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Kucherov erzielte 100 Punkte in 62 Spielen

So schnell wie der Stürmer der Lightning, kam seit fast 25 Jahren kein Spieler zu 100 Scorerpunkten

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich Nikita Kucherov weitestgehend unbehelligt auf dem Bayshore Boulevard im sonnenverwöhnten Tampa blicken lassen konnte. Ob mit Vollbart oder nicht, das Gesicht des 25-jährigen Stürmers ist nicht nur bei den eingefleischtesten Eishockeyfans am Golf von Mexiko bekannt.

Die Tampa Bay Lightning bestimmen an jedem Morgen nach ihren Auftritten die Tagesgespräche in der Stadt und Umgebung. Kucherov ist in aller Munde. Auch an diesem Freitag wird das der Fall sein.

'Hast du mitbekommen, wie schnell er ist und wie abgeklärt er bei dem Konter Tylers Vorlage versenkt hat?' 'Na klar, einfach direkt mal abgezogen, der Hutton hatte nicht den Hauch einer Chance. Und im Penaltyschießen hat er uns sogar noch den Sieg beschert.'

So oder so ähnlich, dürfte nicht nur ein Frühstücks-Talk zwischen Sportbegeisterten verlaufen sein. Keiner spricht heute, einen Tag nachdem Kucherov seinen 100. Scorerpunkt erzielt hat, von den Buccaneers oder Rays. Die Lightning und ihr Topscorer bestimmen die Schlagzeilen der Gazetten im Hillsborough Country.

Video: BUF@TBL: Kucherov erreicht die 3-stellige Punktemarke

Tampas Vorzeigestürmer und mit 30 Toren und 70 Assists Topscorer der Liga war begeistert von seinem Meilenstein, bei dem es niemanden in der Amalie Arena auf dem Sitz gehalten hatte. Von über 19.000 Besuchern wurden ihm Standing Ovations zuteil. "Das war wirklich ein ganz besonderer Moment", freute sich Kucherov, vergaß dabei aber auch nicht das Wichtigste zu erwähnen, nämlich "die zwei gewonnenen Punkte" durch den 2:1-Sieg nach Penaltyschießen gegen die Buffalo Sabres.

Nur 62 Saisonpartien hat Tampas russischer Ausnahmestürmer benötigt, um die 100-Zähler voll zu machen. Mit seiner Quote von 1,61 Punkten pro Spiel ist er gerade dabei, in Sphären vorzudringen, wie es zuletzt nur den Besten unter den Besten bis Mitte der 1990er-Jahre gelungen war.

Seit Mario Lemieux, der in seinem 61. Spiel der Saison 1996/97 seinen 100. Punkt markierte, erreichte kein Spieler schneller diese Marke als Kucherov. Sollte Tampas torgefährlichster Mann weiterhin so kräftig punkten, käme er am Saisonende auf über 130 Zähler, was in den vergangenen 30 Jahren nur neun Spielern geglückt ist: Lemieux (91/92, 92/93, 95/96), Wayne Gretzky (89/90, 90/91), Brett Hull (90/91), Pierre Turgeon (92/93), Teemu Selanne (92/93), Steve Yzerman (92/93), Adam Oates (92/93), Pat Lafontaine (92/93) und Jaromir Jagr (95/96).

 

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Auch wenn man beim Verteilen von Vorschusslorbeeren vorsichtig sein sollte, diese großen Namen des Eishockeysports verdeutlichen recht klar, in welche Kategorie Kucherov mittlerweile vorgestoßen ist.

Lightning Coach Jon Cooper verriet, welche Stimmung nach dem Buffalo-Spiel in der Kabine herrschte: "Man konnte erkennen, wie aufgeregt er war, doch das Größte für mich war es zu sehen, wie sich die Jungs mit ihm gefreut haben. [100 Punkte] in 62 sind eine Hausnummer."

Einer der Gratulanten, der sich mit Lob nicht zurückhielt, war Kucherovs Sturmkollege Brayden Point: "Man kann es fast nicht glauben, doch schaut man sich die Spiele an, dann sieht man wie viele Chancen er in jeder Partie herausarbeitet und dann versteht man auch, warum er bereits so viele Punkte gesammelt hat. Er ist ein unglaublicher Spieler."

Von Afinogenov bis Zubov, 226 begnadete Eishockeyspieler aus Russland gingen in der 101-jährigen NHL-Geschichte auf Punktejagd oder sind noch dabei, doch nur einer von ihnen benötigte weniger Partien als Kucherov bis zu einem dreistelligen Saison-Scorerpunkt: Alexander Mogilny schaffte das Kunststück 1992/93 bereits in seinem 58. Spiel.

In aufeinanderfolgenden Spielzeiten auf 100 Punkte zu kommen wie Kucherov, das gelang nur drei seiner Landsleute: Pavel Bure (1992/93 und 1993/94), Evgeni Malkin (2007/08 und 2008/09) sowie Alex Ovechkin (2007/08 bis 2009/10).

Hätte Andrew Lloyd Webber das Bedürfnis, sein nächstes Musical einem aktuellen Eishockeygott zu widmen, müsste er es 'Nikita Kucherov Superstar' nennen.

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