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Zahlen zum 101. NHL-Geburtstag

Inside The Numbers: Offensiver Start in ein neues Jahrhundert - Vergleich mit 1917/18

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Damals und heute - Zahlen und Vergleiche zum 101. Geburtstag der NHL

Am 19. Dezember 2018 wird die NHL 101 Jahre alt. Anlässlich des ersten Geburtstags im neuen Jahrhundert zieht "Inside the numbers" den Vergleich der allerersten NHL-Saison 1917/18 zur heutigen. War das Eishockey in der Premieren-Spielzeit ein anderes als 101 Jahre später? Ein Blick hinter die Zahlen...

 

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1917/18: Wenig Spiele, viele Tore

1917/18 bestand die NHL nur aus vier Teams: Die Toronto Arenas, die Montreal Canadiens, die Ottawa Senators und die Montreal Wanderers. Die Premieren-Saison bot lediglich 72 Partien, denn die Wanderers mussten den Spielbetrieb nach nur sechs Auftritten einstellen. Ihre Heimspielstätte fiel einem Brand zum Opfer.

Langweilig waren die Duelle keineswegs: In besagten 72 Spielen fielen 344 Tore, was einen Schnitt von 4,8 Toren pro Partie ergibt. 

Top-Torjäger und -Scorer war Canadiens-Stürmer Joe Malone mit 44 Toren, vier Assists und 48 Punkten, gefolgt von Ottawas Cy Denneny (36/10/46) und Torontos Reg Noble (29/10/39). Erwähnenswert ist auch die Leistung von Montreals Newsy Lalonde, der einen Punkteschnitt von 2,14 vorweisen konnte. Diese Quote übertrafen nur Malone (2,4 Punkte/Spiel) und Denneny (2,19). Verglichen mit heute schier unwirklich starke Punkteausbeuten. 

Unter den Verteidigern stach Harry Cameron von den Arenas heraus (17/10/27). Seine Quote von 1,29 Punkten pro Partie wären auch heute noch Extraklasse. Dahinter fällt die Produktivität allerdings ein wenig ab. 

Bei den Torhütern wurde die Fangquote damals noch nicht erfasst. Hier dient lediglich der Gegentorschnitt als Vergleichswert zu heute. Auf den Besten kam Canadiens-Torwart Georges Vezina mit 3,93. Nach genau diesem Goalie ist auch die heutige Vezina Trophy für den besten Torhüter der Saison benannt. Es folgen Hap Holmes (4,73) von den Arenas sowie Clint Benedict (5,11) von den Senators. Arenas-Keeper Bert Lindsay kam gar auf einen Wert von 8,75. Derart hohe Gegentorschnitte wären in der heutigen Zeit undenkbar. 

2018/19: Bessere Goalie-Zahlen, produktivere Verteidiger

101 Jahre später ist die NHL mit 31 Mannschaften größer als je zuvor. Ab 2021/22 kommt mit Seattle gar noch ein 32. Standort hinzu. Die beste Eishockey-Liga der Welt expandiert also weiter. Stand heute umfasst die reguläre Saison insgesamt 2542 Spiele, also 82 Partien pro Team. Die Anzahl hat sich demnach im Vergleich zur Premieren-Spielzeit mehr als verfünfundreißigfacht (35,3-mal mehr Spiele pro Saison). Damit einhergehen viele Reisen: Waren Toronto, Montreal und Ottawa alles Standorte im Osten Kanadas, ist die NHL nun in ganz Nordamerika präsent: Die Florida Panthers im Südosten, Los Angeles Kings und Anaheim Ducks im Südwesten, Vancouver Canucks im Nordwesten sowie Boston Bruins im Nordosten.

 

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2018/19 sind bislang 1043 Spiele bestritten worden. Dabei fielen 3226 Tore, was einen Schnitt von 3,1 Toren pro Spiel ergibt. Diese Zahl ist nicht ganz so hoch wie vor 101 Jahren. Grund dafür sind diverse Regeländerungen und Verbesserung, etwa bei der Goalie-Ausrüstung.

Eben diese profitieren enorm vom Fortschritt: In Sachen Gegentorschnitt sind die besten Goalies (mit mehr als 22 Spielen) Pekka Rinne (Nashville Predators, 2,07 Gegentore/Spiel), Casey DeSmith (Pittsburgh Penguins, 2,49), John Gibson (Anaheim Ducks, 2,52), Cater Hutton (Buffalo Sabres, 2,54) und Frederik Andersen (Toronto Maple Leafs, 2,55). Ihre Werte sind teils doppelt so gut, wie die der Top-Torhüter aus der Saison 1917/18. Selbst die in diesem Bereich schwächsten Goalies in der laufenden Spielzeit, Craig Anderson (Ottawa Senators, 3,49), Corey Crawford (Chicago Blackhawks, 3,28) und Jake Allen (St. Louis Blues 3,23) würden mit ihrer Statistik noch klar vor den damaligen Helden landen.

Video: COL@NSH: Rinne langt raus und rettet mit der Fanghand

Die aktuell besten Scorer Mikko Rantanen (Colorado Avalanche, 15/41/56), Nathan MacKinnon (Colorado, 21/32/53) und Connor McDavid (Edmonton Oilers, 19/30/49) sind das Maß aller Dinge in 2018/19 und beeindrucken die gesamte Liga. Im Schnitt liegt ihre Ausbeute bei 1,65, 1,56 sowie 1,48 Punkten pro Partie - also deutlich weniger als vor 101 Jahren. 

Dafür nehmen heutzutage die Verteidiger mehr am Offensivspiel teil: Gleich eine ganze Reihe von Abwehrspielern kommen auf einen Punkteschnitt von mindestens 0,8 pro Spiel. Der beste, John Carlson von den Washington Capitals, auf 1,13. Im Vergleich zu 1917/18 sind elf Spieler produktiver als der damals zweitbeste D-Scorer.

Fazit: Offensiver Start ins neue Jahrhundert

Ist die NHL in den letzten 101 Jahren also defensiver geworden? Beim direkten Vergleich der ältesten und jüngsten Spielzeit mag dieser Eindruck entstehen, doch sind technologische Neuerungen und regeltechnische Änderungen nicht außer Acht zu lassen. Verglichen mit den Vorjahren erlebt die NHL derzeit vielmehr einen Offensiv-Boom! Auch das kann auf Regeländerungen zurückzuführen sein. So werden Stock-Strafen deutlich strenger geahndet als noch in den Vorjahren. Die Folge: Immer athletischer auftretende Stürmer können noch schwerer gestoppt werden. Es folgt eine Tor-Flut. Ebenfalls auffällig: Die Liga ist so ausgeglichen wie selten zuvor. Jeder kann jeden schlagen. Kurz vor Weihnachten scheinen nahezu alle Teams noch im Playoff-Rennen mitmischen zu können. Die Fans erleben jetzt und womöglich auch in Zukunft eine hochspannende Liga - und einen durchaus offensiven Start ins neue NHL-Jahrhundert!

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