren

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Als die Buffalo Sabres Ryan O'Reilly zur Saison 2015/16 von den Colorado Avalanche kommend verpflichteten und den ausgelaufenen Vertrag ein Jahr später mit einem im Schnitt jährlichen Einkommen von 7,5 Millionen US-Dollar über sieben Jahre verlängerten, deutete einiges darauf hin, dass er ein Schlüsselspieler im Neuaufbau der Sabres zu einem Spitzenteam werden sollte. So zumindest die damalige Vorstellung des Managements.

Dass Buffalo ihn trotz des noch fünf Jahre laufenden Vertrages am Sonntag in einem Trade an die St. Louis Blues abgab, darf als Scheitern dieses Projektes gewertet werden. In den drei Spielzeiten, die O'Reilly bei den Sabres verbrachte, hatte sie nie besser als 14. in der Eastern Conference abgeschlossen. Buffalo setzt zukünftig auf andere Spieler.

"Wir waren in der Meinung gefangen, dass es einfach Okay wäre zu verlieren", sagte ein frustrierter O'Reilly am 9. April im Rückblick auf die misslungene Saison. "Ich konnte es fühlen, wie es mich durchdrang … es ist enttäuschend, es ist traurig … ich habe es mehrere Male im Jahr gespürt, dass ich die Liebe zum Spiel verloren hatte. Es hat mich aufgefressen. Das ist hart."

Video: STL@BUF: O'Reilly trifft im Powerplay

Nun ist O'Reilly bereit für einen Neubeginn mit den Blues. "Ich bin definitiv glücklich über das, was gerade passiert ist", erzählte er am Montag in einer Telefonkonferenz. "Ich weiß nicht, ob es mein Kommentar am Ende der Saison war, der es ins Laufen brachte. Aber bei einer Mannschaft, die Letzter wurde, erwartet man immer Veränderungen und ich denke, sie wollen einfach jünger werden. Jetzt kann ich die letzten Jahre hinter mir lassen und nach vorne schauen. Ich spüre dieses Feuer des Neustarts in mir."

O'Reilly verbuchte 61 Punkte (24 Tore, 37 Assists) in 81 Spielen der letzten Saison und wurde Zweiter der kompletten NHL mit 59,98 Prozent gewonnener Bullys (hinter Antoine Vermette von den Anaheim Ducks mit 60,00 Prozent). Die Sabres (25-45-12) wurden Letzter in der NHL, 35 Punkte hinter den New Jersey Devils auf dem zweiten Wildcard-Platz für die Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference.

 

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Buffalo erhielt für O'Reilly immerhin ein ordentliches Paket. Die Stürmer Patrik Berglund, Vladimir Sobotka sowie Tage Thompson, ein Draft der ersten Runde im NHL Draft 2019 und einer der zweiten Runde im NHL Draft 2021 stehen den Sabres nun im Gegenzug zur Verfügung.

"Wir haben einiges investiert, um ihn zu bekommen", räumte auch General Manager Doug Armstrong von den Blues ein. "Die ersten Gespräche liefen bereits während des Drafts. Wir sind froh, dass es geklappt hat, denn die Bedingung war, dass es spätestens Sonntag über die Bühne gehen würde."

Die Gründe dafür lagen nahe, denn erstens wurden am 1. Juli 7,5 Millionen Dollar Signing-Bonus für O'Reilly fällig, die die Blues nun übernahmen und zweitens wollten beide Seiten wissen, woran sie sind, wenn sie sich um die Dienste anderer Free Agents bemühen würden. So verpflichteten die Blues am Sonntag auch Tyler Bozak für drei Jahre und insgesamt 15 Millionen US-Dollar.

"Als ich sah, dass sie Bozak unter Vertrag genommen hatten, war ich mir nicht sicher, ob sie noch mit den Sabres verhandeln würden", erklärte O'Reilly. "Die Tiefe auf der Center-Position ist überragend. Alle Teams, die Erfolg haben, sind in der Mitte top besetzt und ich freue mich, ein Teil davon zu sein."

Die Blues erreichten die Stanley Cup Playoffs sechs Spielzeiten in Folge, ehe sie diese im Frühjahr um einen Punkt verpassten, nachdem sie im entscheidenden Spiel gegen Colorado verloren. O'Reilly kam in seiner neunjährigen NHL-Laufbahn zwei Mal mit den Avalanche in die Playoffs, zuletzt 2013/14.

O'Reilly hofft insbesondere dem Powerplay der Blues zu helfen, das mit nur 15,4 Prozent Erfolgsquote das zweitschlechteste der gesamten NHL war. Er selbst markierte in der abgelaufenen Saison 15 Powerplay-Tore und war damit zusammen mit anderen Spielern der Drittbeste der Liga. Darüber hinaus sammelte er 23 Powerplay-Punkte.

Video: BUF@CHI: O'Reilly bedient Eichel beim Powerplaytreffe

"Ich denke, die letzten paar Jahre war ich sehr erfolgreich", analysierte er sein Überzahlspiel. "In Buffalo hatten wir einige gute Powerplays in den vergangenen paar Jahren. Ich will das Positive mitnehmen und weiter ein gewaltiger Faktor dabei sein."

Was O'Reilly nicht mitnehmen will, ist der Misserfolg, den er erlebte. "Bei einem Trade ist es enttäuschend zu sehen, dass ich offenbar nicht der Spieler oder der Teil war, der einer Mannschaft helfen konnte. Aber ich bin mehr als erfreut, dass es ein anderes Team gab, das mich wollte."

Auch Armstrong ist vom Ergebnis begeistert: "Ich mag das Team, das ich zusammengestellt habe. Es hat die nötige Balance." Ob die Neuausrichtung von Erfolg gekrönt sein wird, wird sich ab Oktober zeigen.

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