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Nicklas Backstrom ist voller Vorfreude

Trotz eines größeren Umbruchs im Team blickt der Schwede optimistisch auf die Zukunft der Washington Capitals

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Schwede Nicklas Backstrom von den Washington Capitals kehrte in diesem Sommer in seine Heimat in Skandinavien zurück. Im Rahmen eines Mediatages in Stockholm hatte NHL.com International kürzlich die Gelegenheit sich mit dem 29-Jährigen Führungsspieler über die Situation bei den 'Caps', seine persönliche Situation, und die Ambitionen für die Zukunft in der US-Metropole zu sprechen.

Backstrom begann seine Profikarriere im Jahre 2004 noch in der schwedischen Liga. In der Saison 2005-06 konnte der Mittelstürmer seine Leistung dann deutlich steigern und er wurde danach zum besten Rookie der 'Elitserien' gewählt.

Zu diesem Zeitpunkt galt er bereits als eines der vielversprechendsten Talente weltweit und wurde im Europa-Ranking der Talentscouts aus der National Hockey League auf Platz eins geführt.

Die Washington Capitals wählten ihn in der ersten Runde, als insgesamt vierten Spieler des gesamten NHL Entry Drafts, im Jahre 2006 aus. Im Mai 2007 gaben die Capitals dann offiziell bekannt, dass der junge Stürmer bei ihnen auch einen frischen Dreijahresvertrag unterschrieben hatte. Seither ist er für die US-Franchise in der NHL aktiv.

Aktuell steht der Schwede dort bei insgesamt 734 Ligaspielen, in denen er 188 Tore und 540 Assists verbuchen konnte, so dass er es aktuell auf 728 Zähler in der besten Eishockeyliga der Welt bringt.

Beim Media-Tag in Stockholm gab sich der inzwischen sehr erfahrene NHL-Akteur gut gelaunt und voller Vorfreude auf die neue Spielzeit mit dem Team in Nordamerika. Die Tage in der Heimat Schweden hatten ihm offenbar gut getan.

Video: WSH@PIT, Sp6: Backstrom erhöht die Führung

"Ja, ich habe immer noch so viel Spaß am Spiel wie mit 20. Jeden August freue mich immer noch sehr, wenn es dann endlich wieder auf das Eis geht."

"Den Sommer muss man stets dazu nutzen seine Gesundheit zu pflegen. Und ich habe im Vorjahr auch gar nicht so viele Minuten gespielt wie schon mal zuvor. Auch das wirkt sich nun sicherlich positiv aus."

Auch die Tatsache, dass das Team aus Washington in dieser Sommerpause nicht alle Stammkräfte halten konnte, in den Augen vieler daher aktuell als sportlich spürbar geschwächt gilt, kann Backstrom derzeit nicht wirklich beunruhigen, wie er beteuerte: "Auch wenn wir in diesem Jahr natürlich etwas an Qualität verloren haben, so haben wir durchaus noch immer hohe Erwartungen in der neuen Spielzeit."

"Einige etablierte Spieler aus unserem Team sind jetzt weg. Doch das ist dann immer auch eine gute Chance für junge Spieler. Ich sehe das durchaus positiv", meinte er gegenüber NHL.com International optimistisch.

Doch insgesamt wird das Team zunächst wohl etwas weniger unter Druck stehen als zuletzt, zählt derzeit nicht mehr zu den ganz großen Favoriten auf den Gewinn des Stanley Cups, wie er betonte.

"Den Stanley Cup zukünftig zu gewinnen steht natürlich noch immer ganz oben auf meiner persönlichen Agenda. In diesem Jahr bauen wir unser Team jedoch jetzt erst einmal etwas um, werden sicherlich erst einmal nicht mehr zu den ganz großen Favoriten zählen. Das wird uns gut tun. Wie in jedem Jahr gilt es erst einmal in die Playoffs zu kommen. Und wenn man das dann geschafft hat, dann ist ja immer grundsätzlich alles möglich."

Die durchaus große Konkurrenz der anderen Teams in der eigenen Division sieht er dabei durchaus positiv, wie er in Stockholm betonte.

"Unsere Division ist natürlich insgesamt eine recht anspruchsvolle. Das fördert die Konkurrenz und ist am Ende gut für alle Beteiligten. Da muss man ständig an seinem Limit spielen, wenn man wettbewerbsfähig sein will, von Spiel zu Spiel, von Tag zu Tag. Das hält einen in Form."

Video: WSH@PHI: Backstrom trifft an diesem Abend zuerst

Und er weiß auch schon, welche Spieler des Teams womöglich in naher Zukunft bereits ins Rampenlicht treten könnten: "Fortschritte erwarte ich aus den Reihen unserer Spieler natürlich in erster Linie besonders von den Jungs, die auch schon im letzten Jahr da waren. Jakub Vrana und Paul Carey. Hohe Erwartungen setze ich aber auch in Christian Djoos."

