DE Global Series History

Die Liste der internationalen Spiele von NHL-Mannschaften ist lang und hat mittlerweile Tradition. Es begann bereits 1938, als die Montreal Canadiens und Detroit Red Wings gleich neun Spiele in England (London, Brighton) und Frankreich (Paris) gegeneinander austrugen.

Am 23. September 1980 folgte das erste Spiel zwischen einer NHL-Mannschaft und einer europäischen Mannschaft auf europäischem Boden. Djurgarden Stockholm unterlag den Minnesota North Stars mit 0:8. Knappere Ergebnisse gab es die Tage darauf, als die Washington Capitals gegen AIK Stockholm (2:1) und Djurgaden (3:2) sowie die North Stars gegen AIK (4:3) spielten.
Ein Jahr später zogen die NHL-Teams New York Rangers und Washington in Vorbereitungsspielen gegen HIFK Helsinki, Frölunda Göteborg und AIK Stockholm erstmalig den Kürzeren.
Zahlreiche weitere Events und Duelle zwischen NHL-Teams und europäischen Mannschaften folgten, zumeist mit den Siegern aus Nordamerika, doch immer wieder gelang es den Außenseitern, den Favoriten auch ein Schnippchen zu schlagen.

ZCS Lionns

So auch am 29. September 2009, als in Zürich die ZSC Lions als Sieger der Champions Hockey League gegen die Chicago Blackhawks im Rahmen des Victoria Cup antraten. Vor 9.477 Zuschauern im Hallenstadion entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der sich beide Seiten wenig schenkten. Die in Bestbesetzung angetretenen Blackhawks hatten am Tag zuvor ein Spiel gegen den HC Davos mit 9:2 gewonnen, welches sie möglicherweise etwas überheblich in das Spiel gegen die von Trainer Sean Simpson betreuten Lions gingen ließ.
Diese Einstellung befeuerte die frühe Führung für Chicago bei 6:13 Minuten durch Cam Barker noch. Doch bereits im ersten Drittel schlugen die stets gefährlichen Schweizer zurück und glichen bei 12:25 Minuten durch Patrik Bärtschi aus. Noch besser wurde es für die Fans und Spieler, als Lukas Grauwiler bei 34:44 Minuten die Lions mit 2:1 in Führung brachte.
Die Dramatik des Spiels gipfelte schließlich darin, dass Bärtschi bei 56:46 Minuten einen von Brent Seabrook verursachten Penalty zur Vorentscheidung vergab. Doch alles weitere Anrennen der Blackhawks auf den Ausgleich half nichts mehr und Lions-Torhüter Ari Sulander, der insgesamt 35 Saves verbuchte, war nicht mehr zu überwinden. Erstmals konnte ein Schweizer Team gegen eine prominente NHL-Mannschaft gewinnen.
Am 3. Oktober 2011 hatte der EV Zug im Rahmen der NHL Premiere 2011 die New York Rangers in der mit 7.015 Zuschauer ausverkauften Bossard Arena zu Gast. Ob es am harten Programm, das die Rangers die Tage zuvor mit Spielen in Prag, Göteborg und Bratislava absolvieren mussten, lag oder nicht, sei dahingestellt, der EVZ setzte mit einem unerwarteten 8:4-Sieg ein Ausrufezeichen, das in den Eishockeykreisen in ganz Europa und Nordamerika Beachtung fand.

NYR Zug

Die Spieler des EVZ legten mit hohem Tempo und zielstrebig los und überraschten so die Rangers scheinbar. Esa Pirnes erzielte nach nur 78 Sekunden im Powerplay mit einem satten Schuss die Führung, die vier Minuten später Kapitän Duri Camichel auf 2:0 erhöhte. Vor dem Anschlusstreffer durch Ryan Callahan (16.) hatte Zug mehrere Chancen verpasst nachzulegen. Doch Josh Holden stellte nur kurz darauf in Unterzahl den alten Abstand her, indem er zwei Verteidiger der Rangers und den Torhüter gekonnt düpierte. Durch zwei Tore in 13 Sekunden (19./20.) konnten die Rangers allerdings noch vor der Sirene zum 3:3 ausgleichen.
Doch die Rangers blieben behäbig gegen schnelle Gegner des EV Zug. Auf einen Doppelschlag in 41 Sekunden, konnten die New Yorker nur mit dem Anschlusstreffer aufwarten. Bis zur 45. Minute erhöhte der EVZ sogar auf 7:4, so dass die Halle bebte. Rangers-Trainer John Tortorella nahm fünf Minuten vor dem Ende den Torhüter heraus, so dass mit einem Empty Net in der 56. Minute der Endstand hergestellt werden konnte.
Ähnlich wie der EV Zug überraschte der Lausanne HC am 30. September 2019 die Philadelphia Flyers. In der neu erbauten Vaudoise Arena trafen die beiden Teams im Rahmen der NHL Global Series Challenge Schweiz aufeinander.
Nach 4:08 Minuten gingen die Gastgeber, die noch am Freitag zuvor in der Liga mit 1:7 gegen den HC Davos verloren hatten, in Führung. Flyers-Goalie Carter Hart ließ einen Schuss aus zentraler Position nach vorne abprallen. Dort stand Yannick Herren zum Nachfassen bereit und setzte einen Schlenzer halbhoch in die Maschen.
Auch in den folgenden Minuten blieb Lausanne am Drücker. In Überzahl konnte Cory Emmerton nach einem No-Look-Pass von Christoph Bertschy quer durch die Angriffszone den Puck zum 2:0 ins Netz jagen. Noch im 1. Drittel erhöhte Verteidiger Jöel Genazzi nach einem Bullygewinn auf 3:0 für die Gastgeber. Manche rieben sich beim Blick auf den am Videowürfel angezeigten Spielstand in der Drittelpause verwundert die Augen.

Lausanne PHI

Die Reise ging auch nach dem Wechsel weiter. Jöel Vermin erhöhte in der 24. Spielminute sogar auf 4:0. Der Arbeitstag von Hart war damit beendet und Brian Elliott durfte fortan das Tor der Flyers hüten. Erst jetzt schienen die Gäste aus der NHL aufzuwachen und kamen bis zum Ende noch auf 3:4 heran. Die Niederlage konnten sie aber nicht mehr abwenden.