Skip to main content

Teamerfolg steht für Nico Hischier im Vordergrund

Der Schweizer Rookie blieb in seinem ersten NHL-Spiel ohne Punkt, freute sich aber über den Sieg

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Rookie Will Butcher stahl seinem Teamkollegen Nico Hischier im deren ersten NHL-Spiel für die New Jersey Devils etwas die Schau. Eine Tatsache, die den 18-jährigen Schweizer kaum stören dürfte, denn seine Priorität liegt eindeutig auf der Mannschaft und dass sie gewinnt, wie sie es am Samstag im Heimspiel gegen die Colorado Avalanche tat. Dies hat er in vielen Aussagen zuvor und danach immer wieder gebetsmühlenartig betont.

Während Verteidiger Butcher in 12:45 Minuten Eiszeit drei Tore des 4:1-Sieges vorbereitete und erster Star der Partie wurde, musste sich Hischier damit begnügen, ein gutes Spiel gezeigt zu haben, doch ohne Punkt geblieben zu sein.

Der Nummer-eins-Draft gehörte mit seiner Nummer 13 auf dem Rücken trotzdem zu den auffälligen Akteuren. Immerhin sechs Schüsse gab er in 15:44 Minuten Eiszeit auf das gegnerische Tor ab, setzte zwei Checks, konnte eine Puck-Eroberung vorweisen und vier von neun Bullyduellen gewinnen.

"Es hat Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis, an das ich mich lange erinnern werde", erzähle Hischier im Anschluss mit dem gewohnten lockeren Lächeln auf den Lippen. "Ich hatte ein paar gute Möglichkeiten mein erstes Tor zu schießen, doch es sollte nicht sein. Wichtiger war, dass wir gewonnen haben."

Als Hischier in der 13. Minute an der gegnerischen blauen Linie den Puck technisch geschickt zum Körper zog und an einem Gegner vorbeiging, war ein respektvolles Raunen im Prudential Center zu vernehmen. 

"Nico ist ein Spieler mit einem starken Fokus", analysierte Devils Trainer John Hynes nach dem Spiel. "Er kennt die Erwartungen an seine Person, aber hat die gegebene Fähigkeit sich darauf zu konzentrieren was das Wichtigste ist und das ist gut für seine Performance."

Hischier verdeutlichte auch während des Spieles mehrfach, dass er mehr ein mannschaftsdienlicher Akteur, denn ein egoistischer Torjäger ist. So suchte er neben dem direkten Weg zum Tor häufig den Pass zum Mitspieler.

Als Mitspieler Kyle Palmieri im zweiten Drittel an der Bande einen Kniecheck von Avalanche Verteidiger Erik Johnson wegstecken musste und verletzt liegen blieb, scheute sich Hischier trotz seiner jungen Jahre nicht, seinem Kollegen unmittelbar zur Seite zu stehen und mischte im anschließenden Handgemenge kräftig mit.

"Ich denke, wenn ein Spieler wie er, als Junge in seinem ersten Jahr und erstem Spiel, das für einen Mannschaftskollegen macht, dann ist das wirklich wichtig", sagte Hynes. "Es war schön zu sehen."

Für Hischier war es eine Selbstverständlichkeit einzugreifen, was seinen Teamgeist unterstrich. "Nachdem Palmieri auf die Knie ging, dachte ich nur, dass ich ihm zur Seite stehen müsse und habe deswegen mein Bestes gegeben", schilderte der junge Center die Situation aus seiner Sicht. "Es geht nur um die Mannschaft und ich dachte, dass es die richtige Wahl wäre."

Hynes lobte ebenso den Teamgeist seines Stürmers. "Es geht nie um Nico", betonte Hynes. "Es geht um seine Mannschaftskollegen und er opfert sich für seine Mannschaft. Einen 18-jährigen Spieler zu haben, der in seinem ersten Spiel nicht zögert, zeigt welcher wichtige Teil er ist und wie unsere Mannschaft ist."

Die Fans nicht nur in der Schweiz offen auf eine Fortsetzung und dass dies nur der Anfang einer erfolgreichen Karriere war.

Mehr anzeigen