Die Tatsache, dass der vermeintlich größte Rivale aus Pittsburgh ja in einer durchaus vergleichbaren Situation steckt, die beschäftigt den 29-Jährigen aktuell ebenso. Und auch den Titelverteidiger mag der Stürmer beim Kampf um den nächsten Titel in der Liga längst nicht abschreiben. Lobt im Gespräch vor allem auch dessen Trainer.

"Um Pittsburgh mache ich mir, auch wenn auch sie einige Stammspieler eingebüßt haben über den Sommer, gar keine Sorgen. Sie werden auch in der kommenden Spielzeit wieder sehr stark sein, haben auch aus der AHL noch einmal ordentlich Verstärkung bekommen. Und Coach Mike Sullivan versteht es in der Regel das Beste aus seinen Spielern herauszuholen. Am Ende wollen wir sie aber ausschalten. Und damit hatten wir zuletzt doch einige Probleme. Auch wir haben ja einige neue Leute aus der AHL dazu bekommen. Hershey hat über Jahre hinweg gute Leistungen abgeliefert und häufig gewonnen. Hoffentlich können wir in Zukunft davon profitieren."

Zudem sieht er auch in der Tatsache, dass viele junge Spieler im Kader mitmischen werden einen weiteren positiven Effekt in Sachen Vergangenheitsbewältigung, wo man den 'Pens' ja häufiger als gewünscht unterlag. "Die jungen Spieler aus der AHL werden uns sicherlich ein Stück weit dabei helfen nicht zu viel an die Vergangenheit zu denken."

Die Tatsache, dass er selber in Kürze bereits 30 Jahre alt wird, die entlockte dem Schweden hingegen nur ein kurzes Lächeln.

"Ich erinnere mich in erster Linie an positive Dinge in meiner Karriere. Es hat mich damals etwas überrascht wie schnell ich letztendlich dann doch in der Liga Fuß gefasst habe als ich nach Nordamerika gegangen bin. Mir kam damals zugute, dass die Situation in Washington sehr günstig war für mich. Damals war man noch von den Playoffs entfernt, befand sich gerade in einer Art Neuaufbau der Franchise. Dass das nun alles schon zehn Jahre her ist, das ist etwas irreal. Es kommt mir eher vor wie drei oder vier Jahre."

Die ersten Tage in der besten Eishockeyliga der Welt gestalteten sich für den heutigen Führungsspieler nach eigener Aussage zunächst durchaus schwierig, bevor der 'Knoten' dann doch relativ rasch platzte.

Video: ARI@WSH: Ovechkin schließt Tic-Tac-Toe Passspiel ab

"Meine ersten rund 30 Spiele waren recht hart für mich in der NHL. Da war ich immer in der dritten oder vierten Reihe im Einsatz. Das war noch vor dem Trainerwechsel damals. Als dann Bruce Boudreau zu uns kam, da hat er mir direkt mehr Vertrauen geschenkt, ich bekam deutlich mehr Eiszeit."

Seither liefert er regelmäßig Top-Leistungen ab, zählt zu den absoluten Spitzenspielern. Trotzdem steht er in der Öffentlichkeit nicht so sehr im Brennpunkt wie zum Beispiel sein Teamkamerad Alex Ovechkin. Neidisch ist er jedoch in keiner Weise.

"Den Grad der öffentlichen Aufmerksamkeit der auf einen gerichtet wird, den kann man ja nicht wirklich kontrollieren. Alex ist eine ganz andere Persönlichkeit, ist deutlich extrovertierter als ich. Ich brauche das nicht. Mir gefällt es so wie es ist."

Und doch hat er auch persönlich für sich noch Bereiche ausgemacht in denen er sich verbessern und steigern möchte. Selbst mit seinen nun bald 30 Jahren arbeitet er noch intensiv an seinem Spiel.

"Über meine persönlichen Statistiken denke ich nicht wirklich viel nach. Man soll nicht zu sehr auf die Zahlen blicken. Aber natürlich ist es hin und wieder auch mal ganz schön, wenn sich diese günstig für einen darstellen. Ich versuche mich vor allem im Bereich Offensive noch zu steigern, muss in Zukunft vielleicht häufiger auf das Tor schießen, so meine Torausbeute erhöhen."

"Das Defensivspiel ist heutzutage ja auch grundsätzlich sehr wichtig. Man muss eben die richtige Balance dabei finden. Auch in diesem Bereich kann ich mich sicherlich noch etwas steigern."

Und man darf sich wohl sicher sein, dass Backstrom dieses Vorhaben in der neuen Spielzeit mit aller Entschlossenheit angeht.

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