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Nino Niederreiter ist wieder auf Torjagd

Person of Interest: Nach einer Flaute trifft der Schweizer Paradestürmer wieder und will mit den Wild oben angreifen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "Person of Interest" widmet NHL.com/de jeden Dienstag einem Spieler oder einer anderen Persönlichkeit aus der NHL-Familie eine Story abseits des aktuellen Tagesgeschehens.

In dieser Ausgabe: Nino Niederreiter (Minnesota Wild)

Nino Niederreiter ist seit Jahren einer der größten Namen im Schweizer Eishockey. 2010 von den New York Islanders in der ersten Runde an fünfter Stelle gedraftet, tat er sich dort zunächst schwer sich durchzusetzen. Im Sommer 2013 kam der wohl wichtigste Schritt seiner Karriere, der Transfer zu den Minnesota Wild. Im State of Hockey machte Niederreiter umgehend eine riesige Entwicklung durch und erzielte in seiner ersten Saison für sein neues Team 14 Tore und 22 Assists in 81 Spielen. Seitdem ist er eine feste Größe im Kader der Wild und längst als zuverlässiger und konstanter Torschütze bekannt. Mittlerweile ist er mit 105 Toren in der NHL der einzige Schweizer, der es jemals auf eine dreistellige Zahl brachte.

Umso verwunderlicher war kürzlich eine lange Phase ohne Treffer. Saisonübergreifend blieb er 22 Partien ohne Treffer. Dann kam jedoch am 8. November die Begegnung mit den Los Angeles Kings und die große Erleichterung, sein erstes Saisontor im 15. Spiel dieser Saison.

"Ja, ich hatte eine schwierige Zeit, einige Spiele ohne Tor. Jetzt hat es geklappt, jetzt muss ich einfach so weitermachen", verdeutlicht Niederreiter im exklusiven Interview mit NHL.com/de entspannt und doch erleichtert.

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Nach 21 Spielen steht Niederreiter jetzt bei zwei Toren und acht Assists. Für seine Verhältnisse ist das eine relativ geringe Ausbeute, doch die Formkurve zeigt wieder nach oben.

Sehr zufrieden kann der Paradestürmer der Schweizer über die Leistung seines Teams sein. Minnesota steht mit 26 Punkten (12-7-2) auf Rang drei der hart umkämpften Central Division, hinter den punktgleichen Winnipeg Jets und den Nashville Predators, die noch vergangene Saison die Presidents' Trophy als punktbestes Team der Saison holten. Sie führen die Liga auch diese Saison mit 31 Zählern an. Dabei kommen die Wild ohne Stars im Rang eines Connor McDavid, Sidney Crosby, oder Alex Ovechkin aus. Der beste Scorer ist Mikael Granlund mit 19 Punkten (zehn Tore, neun Assists), was im ligaweiten Vergleich nur Platz 47 bedeutet.

"Wir haben vier konstante Reihen", erklärt Niederreiter die Stärke des Teams. "Wir haben jede Reihe dazu gebracht erfolgreich zu sein. Das ist bei uns einfach wichtig. Wir haben eine gute Mannschaftsleistung, wenn es bei einem nicht so gut läuft, dann kommt der nächste und hilft aus. Wir haben einfach eine gute Stimmung im Team und lachen viel miteinander."

 

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Das entlastete auch ihn selbst, als er nicht traf, doch die Torflaute sieht er insgesamt eher locker, besonders nun, da er sich offenbar wieder der Normalität nähert. Ein Geheimrezept für den Weg zurück zu seinen Leistungen hat er nicht.

"Ich habe eigentlich nichts geändert. Wenn du keine Tore schießt, versuchst du meistens noch härter zu arbeiten, mehr zu schießen, aber das ist einfacher gesagt als getan. Man muss einfach entspannt sein, tief atmen und entspannt und mit gutem Gefühl aufs Eis gehen."

Die Wild waren besonders auswärts in den letzten Wochen eine Macht und auch Niederreiter feierte sein erstes Tor nicht im eigenen Stadion, sondern in Kalifornien bei den Kings während einer Serie von sieben Spielen in der Fremde. Der Stürmer und seine traditionell als heimstark bekannten Wild freuen sich nun wieder auf mehr Spiele vor eigenem Publikum, was seine Leistungen und die des Teams weiter anfachen dürfte, wenn die Dinge ähnlich wie in den letzten Jahren laufen.

"Zu Hause sind wir immer sehr stark. Wir müssen schauen, dass die anderen Mannschaften nicht gerne zu uns kommen. Wir waren jetzt auch auswärts sehr stark, das hilft uns denke ich auch, wieder von Anfang an ein gutes Gefühl zu Hause zu haben."

 

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El Nino, wie er gerne auch genannt wird, stand mit den Wild in den letzten fünf Jahren in Folge in den Stanley Cup Playoffs, doch weiter als bis in die zweite Runde ging es nie. Bisher ist das Team wieder auf Playoff-Kurs, doch Niederreiter will davon zunächst nichts wissen. "Im Moment dürfen wir noch nicht so weit nach vorne schauen", mahnt er zur Bescheidenheit und zur Konzentration auf die Gegenwart.

Bescheidenheit, Konzentration und harte Arbeit gehören ohnehin stets zu seiner Einstellung und seinem Auftreten. Dabei hat er in der Heimat längst einen Status, den nicht viele Spieler erreichen. Er ist nicht nur der beste Torschütze, sondern hinter Mark Streit und Roman Josi auch der drittbeste Vorbereiter (113 Assists) und Scorer (218 Punkte), der jemals den Weg aus der Schweiz in die NHL fand. Er gehört zu den Vorreitern der wachsenden Bedeutung der Eidgenossen in der NHL.

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"Es ist wirklich schön zu sehen, dass wir jetzt immer mehr erfolgreiche Schweizer in der NHL haben", freut sich der 26-Jährige, der für Spieler wie Nico Hischier, Kevin Fiala und Timo Meier bereits im Nachwuchs zu den großen Idolen gehörte. "Das ist auch ein Ziel des Schweizer Eishockey und ich glaube, für mich persönlich und sicherlich auch für Roman Josi und Mark Streit, ist das ein tolles Gefühl, dass wir da ein bisschen die Vorreiter in dieser Entwicklung waren."

Das genannte Trio aus Niederreiter, Josi und Streit hat sicherlich eine große Rolle, was die gewachsene Begeisterung und Stärke im Schweizer Eishockey, aus dem diese Saison bereits 13 Spieler in der NHL zum Einsatz kamen. In der kleinen Alpennation ist Eishockey längst ein großer Volkssport und immer mehr junge Talente streben die NHL an.

"Für die jungen Spieler im Nachwuchs ist einfach wichtig, dass man nie aufgeben darf. Es gibt so viele Wege in die NHL zu kommen", macht er den jungen Spielern in der Heimat Mut. "Für manche ist der Weg direkter, für andere klappt es erst später. Wenn man den Traum hat in der NHL zu spielen und es mal nicht so klappt, darf man sich nicht selbst betrauern, man muss weiter das Ziel im Blick haben und hart trainieren. Das ist am Anfang das schwierigste, man hat manchmal einfach Selbstzweifel, man denkt, das schaffe ich nicht, aber man muss einfach an sich selbst glauben und es immer weiter probieren."

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