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NHL Stadium Series in Denver ein Leckerbissen

von Stefan Herget / NHL.com

Wenn in der Nacht von Freitag auf Samstag um 1 Uhr MEZ (Freitag 7:00 p.m. ET) der Puck im Coors Field in Denver auf das Eis fällt, dann geht es zwar noch nicht um Punkte, aber die Atmosphäre wird knistern und die Fans sehen sich in die erfolgreichen Zeiten ihrer Colorado Avalanche Mitte bis Ende der Neunziger und Anfang der 2000er Jahre zurückversetzt.

Für die Altstars Joe Sakic, Peter Forsberg, Patrick Roy uvm. geht es dann im Alumni Spiel gegen den größten Rivalen von damals, den Detroit Red Wings, die mit Leuten wie Steve Yzerman, Niklas Lidstrom und Chris Chelios besetzt sind. Insgesamt werden elf Mitglieder der Hockey Hall of Fame teilnehmen.

Ganz so erbittert wie damals wird es nicht zugehen, als es in den Duellen regelmäßig Strafzeiten hagelte, mit den Höhepunkten von zwei mittlerweile legendären Torhüter-Kämpfen zwischen Roy und Mike Vernon bzw. Chris Osgood.

"Es wird so intensiv sein, wie es bei alten Männern nur sein kann", kündigte indes der ehemalige Avalanche Stürmer Mike Ricci an. Wie ernst einige das Spiel nehmen, zeigt die Tatsache, dass Roy, heute Trainer der Avalanche, mehrmals mit der aktuellen Mannschaft trainierte, um fit zu sein.

"Es wird cool sein, ihnen zuzuschauen, natürlich habe ich auf Patty in den letzten paar Wochen geschossen", sagt Colorados Stürmer Matt Duchene. "Ich glaube für alle von uns, die niemals gegen ihn spielen durften, war das eine coole Sache."

Nur 25 Stunden später in der Nacht vom Samstag auf Sonntag um 2 Uhr MEZ (Samstag 8:00 p.m. ET) wird Roy denn wieder hinter der Bande und Duchene auf dem Eis stehen, wenn zum Coors Light NHL Stadium Series 2016 Spiel ihre Avalanche auf die Red Wings treffen.

Das knapp 50.000 Zuschauer fassende Coors Field wird dann nahezu ausverkauft sein. Damit fällt auch die Marke von einer Million Zuschauern, die jemals live vor Ort ein NHL Outdoor Spiel verfolgt haben. Es ist das 17. Spiel seiner Art.

Für beide Mannschaften geht es dann nicht nur um das Prestige, sondern um zwei wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs. Avalanche und Red Wings belegen derzeit einen der Wildcard Plätze für die Qualifikation zu den Playoffs: Colorado in der Western Conference und Detroit in der Eastern Conference.

Spannend ist aber auch, was im Hintergrund abläuft. "Jedes Mal, wenn wir es machen, dann ist es etwas besonderes", sagt Mike Craig, der im Auftrag der NHL für die Erstellung der Eisfläche zuständig ist. Er ist dafür verantwortlich in das Baseballstadion der Colorado Rockies ideale Wettkampfbedingungen für ein Eishockeyspiel zu bringen.

Nahezu 200 Arbeiter sind daran beteiligt, die Eisfläche und die gesamte Spielfläche um- und Besonderheiten aufzubauen. Über 11.000 Liter Glykol werden als Kühlflüssigkeit benötigt, um die Kälte für die Eisfläche herzustellen. Mit ungefähr 75 Hektolitern Wasser wird die um die 5 cm dicke Eisfläche hergestellt.

"Es benötigt einiges an Zeit, um die korrekte Dicke herzustellen", erzählt Craig. "Es dauert alleine acht Stunden um einen Quadratzoll [6,4516 cm2] Eis herzustellen. Wir sprayen sehr feine Schichten von warmen bis heißen Wasser auf, um eine gute Dichte zu erhalten."

Die Rivalität der beiden Mannschaften heutzutage ist etwas abgeflacht und wird das Eis nicht zum Schmelzen bringen. Trotzdem werden die zwei zu vergebenden Punkte aufgrund der Tabellenkonstellation hart umkämpft sein.

"Jedes Spiel, das wir spielen, spielen wir für unseren Playofftraum”, hebt Duchene die Bedeutung hevor. "Man fühlt sich immer etwas sicher, wenn man für so viele Wochen in den Playoffrängen steht, wie wir es sind und ein wichtiger Grund dafür ist, dass wir mehr Spiele absolviert haben. Wenn die anderen Mannschaften ihre aufzuholenden Spiele gewinnen können, könnten wir schnell draußen sein, wenn wir nicht selbst gewinnen."

Zwar werden die Red Wings Fans natürlich in der Unterzahl sein, aber es ist davon auszugehen, dass eine stattliche Zahl die Mannschaft begleiten wird. "Ich glaube es wird großartig. Viele meiner Freunde [von Detroit] werden kommen", sagt zum Beispiel Red Wings Verteidiger Alexey Marchenko, der vor zwei Jahren in der AHL eine Partie im Freien gespielt hatte. "Immer großartig im Freien zu spielen. Großartige Atmosphäre, sehr viele Leute, sollte spaßig werden."

Duchene ist wiederum einer, der zum ersten Mal professionell im Freien spielt und er weiß, dass es durchaus gewöhnungsbedürftig sein wird. Deswegen hat er sich extra am vergangenen Sonntag das Spiel der Minnesota Wild gegen die Chicago Blackhawks im TCF Bank Stadion in Minneapolis im Fernsehen angeschaut.

"Ich habe sehr viel von dem Spiel gesehen", sagt Duchene, der 26 Tore und 22 Assists in seiner siebten Saison bei Colorado vorzuweisen hat. "Aber ich fühle, dass es etwas anders werden könnte … wir müssen uns schnell daran gewöhnen."

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