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Oilers feiern wieder Erfolge

von Bernd Roesch / NHL.com

Auch im zehnten Jahr in Folge nach ihrer Stanley Cup Finalteilnahme im Jahr 2006 werden die Stanley Cup Playoffs höchstwahrscheinlich ohne die Edmonton Oilers stattfinden. Auch in der laufenden Saison spielt die Musik in Tabellenregionen, in denen sich die Mannschaft aus dem Nordwesten Kanadas nicht befindet. Dennoch laden die Oilers weiterhin zum Tanzen ein und erweisen sich im Saisonendspurt als unangenehmer Gegner, der besser ist, als sein Tabellenstand vermuten lässt. Fragen Sie einmal nach in Buffalo, Philadelphia, Winnipeg oder Minnesota. Die Oilers haben vier ihrer bisherigen sechs Auftritte in diesem Monat mit einem doppelten Punktgewinn abgeschlossen und dabei nur drei Tore kassiert. Nicht schlecht für eine Mannschaft, die bis dato im Schnitt pro Spiel 2,92 Tore einstecken musste, und mit 205 Gegentreffern über die drittschlechteste Defensive in der Western Conference verfügt.

In ihren 20 Begegnungen seit Anfang Februar konnten die Oilers 18 Zähler einfahren und sind nach gewonnen Punkten in diesem Zeitraum das siebtbeste Team im Westen - punktgleich mit den Chicago Blackhawks!

Wieso läuft es beim fünffachen Stanley Cup Champion aus Alberta plötzlich so gut oder andersherum gefragt, wieso mussten sie in der ersten Saisonhälfte so häufig als Punktelieferant herhalten? In einer Mannschaftssportart, wie Eishockey eine ist, sollte man nicht Erfolge und Misserfolge an einer Person festmachen. Ein Garant für ihre letzten Triumphe war jedoch zweifelsfrei mit Connor McDavid einer ihrer jüngsten Spieler. Von Anfang November an mussten die Westkanadier fast drei Monate lang auf die Dienste ihres verletzten Nummer 1 Draft Picks verzichten. Der 19-jährige Center war zu diesem Zeitpunkt mit fünf Toren, zusammen mit Taylor Hall, ihr erfolgreichster Torschütze und mit zwölf Scorerpunkten ihr zweitbester Scorer hinter Hall gewesen.

Es ist müßig darüber zu spekulieren, wo die Oilers stünden, hätte sich McDavid nicht verletzt, doch es liegt auf der Hand, dass sich mit ihm im Kader die Situation verbesserte. Obwohl McConnor nur 33 der bisherigen 70 Saisonspiele bestritten hat, belegt er in der teaminternen Scorerwertung mit 14 Treffern und 21 Assists den fünften Platz. Im Schnitt konnte Edmontons begnadeter Stürmer 1,06 Punkte pro Spiel einfahren und befindet sich damit ligaweit in den ganz oberen Regionen: Er belegt einen sagenhaften dritten Platz hinter Chicagos Patrick Kane (1,29) und Dallas' Jamie Benn (1,09).

McDavid verfügt über einen ungemein präzisen Schuss: 19,2 Prozent seiner Schussversuche landeten im gegnerischen Netz. Unter allen Spielern, die in der laufenden Saison mindesten zehn Tore erzielt haben, konnten ihm nur Senators Zack Smith (20,4%), Panthers Jaromir Jagr (20,0%) und Coyotes Anthony Duclair (19,8%) das Wasser reichen.

Beeindruckende Zahlen für einen jungen Eishockeyspieler, der seine erste NHL-Saison bestreitet. Wie wichtig er für die Oilers ist, stellte er erst jüngst im Spiel gegen die Wild unter Beweis: Knapp 7 1/2 Minuten standen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Xcel Energy Center von St. Paul beim Spielstand von 1-1 noch auf der Uhr, als sich McDavid ein Herz nahm, sich auf und davon machte, die schwarze Hartgummischeibe hinter Darcy Kuemper im Netz zu versenken.

McDavid freute sich riesig über diesen Sieg: "Das fühlt sich richtig gut an. Für sie [Minnesota] ging es um alles. Sie hatten ein paar Tage Spielpause und waren ausgeruht. Das war schon ein großer Sieg für uns. Ich habe einfach nur versucht den Puck aufs Tor zu bringen. Mein Schuss war nicht unhaltbar, den Treffer nahmen wir aber gerne mit."

Die Oilers haben nur eine ihrer letzten sechs Partien auf fremden Eis verloren (4-1-1). Eine solche Bilanz ist nur möglich, wenn eine Mannschaft zusammenhält und bei den Oilers stimmt der Zusammenhalt.

Vor dem Spiel gegen die Wild hat Edmontons Chefcoach Todd McLellan noch einmal in die Trickkiste gegriffen, nachdem sein Jungstar in den Partien zuvor gegen Winnipeg und San Jose punktlos geblieben war. Er entschied sich dazu McDavid in die erste Sturmformation mit Hall und auf der rechten Seite mit Zack Kassian aufzustellen. Das deutsche Sturmtalent Leon Draisaitl stürmte zusammen mit Linksaußen Patrick Maroon und Rechtsaußen Jordan Eberle. Eine Maßnahme, die sich bezahlt gemacht hat.

So war es auch nicht wenig verwunderlich, dass McLellan hochzufrieden mit seinem Team war: Ich bin heute stolz auf diese Mannschaft. Von der ersten Minute an, war das ein frecher Auftritt. Aus diesem Spiel können wir so viel Positives mitnehmen. Unser Unterzahlspiel war klasse, wir haben ein Powerplaytor geschossen und wir haben einen Auswärtssieg eingefahren.

Die kommenden Gegner der Oilers sollten sich von deren Tabellenstand nicht täuschen lassen, denn im nördlichen Alberta wird, allem Verletzungspech zum Trotz, wieder richtig gutes Eishockey gespielt.

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