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Ice Tigers holen den nächsten NHL-Veteranen

Mit John Mitchell begrüßt Nürnberg den achten Spieler mit NHL-Erfahrung in seinen Reihen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Jede zweite Woche wirft NHL.com/de in der Rubrik International Ice einen Blick über den Tellerrand der NHL. Hier können sie mehr über Spieler in Europa lernen, die nur ein Tor, einen Save, oder eine Entscheidung von einer NHL-Karriere entfernt sind, oder dort bereits Erfahrung gesammelt haben.

In der heutigen Ausgabe geht es um die Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg.

Nur selten beschäftigt eine deutsche Mannschaft so viele ehemalige NHL-Spieler, wie es die Ice Tigers derzeit tun. Ganze acht Akteure ihres Kaders haben zumindest in ein paar Spielen NHL-Luft geschnuppert. Die Taktik scheint aufzugehen, schließlich stehen die Franken derzeit punktgleich mit Red Bull München an der Spitze der Liga. Zwar verloren die Ice Tigers das letzte Spiel gegen die Düsseldorfer EG 2:0, München holte mit der 5:4 Niederlage nach Penaltyschießen aber auch nur einen Punkt gegen die Eisbären Berlin. Damit liegen Nürnberg und München mit 32 Punkten gleichauf, München hat lediglich ein knapp besseres Torverhältnis. Nun sorgte Nürnberg mit der Verpflichtung von John Mitchell für den nächsten Paukenschlag.

Der kanadische Center kann auf eine Erfahrung von 548 Spielen in der regulären Saison und 18 Partien in den Playoffs zurückgreifen. Dabei erzielte er in Diensten der Toronto Maple Leafs, New York Rangers und Colorado Avalanche 70 Tore und 177 Punkte in der regulären Saison, in den Playoffs kommt ein weiterer Assist dazu. Die Avalanche verlängerten seinen Vertrag nach ihrer enttäuschenden Saison nicht, auch bei den Cleveland Monsters in der AHL wurde man sich nach einem Probevertrag nicht einig. So verschlug es Mitchell schließlich in die zweitgrößte Stadt Bayerns, in der er nun auf Punktejagd gehen wird.

"John ist ein erfahrener Mittelstürmer, der seine Stärken sowohl in der Defensive als auch in der Offensive hat", zeigt sich Sportdirektor Martin Jiranek begeistert von seinem neuesten Athleten. "Er passt mit seiner Spielweise sehr gut in unser Team und wird uns auch in Über- und Unterzahl helfen."

Mitchell wurde 2003 von den Toronto Maple Leafs gedraftet (5. Runde, Nr. 158) und kam 2008 zu seinem ersten Einsatz in der besten Liga der Welt. Seine punktbeste Saison zeigte er 2013/14, als er für Colorado elf Tore und 32 Punkte in 75 Spielen erzielte. In Nürnberg befindet er sich nun in namhafter Gesellschaft: Zu den NHL-erfahrenen Spielern der Ice Tiger gehören Brett Festerling, Tom Gilbert, Philippe Dupuis, Brandon Segal, David Steckel, Milan Jurcina und Steve Reinprecht, der 2001 mit den Colorado Avalanche den Stanley Cup gewinnen konnte. Insgesamt kommen die acht Spieler auf 3028 Spiele in der besten Liga der Welt.

Reinprecht ist seit Jahren ein essentieller Bestandteil und Leistungsträger des Teams. Seit er 2012 zu den Ice Tigers stieß, erzielte er 97 Tore und 283 Punkte in 247 Begegnungen. Neben dem Stanley Cup gehört auch die Goldmedaille bei der WM 2003 zu den großen Erfolgen des Kanadiers. Diese Saison ist er mit fünf Toren und zwölf Zählern der zweitbeste Scorer der Mannschaft, gefolgt von Dupuis und Segal mit je elf Punkten.

In der Abwehr sorgen die Hünen Tom Gilbert (188 cm, 92 kg) und Milan Jurcina (193 cm, 115 kg) für den nötigen Rückhalt vor dem eigenen Tor. Gilbert kommt auf 655 Einsätze für die Edmonton Oilers, Minnesota Wild, Florida Panthers, Montreal Canadiens und Los Angeles Kings, wobei er 45 Tore und 223 Punkte machte. Jurcina kommt auf 22 Tore und 81 Punkte in 430 Partien für die Boston Bruins, Washington Capitals, Columbus Blue Jackets und New York Islanders.

Diese Erfahrung sollen sie nun einsetzen, um die Ice Tigers zum ersten Titel zu führen. Nürnberg ist zwar in beinahe jeder Saison für die Playoffs qualifiziert, erreichte aber nur zwei Mal das Finale und scheiterte beide Male an Adler Mannheim. In den letzten fünf Jahren waren vier Mal die Grizzlys Wolfsburg Endstation.

Leicht wird das Unterfangen des Klubs nicht, neben München, dem Meister der vergangenen beiden Jahre, werden sie auch noch von den Eisbären Berlin gejagt, die den Titel bereits sieben Mal erringen konnten, und damit den Rekord in der DEL halten. Das Potenzial sollte im Kader der Nürnberger, der mit ehemaligen NHL-Spielern gespickt ist, aber definitiv vorhanden sein.

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