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Sharks-Offensive muss endlich liefern

Zweites torloses Spiel hintereinander setzt San Jose in der Serie gegen Edmonton unter Druck

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Stürmer Zack Kassian von den Edmonton Oilers macht derzeit nicht nur wegen seines progressiven Playoff-Backenbartes auf sich aufmerksam. Am Sonntagabend gegen die San Jose Sharks erzielte er den einzigen Treffer der Begegnung. Es war sein zweiter Game-Winner in Folge. Durch den 1:0-Auswärtserfolg im SAP Center liegen die Oilers in der Best-of-seven-Serie gegen die Sharks nun 2:1 vorne. Sollte die Mannschaft aus Edmonton das nächste Duell am Dienstagabend erneut für sich entscheiden, hätte sie zwei Tage später im heimischen Rogers Place den ersten Matchball.

Wie schon am Freitag profitierte Kassian bei seinem Tor von einem groben Schnitzer der Sharks. Neun Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wollte Verteidiger David Schlemko den Puck hinter der Torlinie stehend aus der eigenen Zone befördern. Er spielte ihn allerdings in die Beine des im linken Bullykreis postierten Kassian. Der nahm die Scheibe auf und schob sie San Joses Goalie Martin Jones mit der Rückhand durch die Beine.

Video: EDM@SJS, Gm3: Kassian mit der Rückhand

Dem 26-jährigen Rechtsaußen war die Freude über seinen zweiten spielentscheidenden Treffer binnen 48 Stunden anzumerken. "Das ist toll. Vor allem unsere Fans sind großartig. Sie erkennen es an, wenn Leute hart arbeiten und alle paar Tage im Wettbewerb stehen", sagte er nach dem Match. Für die kommenden Aufgaben mahnte er weiter volle Konzentration an. "Wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt", betonte Kassian.

Von Coach Todd McLellan erhielt der Angreifer ein Sonderlob. "Er schießt nicht nur wichtige Tore, sondern erledigt auch sonst viele wichtige Dinge für uns", meinte der Trainer über seinen Schützling.

Im Verlauf der Begegnung hatte McLellan die Angriffsformationen verändert und unter anderem Leon Draisaitl in die dritte Reihe zu Kassian und Drake Caggiula beordert. "Das war keineswegs eine Degradierung von Leon. Aber ich hatte das Gefühl, dass wir ein paar Wechsel vornehmen mussten, nachdem das Spiel zu Beginn nicht zu unseren Gunsten lief", begründete der Coach seine Maßnahme. Der Erfolg gab ihm recht. Draisaitl hatte vor dem Goldenen Tor gehörig Druck auf die Verteidigung der Sharks gemacht.

Eine wiederholt starke Leistung zeigten die Oilers in der Defensive. Sie ließen nur wenige klare Chancen der Sharks zu und hatten mit Goalie Cam Talbot einmal mehr einen starken Rückhalt. Bei seinem zweiten Shutout hintereinander parierte er 23 Schüsse.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Duellen gelang es den Oilers zudem, die Zahl der Hinausstellungen in Grenzen zu halten. Lediglich vier Strafminuten sprachen die Referees gegen Edmonton aus. In der ersten Partie hatten sie sechs, beim zweiten Aufeinandertreffen gar sieben Strafzeiten kassiert.

Bei den Sharks ist die Ernüchterung nach der Pleite auf eigenem Eis groß. Vor allem die mangelnde Torausbeute gibt derzeit einige Rätsel auf. Trotz des Comebacks von Center Joe Thornton nach seiner Anfang April erlittenen Knieverletzung fehlte San Joses Offensive ein weiteres Mal jegliche Durchschlagskraft.

Video: EDM@SJS, Gm3: Talbot kann gleich doppelt retten

"Wir haben einfach nicht genügend Chancen der Klasse A herausgespielt. Wir hielten den Puck zwar lange Zeit im gegnerischen Drittel, steckten aber immer wieder in den Ecken fest und ließen uns in Zweikämpfe verstricken. Wir müssen schleunigst einen Weg finden, um vorne torgefährlicher zu werden", äußerte sich Angreifer Logan Couture selbstkritisch.

Der wiedergenesene Thornton gibt ihm Recht. "Wir brauchen beim nächsten Spiel eindeutig ein besseres Niveau", meinte er nach den zweiten torlosen 60 Minuten des Teams nacheinander.

Im bisherigen Verlauf der Playoff-Serie gegen die Oilers offenbarten die Sharks vor allem im Powerplay eklatante Schwächen. Von 15 Gelegenheiten in den drei Begegnungen nutzten sie lediglich eine durch Joel Ward. Hinzu kommt, dass sich die fünf besten Scorer des Teams nach der Hauptrunde bislang in den Playoffs kaum in Szene setzen konnten. Lediglich Kapitän Joe Pavelski brachte mit einer Torvorlage etwas Zählbares zustande. Der offensivstarke Verteidiger und Top-Scorer Brent Burns wartet dagegen ebenso wie Joe Thornton, Logan Couture und Patrick Marleau auf ein persönliches Erfolgserlebnis.

Durch die Heimniederlage haben die Sharks ihren kleinen Vorteil verspielt, den sie sich mit dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung im ersten Match in Edmonton erkämpft hatten. Vor dem nächsten Spiel am Dienstagabend im SAP Center lastet jetzt gehöriger Druck auf den Gastgebern aus San Jose. Sie benötigen unbedingt einen Sieg. Sonst droht dem letztjährigen Stanley-Cup-Finalisten zwei Tage später in Edmonton schon in der ersten Playoff-Runde das Aus.

 

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