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Nico Hischiers zweite NHL-Saison im Rückblick

Der Schweizer hat einen Schritt nach vorne zum reifen Spieler gemacht, wurde aber auch mit Rückschlägen konfrontiert

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Mit dem Schweizer Nico Hischier wurde beim NHL Draft 2017 von den New Jersey Devils zum ersten Mal in der Geschichte ein deutschsprachiger Spieler an der Nummer 1 ausgewählt. NHL.com/de wird auch in seiner zweiten NHL-Saison 2018/19 im vierzehntägigen Rhythmus in der Rubrik "Tracking Hischier" verschiedene Bereiche der beginnenden Karriere des jungen Centers besonders unter die Lupe nehmen.

Vom 2. bis 23. März musste Nico Hischier wegen einer Verletzung am Oberkörper zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem 11. bis 21. November für eine längere Zeit pausieren. Deswegen wird er am Ende auf maximal 69 Spiele kommen. Im Vorjahr konnte er, wenn auch in den letzten Partien angeschlagen, alle 82 Spiele absolvieren und durfte danach immerhin eine Runde in den Stanley Cup Playoffs gegen die Tampa Bay Lightning (1:4) spielen.

Dazu wird es in dieser Saison nicht kommen. Sie endet für die Devils definitiv am 6. April mit einem Auswärtsspiel bei den Florida Panthers, die ebenfalls an der Playoff-Qualifikation gescheitert sind. Danach heißt es den Spind im Prudential Center auszuräumen und den Sommerurlaub anzutreten bzw. die Nationalmannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft zu verstärken. In der Schweiz freuen sie sich schon darauf.

 

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Zu Recht, denn deren Nationaltrainer Patrick Fischer wird begeistert sein, Hischier erstmals in seinen Reihen begrüßen zu können. Das liegt auch daran, dass sich der 20-jährige Center in seinem zweiten NHL-Jahr nicht nur körperlich deutlich weiterentwickelt hat. Es klingt zwar abgedroschen, aber immer noch steckt er in dem natürlichen Prozess, während dessen aus einem Jungen ein Mann wird.

So kommt es nicht von ungefähr, dass Hischier fünf Spiele vor dem Saisonende, obwohl er 18 Partien weniger absolviert hat, nur sieben Punkte schlechter ist als im Vorjahr. Legt man seinen Schnitt zu Grunde, dann wird er in den verbleibenden Aufgaben seine Saisonleistung von 2017/18 mit 52 Punkten (20 Tore, 32 Assists) nicht mehr erreichen, doch mit 45 Punkten (17 Tore, 28 Assists) weist er in diesem Jahr einen besseren Durchschnitt (0,7 zu 0,63) aus.

Video: NJD@MIN: Hischier verwertet den Rebound zum Sieg

Auffällig ist außerdem, dass Hischier trotz seiner geringeren Gesamtpunktzahl, seine Ausbeute im Powerplay deutlich verbessern konnte. Statt einem Tor und fünf Assists wie im Vorjahr, stehen jetzt drei Treffer und sieben Vorlagen bei nummerischer Überlegenheit auf seinem Konto.

Auch in der Verlängerung zeigte er sich von seiner besseren Seite und entschied mit seinen Toren in der Overtime gleich drei Partien zu Gunsten der Devils. Letzte Saison konnte er zwei Siegtore erzielen, aber keines davon in der Zusatzschicht. 

Darüber hinaus hat Hischier seine Bully-Statistik verbessert, die für einen Center ein wichtiger Baustein ist. Lag er in der abgelaufenen Saison bei 42,93 Prozent gewonnener Anspiele, so sind stehen für ihn derzeit 45,02 Prozent zu Buche. Weiterhin keine gute Quote, weil er mehr Bullys verliert, als gewinnt, doch die Tendenz geht in die richtige Richtung.

"Nico entwickelt sich zu einem hervorragenden Center in der NHL, dabei wird ihn keiner aufhalten können", schwärmte Trainer John Haynes kürzlich über seine Nummer 13 und umriss ebenfalls die positive Entwicklung, die Hischier durchschritten hat. 

Video: NJD@MTL: Hischier trifft in OT aus spitzem Winkel

Weniger erfreulich ist es natürlich, dass es im Team schlechter lief und die Playoffs in diesem Jahr deutlich verpasst wurden, nachdem es 2018 über den zweiten Wildcard-Platz zur Qualifikation reichte. Es begann zum Auftakt im Oktober mit vier Siegen am Stück äußerst erfolgsversprechend, doch die Idylle war trügerisch, so schnell ging es wieder bergab.

Nach 77 Spielen steht New Jersey bei 29 Siegen, 39 Niederlagen nach regulärer und neun nach verlängerter Spielzeit. Die Heimbilanz ist mit 19-14-6 eines Playoff-Kandidaten würdig, doch auf Reisen hatten die Devils so ihre Probleme. Mit lediglich zehn Auswärtssiegen (10-25-3) sind sie in dieser Kategorie knapp vor den Ottawa Senators Vorletzter der NHL.

Hierbei spielte eine deutliche Schwächung, die ab Ende Dezember zu spüren war, eine nicht unbedeutende Rolle. Der Ausfall des Topscorers und Reihenkollegen von Hischier Taylor Hall wog schwer. Hieraus lässt sich aber genauso ein positiver Aspekt für die Nummer 13 der Devils ableiten. Ohne den Leitwolf lieferte Hischier trotzdem seine Punkte und konnte seine Leistung abrufen. Ein Beweis, dass er an Reife gewonnen hat.

 

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Es passte ins Bild dieser Spielzeit, dass New Jersey nach acht Niederlagen und nur zwei Siegen während seiner Abwesenheit im März ausgerechnet mit Hischiers Comeback am vergangenen Samstag 2:1 nach Verlängerung gegen die Arizona Coyotes und zwei Tage später 3:1 gegen die Buffalo Sabres gewinnen konnte.   

"Es ist natürlich viel schöner, wenn wir gewinnen", betonte Hischier daraufhin. "Man sieht es bereits in den Gesichtern. Alle lachen und sind gut drauf. Da ist schon ein Unterschied festzustellen."

Obwohl die Playoffs verpasst wurden, kann Hischier optimistisch die Saison beenden. Ab dem 1. Juli wären die Devils berechtigt, seinen im kommenden Jahr auslaufenden Einstiegsvertrag zu verlängern. Dann könnte Zahltag für die gezeigten Leistungen sein. Keinen Gedanken verschwendet er daran.

"Wir haben noch fünf Spiele und wir wollen die Saison ordentlich beschließen", analysierte er nüchtern. "Dafür werde ich mein Bestes geben." Genau wie bisher immer und sicher in der Zukunft auch!

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